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Döbeln Krippe, Kindergarten, Hort: Leisnigs Eltern müssen mehr bezahlen
Region Döbeln Krippe, Kindergarten, Hort: Leisnigs Eltern müssen mehr bezahlen
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12:04 05.07.2016
Die Beiträge für Krippe, Kita und Hort in Leisnig werden steigen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Leisnig

Dass die Eltern finanziell stärker belastet werden, ist eine Seite der Medaille. Nach Meinung der Leisniger Ratsmitglieder federt der Freistaat Sachsen die auf die Stadt dieses Jahr zukommenden Mehrkosten nur unzureichend ab.

Der variable, jährlich individuell pro Kommune festgelegte Landeszuschuss pro betreutem Kind steigt zwar, bleibt jedoch hinter der zu erwartenden Kostensteigerung weit zurück. Der Kommune droht ein Deckungsloch von rund 133.000 Euro.

Die höheren Elternbeiträge gleichen das bei Weitem nicht aus. Im Jahr 2016 gibt die Kommune Leisnig insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro aus, damit Kinder gut betreut werden. Es handelt sich um eine Pflichtaufgabe, an der die Kommune nicht vorbei kommt.

Ein Rechenbeispiel von Hauptamtsleiterin Sonja Heier anhand der Krippenbeiträge verdeutlicht: Der Freistaat Sachsen bekleckert sich bei seiner Kostenbeteiligung nicht gerade mit Ruhm. Bei 956,50 Euro Betriebskosten für die neunstündige Betreuung eines Krippenkindes sollen die Eltern ab August 202 Euro zahlen. Der Freistaat gibt 163,33 Euro dazu. Der „Rest“ bleibt an der Kommune hängen.

In Prozenten ausgedrückt heißt das: Während die Kommune 62 Prozent der Betriebskosten für einen Krippenplatz zahlt, tragen die Eltern 21 Prozent und der Freistaat 17 Prozent. Der Anteil der Eltern liegt also über dem des Freistaates. Nach der jüngsten Betriebskostenabrechnung für 2015 war zunächst nur von einer Beitragssteigerung im Krippenbereich die Rede. Doch weitere dieses Jahr unweigerlich nahende Kostensteigerungen veranlassen Verwaltung und Rat zu Beitragserhöhungen in allen Betreuungsbereichen. Wegen höherer Tarifabschlüsse ist rückwirkend zum Monat März mehr Lohn zu zahlen. Zudem will Sachsen die Zahl der zu betreuenden Kinder pro Erzieherin nach unten korrigieren: Es muss Personal eingestellt und bezahlt werden.

Im Stadtrat gab es zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen, mehrheitlich stimmten die Räte dem Beschlussvorschlag zu. Dieter Kunadt (Die Linke) verweigerter seine Zustimmung mit den Worten: „Der Freistaat zieht sich aus der Verantwortung und lässt die Kommunen hängen.“ Hans-Jörg Oehmig (CDU) regte an, die Stadt solle sich in einer Petition an den Freistaat gegen diese Ungleichverteilung der Lasten aussprechen.

Elternbeiträge ab 1. August 2016

Für ein Krippenkind bei einer Betreuungszeit von täglich neun Stunden liegt der Elternbeitrag zur Deckung der Betriebskosten derzeit bei 182,70 Euro und ab August bei 202 Euro.

Für ein Kindergartenkind bei einer Betreuungszeit von täglich neun Stunden liegt der Elternbeitrag zur Deckung der Betriebskosten derzeit bei 99,50 Euro und ab August sind 118 Euro geplant.

Für ein Hortkind bei einer Betreuungszeit von täglich sechs Stunden liegt der Elternbeitrag zur Deckung der Betriebskosten derzeit bei 58,60 Euro und ab August bei 74 Euro.

Von Steffi Robak

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