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Kübler und Niethammer: Betrieb läuft rund trotz Insolvenz

Wirtschaft Kübler und Niethammer: Betrieb läuft rund trotz Insolvenz

Bis zum Jahresende will der Insolvenzverwalter einen Investor für die Kriebethaler Papierfabrik gefunden haben. Derweil produziert das Unternehmen weiter.

Trotz Insolvenz laufen die Maschinen bei Kübler und Niethammer in Kriebethal.

Quelle: Sven Bartsch

Kriebethal. Trotz Insolvenz läuft der Betrieb in der Papierfabrik Kübler und Niethammer rund. Derzeit besichtigen mögliche Investoren das Werk in Kriebethal, wie der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl von der Kanzlei Beck und Partner, auf Nachfrage der DAZ berichtet. „Unter den Interessenten sind weltweit agierende Unternehmen“, sagt Dr. Ampferl. Gerüchte über einen baldigen Verkauf der Kübler und Niethammer AG weist er zurück. „Soweit sind wir noch nicht.“ Im Juni beginnt das ordentliche Insolvenzverfahren. Bis Ende des Jahres laufe die Investorensuche. So hat es der Insolvenzverwalter geplant. „Wir haben keinen Druck“, sagt Dr. Ampferl.

Nach wie vor bezieht Kübler und Niethammer Rohstoffe wie Altpapier und Chemikalien, die für die Papierherstellung notwendig sind. Der Betrieb läuft ganz normal weiter. Der Insolvenzverwalter ist positiv überrascht, wie gut der Betrieb organisiert ist und auf was für einen modernen Stand die Produktionsanlage ist. Er hat da schon ganz andere, runtergewirtschaftete Betriebe erlebt.

Wirtschaft im Umland profitiert von Papierfabrik

Kübler und Niethammer hatte im März Insolvenz beantragt. Laut Informationen der DAZ sei ein Investor abgesprungen. Dadurch sei die Firma in finanzielle Bedrängnis geraten. Dazu kommt der hart umkämpfte Papiermarkt. Vor 13 Jahren war die Papierfabrik schon einmal insolvent und hat sich aus eigener Kraft aus dieser Lage befreit. Kübler und Niethammer fertigen spezielles Papier für Etiketten und Magazinpapier für die Druckindustrie. Dieses stellt der Betrieb zu 100 Prozent aus Altpapier her. Seit 2012 hat das Unternehmen kräftig in die Technik investiert, unter anderem eine neue Papiermaschine für 20 Millionen Euro installiert. Der Betrieb hat rund 130 Mitarbeiter.

In Kriebethals Nachbarstadt Waldheim setzt vor allem die Waldheimer Speditionsgesellschaft (WSG) auf einen Erhalt des Produktionsstandortes in Kriebethal. „Uns würde das sehr treffen“, sagt deren Geschäftsführender Gesellschafter André Baldauf zum schlimmsten aller anzunehmenden Szenarien. Denn die WSG ist viel für Kübler und Niethammer unterwegs. Wenn so eine Firma in wirtschaftliche Bedrängnis gerät, zieht das natürlich Kreise bis zu den Dienstleistungsunternehmen. Auch die Gemeinde Kriebstein profitiert von der Papierfabrik. Vor allem, wenn es um die Anteile geht, die Kommunen aus der Einkommensteuer erhalten. Jeder Arbeitsplatz bringt der Gemeinde Geld, das sie dringend braucht.

Derzeit bekommt Kriebstein einen Anteil von einer halben Million Euro aus dem Aufkommen der gesamten Einkommenssteuer im Gemeindegebiet, die Arbeiter, Angestellte und Selbstständige auf das Geld entrichten, das sie als Lohn, Gehalt oder Einkommen verdienen. Da sind alle Arbeitsplätze eingerechnet.

Von Dirk Wurzel

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