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Kriebstein übt den Finanzspagat

Minus im Haushalt Kriebstein übt den Finanzspagat

Die Gemeinde muss auf der einen Seite sparen, will aber auf der anderen Seite auch investieren. Das geht bisweilen nur in kleinen Schritten. Zum Beispiel bei der Grundschule Grünlichtenberg, wo die Kommune undichte Fenster nur einzeln auswechseln lassen kann.

Im aktuellen Kriebsteiner Haushalt klafft ein 250 000 Euro tiefes Loch. Darum muss die Gemeinde sparen.

Quelle: Archiv

Kriebstein. Die Gemeinde muss sparen, will aber auch investieren. Zum Beispiel in die Grundschule Grünlichtenberg, wo der Wind durch undichte Fenster pfeift. Es klingt nach dem klassischen Spagat, den Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) mit den Mitarbeitern ihrer Verwaltung vorturnen muss.

In der Grünlichtenberger Grundschule besteht Handlungsbedarf. Hier pfeift es nämlich rein. „Viele Fenster sind verschlissen, der Kitt ist bröcklig“, sagt Maria Euchler. In kleinen Schritten will die Kommune das Problem in Angriff nehmen. „Wir werden pro Jahr ein bis zwei neue Fenster einbauen“, sagt die Bürgermeisterin. Auch in der modern ausgestatten Schule ist noch nicht alles so, wie es sein soll. Beispiel Computertechnik: Die Kindern lernen mit mobilen Computern mit berührungsempfindlichen Bildschirmen, sogenannten Tablets. Nur richtig mobil sind die Teile derzeit nicht. Internetzugang haben die Schüler nur im Rechnerkabinett. „Da brauch ich eigentlich keine Tablets“, sagt Maria Euchler. Also investiert die Gemeinde jetzt in den Ausbau des drahtlosen Internetempfangs im Schulgebäude, lässt dazu spezielle Sendeeinheiten, sogenannte Hotspots, einbauen. Das kostet rund 2100 Euro. Zwei neue Spülkästen für die Schultoilette sind bei diesem preis auch noch mit drin. Die alten halten nämlich nicht dicht und lassen die Wasseruhr rotieren.

„Der Haushalt ist nicht so gut, wie mir das vor der Wahl suggeriert wurde. Es ist nicht soviel Geld da“, sagt Maria Euchler über die finanzielle Situation ihrer Gemeinde. 1,8 Millionen Euro hat das schuldenfreie Kriebstein derzeit als Rücklage, die im neuen kommunalen Rechnungswesen Doppelte Buchführung in Konten (Doppik) „liquide Mittel“ heißt. Da die Gemeinde aus dieser Rücklage Fehlbeträge begleichen muss, ist sie irgendwann alle. „Der aktuelle Haushalt schließt mit einem Minus von etwa 750 000 Euro. Davon sind 500 000 Euro für Abschreibungen, die wir noch nicht erwirtschaften müssen“, erläutert Kriebsteins Kämmerer Wolfgang Hein. Bleibt also noch ein Fehlbetrag von rund 250 000 Euro. „Wir werden jetzt den Pachtvertrag für das Hotel am Kriebsteinsee anpassen“, sagt Bürgermeisterin Maria Euchler. Außerdem denkt die Gemeinde darüber nach, einzelne Gebäude des Areals zu verkaufen. „Zudem prüfen wir, die Kindertagesstätten ausgliedern und die Kita-Beiträge erhöhen“, sagt die Bürgermeisterin. Diese Hausaufgaben habe die Kommunalaufsicht der Gemeinde auferlegt. Die Kita an freie Träger zu übergeben, kann sich die Rathauschefin aber nur schwer vorstellen.

Den Haushaltsplan beschlossen die Gemeinderäte auf ihrer jüngsten Sitzung. Zuvor lehnten sie drei Einwände des Kriebthaler Ortsvorsteher Wolfram Thieme ab, seine drei angemahnten Straßenbauvorhaben nahmen sie aber in die Liste der Projekte zur Straßen- und Winterschadensbeseitigung in der Kategorie „dringlich“ auf. Dieses Prozedere ersparte Kämmerer Hein den Aufwand, den ganzen Etat umschreiben zu müssen. Für Bauvorhaben an den Gemeindestraßen hat die Gemeinde jetzt zusätzliches Fördergeld vom Freistaat Sachsen bekommen, hat dafür insgesamt 105 000 Euro parat. So kann die Gemeinde die überwiegend kleinen Straßen in Kriebethal doch in Angriff nehmen.

Von Dirk Wurzel

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