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Kriebstein muss für Eigenständigkeit sparen

Finanzloch Kriebstein muss für Eigenständigkeit sparen

Die Gemeinde hat finanzielle Probleme. Jetzt muss sie ein Sparkonzept aufstellen. Oberste Priorität hat für Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) die Eigenständigkeit der Kommune.

Für Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) hat die Eigenständigkeit der Gemeinde oberste Priorität.

Quelle: Archiv/Dirk Wurzel

Kriebstein. Die Gemeinde muss für ihre weitere Selbstständigkeit sparen. „Unsere Ausgaben sind höher, als unsere Einnahmen“, sagt Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler). Derzeit hat die Kommune etwa 1,8 Millionen sogenannter liquider Mittel, früher Rücklagen genannt. Wenn sie alle Mehrkosten bezahlt hat, werden noch 300 000 Euro übrig sein und danach sind die Rücklagen alle. Es geht also ans Eingemachte. Zwei Kindertagesstätten in kommunaler Trägerschaft, der Gebäudeunterhalt für die Grundschule, die Feuerwehren, das Hotel im Ortsteil Höfchen, die Jugendclubs – das alles kostet Geld.

Selbst handeln, sonst wir gehandelt

„Viele Budgets waren überzogen, was nicht so schlimm war. Denn das Geld war ja da“, sagt die Bürgermeistern. Jetzt ist damit allerdings erstmal Schluss. „Die Rechtsaufsicht hat uns angewiesen, selbst Maßnahmen einzuleiten, um den Haushalt zu stabilisieren. Tun wir das nicht, bekommen wir diese Maßnahmen auferlegt“, sagt Maria Euchler. Zunächst hat die Gemeinde mit Ratsbeschluss den Hebesatz für die Grundsteuer A, also auf Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft, angehoben. Die Preise für Inserate im Gemeindeboten sollen steigen. „Außerdem werden wir prüfen, unsere Kindertagesstätten auszugliedern und unsere kommunalen Wohnungen zu privatisieren“, sagt Maria Euchler. Sie betont, dass prüfen nicht bedeutet, die Kita und die Wohnungen zu privatisieren, sondern erstmal zu schauen, ob sich damit Geld einsparen lässt. Bei der Wohnungsverwaltung ist die Bürgermeistern skeptisch, ob es was bringt, diese abzustoßen. „Das ist unser einziges Plus-Geschäft“, sagt sie.

Keine Zukunft als Waldheimer Ortschaft

Bereits angeschobene Projekte stoppt die Gemeinde aber auch nicht. Das Feuerwehrhaus in Höfchen wird weiter gebaut und im kommunalen Mehrfamilienhaus an der Robert-Koch-Straße in Kriebethal legen Handwerker die Grundmauern trocken, wie das geplant war. Zum vorsichtigen Optimismus berechtigt ein Blick auf die künftigen Gewerbesteuereinnahmen, die steigen. Das finanzielle Ungemach ist für Maria Euchler auch kein Grund, eine Zukunft als weitere Waldheimer Ortschaft anzustreben: „Ich kämpfe für die Eigenständigkeit meiner Gemeinde“, sagt sie.

Einen ersten fünfstelligen Betrag hat Kriebstein schon eingespart. Im ganzen Gemeindegebiet müssen manche Bäume fallen, andere brauchen einen Verschnitt. Ein erstes Angebot lag bei etwas über 20 000 Euro. „Das war uns aber zu teuer“, sagt Maria Euchler. Also schrieb de Gemeinde den Auftrag neu aus. Jetzt kostet die Baumpflege 11 000 Euro. Der Gemeinderat vergab den Auftrag auf seiner jüngsten Sitzung. Das Sparen beginnt in Kriebstein auch mit den eher kleinen Dingen.

Von Dirk Wurzel

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