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19:39 22.02.2012

Wie berichtet, hat der sächsische Verfassungsschutz im vergangenen Jahr sachsenweit 44 Konzerte von rechtsextremen Bands und Liedermachern registriert. Dazu zählen auch eine Veranstaltung im Raum Döbeln sowie mehrere Konzerte in unmittelbarer Nachbarschaft zum Altkreis. Das hat eine Anfrage der Linke-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz ergeben. In der Antwort von Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) ist auch das Konzert eines rechtsextremen Liedermachers in Döbeln vermerkt. Es wurde am 15. Oktober 2011 vom Netz "Freies Döbeln" veranstaltet.

In benachbarten Gemeinden des Muldentals scheint das Problem noch größer zu sein. Im Zschadraßer Ortsteil Hausdorf wurde ein Konzert im Januar 2011 vermerkt. Zwei weitere Konzerte in Hausdorf - mit Auftritten von "Sturmwehr" oder "Bloody Memory" - wurden verhindert. Insider wissen, dass es konkret um die Ortslage Zollwitz geht. Die Stadt Colditz taucht mit dem Ortsteil Möseln in der Auflistung auf.

Bei Auftritten von Gruppen mit vielsagenden Namen wie "Totalverlust" oder "Murder in Society" feierten laut Verfassungsschutz jeweils bis zu 100 oder mehr Rechtsextremisten zu den martialischen Gesängen.

Das Problem, vor dem die Behörden immer wieder stehen: Die Konzerte finden im Verborgenen statt - oftmals werden sie erst hinterher bekannt, manchmal auch gar nicht. "Nach meinem Kenntnisstand fanden in der vergangenen Zeit keine Konzerte statt", erklärt Katrin Dietze von der Stabstelle Extremismusbekämpfung im Landkreis Mittelsachsen. "Aber die Frage ist immer, ob man die Konzerte auch immer erkennt, in denen extremistische Texte gesungen werden. Hierbei bedarf es einer besonderen Sensibilisierung. Ein Patentrezept gibt es in der Präventionsarbeit des Extremismus nicht, im Gegenteil - alles sind Einzelfälle. Deshalb ist die Netzwerkarbeit wichtig, denn neben Vereinen arbeiten hier die Städte und Gemeinden und die Polizei zusammen."

Bereits seit Jahren versucht die rechtsextreme Szene auch mit Hilfe von Immobilienkäufen eine feste Struktur aufzubauen, um Räume für einschlägige Musikveranstaltungen zu bekommen. Im benachbarten Thüringen schlug das Thema erst vor kurzem wieder Wellen.

Bei potenziellen Immobilienkäufern ergeben sich durchaus Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund. Das gilt etwa für das Interesse an abseits gelegenen und schwer zugänglichen Grundstücken - oder bei Fragen nach leer stehenden Wohnhäusern mit Gaststätte in Autobahnnähe.

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