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Döbeln Kommunikation ist alles bei Azubi-Suche
Region Döbeln Kommunikation ist alles bei Azubi-Suche
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19:53 25.10.2018
Kathrin Grundmann von der Zahnarztpraxis Zahn & Art in Ostrau zeigt Ruben und Fanny, wie Zahnersatz erstellt wird. Quelle: Sven Bartsch
Ostrau

Was man als Praxisberater für die Mügelner Oberschüler nicht alles auf sich nimmt: Dieter Zoschke, der die 45 Jugendlichen aus den beiden achten Klassen der Schule akribisch auf die 4. Beruferallye in Ostrau vorbereitet hatte, legte sich als Begleiter von Kim, Katharina, Fanny und Ruben sogar auf einen Zahnarztstuhl in der Praxis Zahn & Art, damit die Schüler an ihm ein wenig üben konnten.

So schob ihm Ruben ohne große Berührungsängste den kleinen runden Zahnarztspiegel in den Mund. „Den nimmt man oft, um Wange und Zunge beiseite zu schieben, damit man den Zahn besser sieht. Den Spiegel selbst braucht man dabei gar nicht immer“, erklärte die zahnmedizinische Fachangestellte Maria Kielau den Schülern.

14 Betriebe stellen 22 Berufe vor

Sie war an diesem Tag für das Herumführen durch die Praxis verantwortlich, zeigte die „Folterinstrumente“ wie Haken, Bohrer und Zangen. Während die Mädchen etwas zurückhaltender reagierten, war Ruben voller Interesse. „Ich finde es nicht schlimm, Leuten in den Mund zu greifen“, meinte er nur.

So wie ihm geht es vielen seiner Altersgenossen, die die Beruferallye nutzen, um verschiedene Berufe in der Praxis kennen zu lernen. Das soll im besten Fall zu einem Praktikum führen, aus dem nach dem Schulabschluss ein Ausbildungsvertrag wird. 14 Betriebe stellten am Donnerstag 22 Berufe vor – darunter auch Bannkaufmann bei der Sparkasse Ostrau, Erzieherin in der Kita oder Dachdecker beim Dachdeckerbetrieb Kunze in Zschaitz.

Betriebe müssen sich nach außen bekannt machen

Nach der Oberschule Stauchitz im Mai ist die Mügelner Schule nun ebenfalls zum zweiten Mal dabei gewesen. Und Praxisberater Dieter Zoschke sieht erste Erfolge: „Allein das Interesse für Firmen in der Region ist gewachsen. Und viele bei uns haben sich für ein Praktikum beworben“, sagt er.

Für die Unternehmen im ländlichen Raum ist Kommunikation bei der Suche nach guten Auszubildenden alles. Das machte auch Christa Müller, Prokuristin bei Pietsch Haustechnik in Ostrau deutlich. Sie hat die Beruferallye im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und durfte gestern acht Schüler aus Mügeln bei sich begrüßen. „Bei uns haben Azubis alle Möglichkeiten, bis hin zum Aufstieg zur Führungskraft“, sagte sie und verwies darauf, dass ein Praktikum bei Pietsch sehr erwünscht wäre.

Schüler sehr interessiert

Und die Schüler zeigten sich durchaus interessiert, stellten gute Fragen beispielsweise nach Wochenendarbeit (bei Pietsch nur für Angestellte in der Badausstellung in Döbeln sonnabends), wie der Verdienst sei (nach Leistung) und wer Ansprechpartner für die Ausbildung sei (Dagmar Pollmer).

Während sich Christa Müller nach der ersten Vorstellungsrunde mit fünf Schülern auf den Weg in die Büros machte , um den kaufmännischen Beruf im Groß- und Außenhandel näher zu bringen, ging Lagerleiter Sven Schröder mit Vanessa, Kim und Leon in die Logistikabteilung des Bad- und Sanitärgroßhändlers.

Unentschlossenheit noch groß

17 000 Artikel lagern hier jederzeit verfügbar. 17 Lkw fahren täglich mit Ware vom Hof. In Ordnung gehalten werden die vielen Produkte durch ein ausgeklügeltes Lagersystem. Besonders beeindruckend für die Schüler war die sprachgesteuerte Nutzung eines Computers per Headset bei der Sortierung des Wareneingangs. „Alles einrichten und scannen, das finde ich interessant“, meinte Vanessa, die bei der Berufswahl noch auf der Suche ist.

„Ich wollte erst beim Bäcker lernen, dann lieber etwas mit Tieren“, sagt sie noch unentschlossen. Das darf sie in der achten Klasse auch noch sein – und dafür gibt es die Beruferallye, die in Ostrau und Zschaitz auch nächstes Jahr wieder an den Start geht.

Von Sebastian Fink

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