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Kreis will Döbelner Arbeitsplätze nach Mittweida verlagern

OB Egerer sauer: Kreis will Döbelner Arbeitsplätze nach Mittweida verlagern

Zwischen Mittelsachsens Landrat Matthias Damm und Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (beide CDU) bahnt sich eine Eiszeit an. Egerer ist stocksauer auf das Gebaren der Kreisverwaltung. Es geht um die Aufteilung der Verwaltungsarbeitsplätze des Landratsamtes auf die Standorte Döbeln, Freiberg und Mittweida.

Will der Landkreis etwa Verwaltungsarbeitsplätze, die für Döbeln vorgesehen waren, lieber dauerhaft in Mittweida ansiedeln?

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Zwischen Mittelsachsens Landrat Matthias Damm und Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (beide CDU) bahnt sich eine Eiszeit an. Das ließ der Döbelner Bürgermeister auf der jüngsten Stadtratssitzung durchblicken. Egerer ist stocksauer auf das Gebaren der Kreisverwaltung. Als der OB die Unterlagen für die Kreistagssitzung am kommenden Mittwoch studierte, stieß er auf eine derbe Ungereimtheit. Die sich auf weiteres Nachhaken Egerers aus Döbelner Sicht zu einem Skandal ausweitet. Es geht um Aufteilung der Verwaltungsarbeitsplätze des Landratsamtes auf die Standorte Döbeln, Freiberg und Mittweida. Das ist im Standortekonzept der Kreisverwaltung festgezurrt. Nach Egerers Meinung wird das jetzt heimlich aufgeweicht, zum Nachteil Döbelns. Der Kreistag befasst sich am Mittwoch mit der Investitionsliste für das Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“. „Es steht dabei Geld des Freistaates und des Bundes zur Verfügung. Inhalt dieser Liste sind Investitionen in Schulen, Straßen und Verwaltungsstandorte des Landkreises. Es geht um rund 17 Millionen Euro. Zum konkreten Inhalt der Liste werden wir uns erst nächste Woche äußern“, ließ Landrat Matthias Damm über seinen Pressesprecher André Kaiser mitteilen.

Nach DAZ-Informationen umfasst die Liste für das Förderprogramm 30 Positionen. Der Landkreis investiert dabei auch 2,7 Millionen Euro in seine beiden Verwaltungsstandorte Mittweida und Freiberg. In Mittweida wird unter anderem das Verwaltungsgebäude Haus C saniert und mit einem zweiten Rettungsweg versehen.

Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer begrüßt die Investitionen in die Verwaltungsstandorte grundsätzlich. Doch einige Nachfragen zu diesem Komplex ließen ihn aufhorchen: Der eine Million Euro teure Umbau des Hauses C am Mittweidaer Standort schafft dauerhaft gute Bedingungen für das Straßenverkehrsamt. „Das soll nach dem Standortekonzept des Landratsamtes, so wie sämtliche technischen Bereiche aus dem Aufgabenfeld des Beigeordneten Dr. Lothar Beier, am Verwaltungsstandort des Landratsamtes in Döbeln angesiedelt werden“, ärgert sich Döbelns Stadtoberhaupt. Die drei Landkreise Freiberg, Döbeln und Mittweida hatten sich bei der Fusion zum Kreis Mittelsachsen darauf geeinigt, Verwaltungsaufgaben und die notwendigen Arbeitsplätze an allen drei Standorten zu halten. „Die Investition zementiert den Verbleib des Straßenverkehrsamtes in Mittweida. Anschaulicher kann der Kreis seine Strukturpolitik gegenüber Döbeln nicht deutlich machen“, ärgert sich Döbelns Oberbürgermeister. Besonders sauer macht ihn, dass Teile der Kreisverwaltung aus Döbelner Verwaltungsstandorte in der ehemaligen Poliklinik und im Haus E der Berufsschule im vergangenen Jahr ausziehen mussten, um 400 Flüchtlinge unterzubringen. „Die flüchtenden Menschen mussten irgendwie unterkommen. Dem haben wir uns mit Unterstützung der Döbelner Bürger immer anständig gestellt, während es anderswo im Kreis unschöne Szenen gab. Wenn der Landkreis jetzt zugesagte Verwaltungsarbeitsplätze in Döbeln streicht, wäre das ein schändliches Ausspielen der Standorte gegeneinander“, so OB Hans-Joachim Egerer.

Von Thomas Sparrer

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