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Döbeln Kriebstein investiert in neue Rettungstechnik
Region Döbeln Kriebstein investiert in neue Rettungstechnik
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14:50 28.11.2018
Kriebstein besorgt der Feuerwehr neues Rettungsgerät – darunter ein hydraulischer Spreizer wie dieser. Quelle: André Kempner
Kriebstein

Bei schweren Autounfällen kommt es nicht selten vor, dass Fahrer oder Beifahrer sich nicht mehr aus eigener Kraft aus dem Auto befreien können. Dann sind die Kameraden der Feuerwehr mit ihrer Rettungstechnik gefragt, um die Karosserie entsprechend aufzuschneiden. Um auch für einen solchen Ernstfall gerüstet zu sein, nimmt die Gemeinde Kriebstein nun rund 26.000 Euro in die Hand, um der Feuerwehr adäquate Ausrüstung zur Verfügung stellen zu können.

Fünfteiliges Paket

Angeschafft wird dafür sogenanntes hydraulisches Rettungsgerät – ein Paket, das aus insgesamt fünf Teilen besteht. „Ein hydraulisches Rettungsgerät ist eine Zusammenstellung von hydraulischen Geräten mit Zubehör, welche mittels Akku betrieben werden“, erklärte Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Auf dem Einkaufszettel der Verwaltung stehen demnach Rettungsspreizer, Rettungsschere, Rettungssäge, Rettungszylinder sowie ein LED-Beleuchtungssatz.

Altes Gerät in die Jahre gekommen

Vergleichbare Technik – jedoch schlauchgebunden – ist in der Gemeinde bereits im Einsatz. Die ist mittlerweile aber in die Jahre gekommen und bedarf eigentlich einer Überholung. „Die Schläuche müssten eigentlich ersetzt werden“, so Euchler. „Das kostet jedoch mehrere Tausend Euro.“ Diese Summe in die Reparatur zu investieren scheint indes wenig sinnvoll. „Unsere Schere ist schon so alt, dass aktuelle Karosserien damit nicht mehr richtig geschnitten werden können“, räumt die Bürgermeisterin ein. Nach Angaben der Verwaltung ist die Kriebsteiner Feuerwehr die einzige in Richtung A4, die das entsprechende Rettungsgerät vorhält. In der Näheren Umgebung ist auch Waldheim mit der Technik ausgerüstet. Die Zschopaustadt ist jedoch noch weiter von der Autobahn entfernt.

Zuschlag für Leipziger Unternehmen

Den Zuschlag erhielt die BTL Brandschutztechnik aus Leipzig, die als einziges von drei angeschriebenen Unternehmen ein Angebot abgab. Das erschwert zunächst den Preisvergleich. „Die Firma ist renommiert und auch die Preisklasse stimmt“, warf daraufhin Steffen Schramm aus der Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler ein. Die Erfahrung habe er bei sich im Unternehmen gemacht. Dazu kommt, dass 10.500 Euro durch Fördermittel gedeckt werden und der Verkauf des alten Gerätes zusätzliches Geld in die Gemeindekasse spülen soll. Euchler rechnet damit, auf diesem Weg noch einmal 4.000 Euro einnehmen zu können.

Kommentar: Am Puls der Zeit bleiben

Im Ernstfall rettet die Feuerwehr Leben – und das nicht nur, wenn es brennt. Auch bei Autounfällen sind die Kameraden oft im Einsatz. Denn auch, wenn es richtig gekracht hat, kann jede Minute über Leben und Tod entscheiden. Doch es hilft alles nichts, wenn die Verletzten im Auto eingeklemmt sind und der Notarzt nicht direkt zum Zug kommen kann. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass die Feuerwehr mit entsprechender Technik Karosserien schnell aufspreizen und -schneiden kann. Deshalb ist es auch unerlässlich, sich in Sachen Ausstattung am Puls der Zeit zu bewegen. Denn wenn die Rettungsgeräte der Entwicklung der Autos hinterherhinken und alte hydraulische Scheren an modernen Karosserien scheitern, kann das im Zweifelsfall schwerwiegende Folgen haben. Die Gemeinde Kriebstein hat sich deshalb richtig entschieden und im Gemeinderat beschlossen, ihre veraltete Technik zu ersetzen. Und letztlich sorgt moderne Ausrüstung auch dafür, dass die Feuerwehr für Nachwuchs interessant ist.

Von André Pitz

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