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Döbeln Papier entsteht mit Schöpferkraft
Region Döbeln Papier entsteht mit Schöpferkraft
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16:43 09.07.2018
Konzentration beim Papierschöpfen: Kreative Ferientage im Kloster Buch. Quelle: Sven Bartsch
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Klosterbuch

Tim hält den Holzrahmen mit der tropfnassen Papierpulpe etwas schräg. So kann das Wasser herauslaufen. „ist das so richtig?“, fragt der blonde Junge. Karen Benndorf vom Förderverein Kloster Buch lobt den Jungen. Und als das Papierviereck dann vorm Pressen auf einem Tuch ausgelegt wird, schöpft sie noch einmal nach: Ein Teil des Blattes kann noch ein wenig dicker werden. Dann kommt alles in die Presse. Am Nachmittag soll Tims Blatt und auch die Blätter der anderen Kinder soweit trocken sein, dass er es mit nach Hause nehmen kann.

Test, obs der Enkel auch spannend findet

Zum ersten von drei kreativen Ferientagen schauten am Montag die Gäste vorbei, zumeist Großeltern mit ihren Enkeln, die auf Ferienbesuch sind. Nun ist das so eine Sache: Was die Großmutter spannend findet, muss den zwölfjährigen Enkel nicht unbedingt vom Hocker hauen. Und dennoch ist das Kloster Buch für beide einen Tagesausflug wert.

Mittag ein Würstchen unterm Holunder

Schreiben mit der Redisfeder im Scriptorium, Papierschöpfen oder das Herstellen von Gewürzen aus den im Klostergarten gezogenen Kräutern – auszuprobieren gibt es eine Menge. Zum Mittag macht jemand aus der Küche Würstchen heiß und es gibt eine Limonade. Unter den weit ausladenden Ästen einen 80 Jahre alten Holunderbusches wird Pause gemacht. Sabine Patzelt vom Klosterförderverein legt mittags den Habit eines Zisterziensermönches ab.

Montag offen, wenn andere geschlossen haben

Zum Ferienerlebnistag hilft sie den Gästen im Scriptorium, in der Schreibwerkstatt, die Redisfeder richtig zu führen, damit wunderschöne, altertümlich verschlungene Buchstaben entstehen. „Für unser Ferienangebot haben wir uns drei Tage über den Sommer hinweg ausgesucht. Es ist immer ein Montag.“ Das sei mit Bedacht so entschieden worden, da eine Reihe von Museen und anderen Einrichtungen Montags schließen.

Drei kreative Ferientage dieses Jahr geplant

Das Kloster verspricht sich davon einen Vorteil, wenn gerade montags hier geöffnet ist. „Im vergangenen Jahr haben wir das erstmals so versucht und es funktionierte hervorragend. In diesem Jahr öffnen wir also für drei Montage.“ Für Patzelt und ihre Kollegin Karen Benndorf sind das Tage der Abwechslung: Beim Förderverein müssen die Mitarbeiter Allrounder sein, sich mit allen Arbeiten auskennen, die anfallen. Sonst sind die beiden im Büro beschäftigt, befassen sich mit Verwaltungsaufgaben oder mit der Öffentlichkeitsarbeit.

Nachmittags das trockene Blatt mit nach Hause nehmen

Ist die Mittagspause vorbei, bietet Inka Faulwetter eine Führung durch die alten Gemäuer an. Die Werkstätten sind wieder offen, und mit der kleinen Helene hat Karen Benndorf eine ganz eifrige Papierschöpferin zu Gast, während Tim in die Kräuterwerkstatt zu Undine Myja wechselt. Gegen 15 Uhr lässt Benndorf die letzten Papierschöpfer am Trog in der kühlen Werkstatt herummatschen.

Ende Juli noch ein Klostertag für alle

17 Uhr sollte dann jeder sein gepresstes und halbwegs trockenes Blatt handgeschöpftes Büttenpapier in den Händen halten. Wer sehr geschickt ist, kann mit Hilfe einer Serviette oder sogar Naturmaterialien wie einem Kleeblatt ein Motiv in dem Papier verewigen. Weitere kreative Ferientage werden im Kloster Buch am 30. Juli sowie am 6. August angeboten.

Mit Geduld kommt etwas Gutes zustande

10 bis 17 Uhr sind Gäste willkommen und es ist nicht untertrieben zu sagen: Wer am Vormittag da ist, kann sich tatsächlich bis in den späten Nachmittag dort aufhalten, denn die handwerklich-kreativen Angeboten nehmen schon ein wenig zeit in Anspruch, wenn etwas Gutes dabei herauskommen soll.

Von Steffi Robak

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