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Kübler und Niethammer: Hoffnung und Zuversicht trotz Insolvenz

Wirtschaft Kübler und Niethammer: Hoffnung und Zuversicht trotz Insolvenz

Nicht nur die Gemeinde Kriebstein ist wirtschaftlich von Kübler und Niethammer abhängig. Aber trotz der Nachricht über die Insolvenz des Betriebes ist man an der Zschopau zuversichtlich, dass die Papierfabrik und die Arbeitsplätze bleiben.

Kübler und Niethammer hatte in jüngster Zeit viel in die Technik investiert. Darum sieht der Insolvenzverwalter gute Chancen, den Betrieb aus der Krise führen zu können.

Quelle: Sven Bartsch

Kriebethal/Waldheim. Trotz Insolvenz herrscht Zuversicht, dass die Papierfabrik Kübler und Niethammer wirtschaftlich wieder in sicheres Fahrwasser gelangt. Entlassungen sind nicht geplant. Von dem Betrieb profitieren auch die Gemeinde Kriebstein und ein großes Fuhrunternehmen in Waldheim. Etliche Waldheimer arbeiten zudem bei Kübler und Niethammer.

„Ich war als Insolvenzverwalter bereits in 700 Betrieben. Darunter war keiner, bei dem die Anlagetechnik auf so einem modernen Stand der Technik war, wie in Kriebethal. Jeder der Mitarbeiter ist Profi“, sagt Dr. Hubert Ampferl, Rechtsanwalt und vorläufiger Insolvenzverwalter der Kübler und Niethammer Papierfabrik AG. Er rechnet sich gute Chancen aus, die Firma wieder fit zu machen.

Immer kräftig investiert

Laut Informationen der DAZ sei ein Investor abgesprungen. Dadurch sei die Firma in finanzielle Bedrängnis geraten. Dazu kommt der hart umkämpfte Papiermarkt. „Da herrscht gerade großer Preisdruck. Zudem sind die Rohstoffpreise gestiegen“, erläutert Hubert Ampferl. Kübler und Niethammer fertigen spezielles Papier für Etiketten und Magazinpapier für die Druckindustrie. Dieses stellt der Betrieb zu 100 Prozent aus Altpapier her. Seit 2012 hat das Unternehmen kräftig in die Technik investiert, unter anderem eine neue Papiermaschine für 20 Millionen Euro installiert. „Von außen mag der Betrieb alt aussehen, aber innen ist alles tipptopp“, sagt Ampferl.

In Kriebethals Nachbarstadt Waldheim setzt vor allem die Waldheimer Speditionsgesellschaft (WSG) auf einen Erhalt des Produktionsstandortes in Kriebethal. „Uns würde das sehr treffen“, sagt deren Geschäftsführender Gesellschafter André Baldauf zum schlimmsten aller anzunehmenden Szenarien. Denn die WSG ist viel für Kübler und Niethammer unterwegs. Wenn so eine Firma in wirtschaftliche Bedrängnis gerät, zieht das natürlich Kreise bis zu den Dienstleistungsunternehmen. „Aber wir sind zuversichtlich, dass es in Kriebethal weitergeht und ein Investor gefunden wird“, sagt André Baldauf. Auch die Gemeinde Kriebstein profitiert von der Papierfabrik. Vor allem, wenn es um die Anteile geht, die Kommunen aus der Einkommensteuer erhalten. Jeder Arbeitsplatz bringt der Gemeinde Geld, das sie dringend braucht. „Wenn die Produktion weitergeht und es wird kaum einer entlassen, ändert sich da nichts“, sagt Kriebsteins Kämmerer Wolfgang Hein. Derzeit bekommt Kriebstein einen Anteil von einer halben Million Euro aus dem Aufkommen der gesamten Einkommenssteuer im Gemeindegebiet, die Arbeiter, Angestellte und Selbstständige auf das Geld entrichten, das sie als Lohn, Gehalt oder Einkommen verdienen. Da sind alle Arbeitsplätze mit drin. „Wenn die Hälfte der Industriearbeitsplätze wegbrechen würde, wäre das für uns eine Katastrophe“, sagt Wolfgang Hein. Aber er geht nicht davon aus, dass es soweit kommt, sondern dass Kübler und Niethammer die Krise meistert.

Vor 13 Jahren war die Papierfabrik schon einmal insolvent und hat sich aus eigener Kraft aus dieser Lage befreit. Derzeit fließen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter weiter, wie Ampferl sagt. Den Februar bezahle der Betrieb noch aus eigener Tasche, danach bekommen die Arbeiter und Angestellten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Am 1. Juni soll das Insolvenzverfahren offiziell beginnen – mit Beschluss des Amtsgerichtes Chemnitz. Hubert Ampferl hätte es gerne bis zum Ende des Jahres abgeschlossen und einen neuen Investor gefunden.

 

Von Dirk Wurzel

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