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Döbeln Kriebstein rodet Waldfläche an der Weilbergsiedlung
Region Döbeln Kriebstein rodet Waldfläche an der Weilbergsiedlung
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00:29 31.03.2018
Die Gemeinde will das Holz meistbietend Verkaufen. (Symbolbild) Quelle: Volkmar Heinz
Erlebach

Kriebstein lässt einen Teil des gemeindeeigenen Waldes an der Erlebacher Weilbergsiedlung roden. Das Holz soll anschließend meistbietend verkauft werden. Den entsprechenden Beschluss fassten die Gemeinderäte Anfang der Woche.

Rodung erneut Thema im Gemeinderat

Ganz neu ist das Thema nicht. Bereits Mitte des Monats diskutierten die Gemeinderäte schon einmal über das Vorhaben. „Der Sachsenforst begutachtet in regelmäßigen Abständen ihre und unsere Wälder. Dabei wurde festgestellt, dass der Wald in einem noch guten Zustand ist, jedoch vor weiteren Sturmereignissen nicht mehr geschützt wäre“, hieß es damals. Die Empfehlung des Staatsbetriebes: den noch nicht vom Borkenkäfer befallenen Wald roden, das Holz verkaufen und das Areal anschließend neu aufforsten. Die Krux: Die Gemeinderäte sollten die Katze im Sack beschließen, denn ohne vorliegenden Beschluss kein Angebot – so jedenfalls die damalige Aussage des Försters. „Der Wald ist das Kapital der Gemeinde. Wenn nicht vorher klar ist, wie viel uns das einbringt, können wir das nicht beschließen“, so CDU-Gemeinderat Manuel Viertel. Und so kam es auch. Die Verwaltung vertagte den Beschluss mit der Ansage, Experten zu Rate zu ziehen und ein Angebot einzuholen.

Förster schätzt Angebotssumme

Das liegt nun vor. „Der Förster hat geschätzt“, erklärt Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler). Am Ende hängt es vom tatsächlichen Zustand der Bäume ab, den man allerdings erst nach dem Fällen auswerten könne. „Für die betroffenen 50 Raummeter kostet die Ernte 1500 Euro.“ Dafür liege der Marktpreis derzeit etwa bei 2500 Euro. Die endgültige Summe hängt vom Bieter und der Qualität des Holzes ab. „Die Aufforstung könnte anschließend zum Beispiel mit Rotbuchen und Roteichen erfolgen“, so Euchler. Angestrebt wird ein Mischwald. Pro neuem Baum wird 1 Euro fällig, 1000 Euro für Verbissschutz und Zaun. „Wir werden davon weder reich noch arm, aber dass an dieser Stelle ein Mischwald entsteht, ist eine ordentliche Sache“, findet Euchler.

Harvester im Einsatz

Der für die Rodung notwendige Harvester – eine Holzernte-Maschine – kommt vom Sachsenforst. „Man nutzt das Vorhandensein das Harvesters, rodet den Baum und lässt sich verschiedene Angebote für das Holz machen. Daraufhin kann man entscheiden, wie viel Ertrag der Wald gebracht hat und in welchem Umfang man aufforsten kann“, wird der Plan in der entsprechenden Beschlussvorlage dargelegt. „Wir haben auch wie von den Gemeinderäten gefordert mit drei Experten gesprochen, darunter Mario Greif vom Nabu“, so die Bürgermeisterin. Nach deren Einschätzung spräche nichts gegen die Rodung. „Denn spätestens beim nächsten Sturm sind die Bäume eh dahin.“

Von André Pitz

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