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Döbeln Kritik am Waldheimer Bauhof ebbt nicht ab: Mülltour soll nur ein Mitarbeiter abwickeln
Region Döbeln Kritik am Waldheimer Bauhof ebbt nicht ab: Mülltour soll nur ein Mitarbeiter abwickeln
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17:51 06.07.2016
Der Bauhof Waldheim stand (mal wieder) in der Kritik. Quelle: Wolfgang Sens
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Waldheim

Verbesserungsvorschläge für den Bauhof gibt es viele. Dieser hier erreichte Stadtverwaltung und Stadträte auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates im Tagesordnungspunkt „Bürgeranfragen“. Es müsse doch nicht sein, so ein Waldheimer, dass die Mitarbeiter des Bauhofes die Müllrunde zu zweit drehen. Einer fährt das Auto, der andere kippt den Inhalt der Papierkörbe auf die Ladefläche. „Das könnte doch einer alleine machen. Der eine leert die Papierkörbe, der andere macht was anderes“, schlug der um die Wirtschaftlichkeit des städtischen Bauhofs besorgte Bürger vor.

Zwei Mann sind sicherer unterwegs

Klingt zunächst plausibel. Aber führe die Müllrunde einer alleine, müsste der Mann bei jedem städtischen Papierkorb anhalten, den Motor ausmachen, den Gurt abschnallen, aussteigen, das Auto zusperren, den Papierkorb auskippen, das Auto wieder aufsperren, einsteigen, Gurt anlegen, Motor starten, zum nächsten Papierkorb fahren. Und dort wiederanhalten, Motor ausmachen und so weiter. „Diese Diskussion hatten wir schon mal“, sagt Waldheims Bauamtsleiter Michael Wittig, in dessen Fachbereich auch der Bauhof fällt. Er verweist auf Untersuchungen der Stadt. Die haben ergeben, dass es deutlich länger dauert, wenn ein Mitarbeiter allein die Papierkorb-Runde dreht. Außerdem ist es sicherer, wenn zwei Mann unterwegs sind. Denn der Fahrer müsste meist auf der dem Verkehr zugewandten Seite aussteigen, würde er die Mülltour alleine abwickeln.

Kommentar: Müllrunde zu zweit ist wirtschaftlich

Leute, es nervt! Die fortdauernde Kritik am Waldheimer Bauhof, die sich in immer neuen Facetten zeigt, wirkt langsam unerträglich penetrant und ist in keiner Weise geeignet, irgendwas zu verbessern. Zumal es bei der bisherigen Organisation der Müllrunde auch nichts zu verbessern gibt. Klar könnte auch einer alleine losziehen, und die Müllgebinde leeren, wie es möglicherweise die Mitarbeiter der Firmen machen, die andere Städte mit der Leerung beauftragt haben. Aber der Waldheimer Bauhof ist keine Firma, sondern Teil der Stadtverwaltung. Und der obliegen auch gewisse hoheitliche Aufgaben, wie die Straßenaufsicht.

Wie das einer alleine schaffen soll, dürfen die Kritiker dieser Verfahrenweise bei Gelegenheit gerne mal erklären. Man stelle sich das bitte mal vor: Der mit der Mülltour befasste Mitarbeiter „hetzt“ von Papierkorb zu Papierkorb, stellt den Motor ab, springt aus dem Fahrerhaus (theoretisch müsste er noch zusperren), leert den Papierkorb, steigt wieder ins Auto und fährt zum nächsten. Und ganz nebenbei soll er dann noch feststellen, wo ein Poller umgefahren, ein Straßenschild demoliert, eine Wand beschmiert ist, dies auch noch genau dokumentieren, damit gleich die Reparatur eingeleitet werden kann. Der Mann dürfte ja dann den ganzen Tag in Waldheim unterwegs sein, wenn er beide Aufgaben gewissenhaft erfüllen will. Insofern ist die Müllrunde des Bauhofes wirtschaftlich. Sie schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Das geht mit zwei Mann besser. Dirk Wurzel

Außerdem leeren die Mitarbeiter des Bauhofes nicht nur die Papierkörbe. Sondern sie üben auch die Straßenaufsicht auf den kommunalen Verkehrswegen aus. „Die Leute kommen ja überall hin“, erläutert Michael Wittig. Stehen noch alle Straßenschilder ordentlich, wo hat sich ein Schlagloch aufgetan, ist irgendwo ein Poller umgefahren, wo gab es Vandalismus inklusive Schmierereien? Diese und andere Fragen klären die Männer vom Bauhof, wenn sie unterwegs sind, um die öffentlichen Müllgebinde zu entleeren. Einer fährt, der andere hält die Augen offen. „Etwa 80 Prozent des Stadtgebietes decken wir so ab“, sagt Michael Wittig. Festgestellte Schäden tragen die Mitarbeiter dann in eine Art Mängelbuch und melden sie dem Bauhofleiter Romeo Moch. Der kann dann die Reparaturen planen. Am Konzept der Zwei-Mann-Mülltour wird sich darum nichts ändern. „Das bleibt auch so“, sagt Michael Wittig.

Nicht nur Kritik, sondern auch Lob

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) stellte sich bei der Kritik vor den Bauhof. „Ich bin mit dessen Arbeit zufrieden.“ Für die Arbeit der Bauhofleute bei den Sounds of Hollywood und für einen Mäh-Einsatz in Schönberg bekam die Stadt jetzt anerkennende Worte, sagt der Bürgermeister. „Bei all der Kritik tut es gut, auch mal Lob zu hören“, sagt Steffen Ernst.

Von Dirk Wurzel

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