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Döbeln Kriebstein schraubt an Kita-Satzung
Region Döbeln Kriebstein schraubt an Kita-Satzung
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00:33 01.06.2018
Die Grünlichtenberger Kita „Feldmäuse“. Quelle: Sven Bartsch
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Grünlichtenberg/Kriebethal

Öffnungszeiten, Höhe der Elternbeiträge und flexiblere Betreuungszeiten – all das wurde am Montagabend im Rahmen der jüngsten Sitzung des Kriebsteiner Gemeinderates diskutiert. Ziel der Verwaltung ist eine neue Benutzungssatzung, die für die Grünlichtenberg Feldmäuse und die Kriebsteiner Burggeister in Kriebethal gelten soll.

Kompromiss bei den Öffnungszeiten

In der Debatte um die Öffnungszeiten schieden sich schnell die Geister. „Die Gemeinde hat auf Bitten der Grundschule vor zwei Jahren die Betreuungszeit auf 17 Uhr erhöht“, schreibt die Verwaltung mit Bezug auf die Grünlichtenberger Kita. Fünf Eltern meldeten damals entsprechenden Bedarf an. In der Realität war die Nachfrage jedoch wesentlich geringer, wie Heike Nitschke, in der Gemeinde Gesamtleiterin für Kitas und Hort, darlegte. „Deshalb sind die Erziehrinnen der Meinung wieder auf 16.30 Uhr zurückzustufen“, so Nitzschke. Ganz anders sah das ein unmittelbar von dieser Regelung betroffenes Elternpaar. Lebens- und Arbeitsumstände verhinderten zuweilen, den Nachwuchs bis 16.30 Uhr abholen zu können. Die bei Überziehung fälligen Gebühren von mehr als 40 Euro pro Stunde bezeichnete das paar als horrend. Am Ende schien ein Kompromiss von einer ganzjährigen Öffnung der Grünlichtenberger Einrichtung bis 16.45 Uhr – statt bis 17 Uhr von April bis Oktober und bis 16.30 Uhr von November bis März – der kleinste gemeinsame Nenner. Denn Fakt ist: Vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet würde sich mit der vorgeschlagenen Vereinbarung an den anfallenden Kosten praktisch nichts ändern. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, es nicht so zu machen“ brachte es Ehrenbergs Ortsvorsteher Siegfried Scharf schließlich auf den Punkt. Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) betonte, so wenig Stress wie möglich für Eltern verursachen zu wollen und unterstrich den Anspruch, eine familienfreundliche Gemeinde sein zu wollen.

Elternbeiträge werden zunächst steigen

An anderer Stelle hat die Verwaltung jedoch wesentlich weniger Gestaltungsspielraum. Die Höhe der Elternbeiträge ist nämlich per Gesetz an die tatsächlichen Betriebskosten der Einrichtungen gebunden. Statt die Summe mit quasi jährlicher Regelmäßigkeit immer wieder anpassen zu müssen, will Kriebstein den zu entrichtenden Betrag nun dauerhaft an Prozentvorgaben binden. Im Bereich Krippe werden 21,5 Prozent (damit Steigerung auf rund 208 Euro) der Betriebskosten pro Platz angepeilt. Jeweils 25 Prozent sind für Kindergarten (damit rund 112 Euro pro Platz) und Hort (damit rund 65 Euro pro Platz) angedacht. Als Vorteil stellt die Verwaltung heraus, dass die Beiträge so in einem wirtschaftlich guten Jahr auch sinken können.

Flexiblere Betreuungsmodelle

Gesprochen wurde zudem über eine etwaige zehnte Betreuungsstunde am Tag „Eltern, die 40 Stunden arbeiten, Pausenzeiten einhalten müssen und einen Fahrweg haben, ist es nicht möglich, ihre Kinder zu einer bestimmten Zeit abzugeben“, schreibt die Verwaltung. Voraussetzung für Eltern ist die Stellung eines Antrags mit triftiger Begründung. Eine zehnte Stunde innerhalb der Öffnungszeiten würde so mehr Flexibilität schaffen. Darauf zielt auch ein angedachtes Wochenzeitmodell ab. „Wir wollen es pro Kindergarten fünf Eltern ermöglichen, die Kinder an einem Tag lange in der Kita unterzubringen, am Freitag dafür wieder ein wenig eher abzuholen“, schreibt die Verwaltung. „Wir haben damit keine Erfahrungen, aber es kann eine Alternative zum regulären Zehn-Stunden-Tag sein“, sagte Heike Nitschke und befürwortete eine Testphase.

Satzung wird ausgearbeitet

In Stein gemeißelt ist momentan noch keiner der diskutierten Punkte. Jetzt liegt es an der Verwaltung, eine entsprechende Satzung zu entwerfen, die anschließend noch vom Gemeinderat verabschiedet werden muss.

Von André Pitz

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