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Döbeln Leisnig: Konnerth baut für eine Million Euro an und sucht Zerspaner
Region Döbeln Leisnig: Konnerth baut für eine Million Euro an und sucht Zerspaner
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21:44 22.05.2018
Von links: SPD-Landtagsabgeordneter Henning Homann, bei Konnerth und Co. im Gespräch mit dem Mitarbeiter Mike Pohl. Quelle: Steffi Robak
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Leisnig

Ende Mai geht es os: Auf dem Firmengelände von Konnerth und Co. in Leisnig, Landkreis Mittelsachsen, bereiten Bagger das Baufeld vor für ein neues Gebäude. Das Unternehmen, Spezialist für Sondermaschinen- und Anlagenbau, muss die Finanzierung von rund einer Million Euro alleine schultern: Für eine Förderung aus dem Programm „Gemeinschaftsaufgabe der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GAW) kommt das Projekt angeblich nicht Infrage.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es das Unternehmen Konnerth & Co. Maschinen und Vorrichtungsbau im Leisniger Gewerbegebiet. Geschäftsführer Hans Konnerth ist betrübt darüber, dass es für die aktuelle Investition keine Fördermittel geben soll. Quelle: Wolfgang Sens

Enttäuschte Geschäftsführung

Die Enttäuschung über die Absage ist Geschäftsführer Hans Konnerth durchaus anzuhören. Das Unternehmen müsse bereits bei Antragstellung nachweisen, dass mit dem Neubau neue Arbeitsplätze entstehen, die neue Besetzung quasi bereits in den Startlöchern steht. Das sei alles andere als leicht. Noch stehe das neue Gebäude nicht. Zudem seien Fachkräfte in der Branche wie auch anderswo zunehmend schwer zu finden. Gesucht werden Maschinenbaumechaniker, Spezialisierung Zerspanungsmechaniker.

Absolute Spezialisten am Werk

Bei Konnerth läuft nichts in Großserie vom Band. Aus Stahl, Kupfer, Messing sowie aus diversen Kunststoffen fertigen die Mitarbeiter Sonderpräzisionsteile mittels Fräsen, Drehen, Erodieren. Die Teile kommen als Messmittel oder als Bauteile in Produktionsstrecken von Fahrzeug- oder Maschinenherstellern zum Einsatz. Gebaut werden Komponenten für Sondermaschinen für verschiedene Motorenbauer. Bei Konnerth in Leisnig wird zeitweise in Losgrößen von nur einem bis fünf Stück gearbeitet.

Im August kommt neue Drehmaschine

Innerhalb des Bauprojektes soll noch für diesen August eine neue Drehmaschine, im Januar eine Fräsmaschine gekauft werden. Der Neubau jedoch werde ein Sozialtrakt, mit Umkleide- bis hin zu Büroräumen – innerhalb des Firmengeländes wird umgezogen. Der Grund: Im jetzigen Gebäude mit den Büroräumen hält der Boden ordentlich Belastung aus – so wie es für die Maschinen notwendig ist. Diese sollen dann auch dort aufgestellt werden. In den Neubau ziehen dann Bereiche um, die nicht so viel Last mitbringen.

Ein Stück grüne Wiese gibt es noch: Hinter dem Hauptgebäude, in Richtung Oberflächentechnik Heiche, soll angebaut werden. Quelle: Steffi Robak

Neuer Anlauf für Februar-Projekt

Konnerths Mitgesellschafter Klaus Ziegenbalg erläutert dem SPD-Landtagsabgeordneten Henning Homann das bevorstehende Investitions– und Bauprojekt. Der Politiker ermuntert Ziegenbalg zum erneuten Vorstoß in Sachen Förderung. Für Maschinenkauf im August sei das war zu spät. Doch für das Februar-Projekt 2019, die Fräsmaschine, lohne sich die erneute Nachfrage.

Arbeitsplatzabbau darf nicht gefördert werden

Homann dazu: „Die Richtlinie für die GAW-Förderung ist novelliert. Nicht allein die Schaffung von Arbeitsplätzen sei eine Fördervoraussetzung, sondern auch der Erhalt vorhandener Stellen. Homann: „Modernisierung zum Zwecke des Arbeitsplatzabbaus darf nicht gefördert werden.“ Da dies auf das Leisniger Erweiterungsvorhaben nicht zutreffe, rechne er durchaus mit Chancen auf die Förderung.

Fördergeld zuletzt nicht abgerufen: Zu kompliziert

„Zuletzt blieb ein beträchtlicher Teil der aus diesem Programm verfügbaren Mittel übrig. Es floss nicht alles ab. Das muss einen Grund haben. Und das heißt sicher nicht, dass das Geld nicht benötigt wird.“ Es seien Signale gekommen, die Antragstellung sei umständlich. Homann empfiehlt jedenfalls den erneuten Antragsvorstoß und bietet zudem Unterstützung an.

Konnerth-Mitgesellschafter Klaus Ziegenbalg (rechts) beim Unternehmensbesuch des SPD-Landtagsabgeordneten Henning Homann an einer CNC-Fräsmaschine. Für die Niederlassung Leisnig ist Ziegenbalg der Mann der ersten Stunde. Quelle: Steffi Robak

40 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-System

Derzeit arbeiten bei Konnerth und Co in Leisnig 40 Mitarbeiter in Zwei-Schicht-System. Nach der Gründung in den 80er Jahren im baden-württembergischen Burgstall folgten mehrere Umzüge und Erweiterungen innerhalb des Bundeslandes. Heutiger Firmensitz dort ist Remshalden. 1991 folgte der Aufbau am Standort Leisnig in Sachsen. Dabei spielte schon Klaus Ziegenbalg eine entscheidende Rolle.

Mann aus dem Osten seit 1992 Mitgesellschafter

Der gelernte Zerspanungsfacharbeiter aus dem ehemals in Leisnig ansässigen Spinnereimaschinenbau „Textima“ suchte während einer Weiterbildung in Stuttgart Kontakt zu dortigen Unternehmen und landete bei Hans Konnerth. Er wolle Neues dazu lernen, stellte allerdings von vorn herein klar: Er will wieder nach Hause in den Osten. Schließlich war es der westdeutsche Unternehmer, der Ziegenbalg nach Sachsen folgte und die Niederlassung in Leisnig aufbaute. Die beiden sind Geschäftspartner: Seit 1992 ist Klaus Ziegenbalg Mitgesellschafter im Unternehmen Konnerth & Co.

Von Steffi Robak

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