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Döbeln Künftiger Landesvater spricht in Döbeln
Region Döbeln Künftiger Landesvater spricht in Döbeln
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00:20 08.12.2017
Mathias Kretschmer vom Katholischen Arbeitskreis (links) und der künftige sächsische Landesvater Michael Kretschmer in der katholischen Kirche in Döbeln. Quelle: Foto: Steffi Robak
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Döbeln

„Das C in der CDU ist zerbeult“, sagt Mathias Kretschmer und stellt damit in den Raum, in der CDU-Politik spiele das „Christliche“ eine untergeordnete Rolle. Mathias Kretschmer, Vorsitzender des Katholischen Arbeitskreises Sachsen, hatte für eine Diskussion um das zerbeulte „C“ niemand Geringeren nach Döbeln eingeladen als Michael Kretschmer, der als Stanislaw Tillichs Nachfolger als Sachsens Ministerpräsident gilt.

„Vernünftiges“ Finanzausgleichsgesetz soll her

In der Döbelner katholischen Kirche diskutierten am Montag rund 30 Anwesende mit dem Generalsekretär der sächsischen CDU. Er kündigt an, mit vielem aufräumen zu wollen, was den Freistaat zuletzt an der Entwicklung hinderte. Die Bürgermeister der Region Döbeln wird es freuen zu hören, dass sich der künftige Landesvater outet als Befürworter eines Finanzausgleichsgesetzes, das eine „vernünftige“ Ausstattung der Kommunen mit sich bringt. Wobei undefiniert bleibt, was Kretschmer unter „vernünftig“ versteht. Zwangseingemeindungen jedenfalls solle es nicht geben.

Mit Breitband raus aus dem Kriechgang

Die schleppend in Gang gekommene Breitbandanbindung ans Internet sei dringend zu beschleunigen, der öffentliche Personennahverkehr so auszubauen, dass ländliche Regionen nicht abgehängt sind. Großes Augenmerk will er legen auf die medizinische Versorgung sowie Pflege im Alter. Er meint damit, dass die Menschen zu Hause alt werden sollten. Deshalb sei das familiäre Umfeld einzubinden in die Pflege – was nach sich zieht, dass Pflege und Beruf miteinander vereinbar sind. Früher war das zu hören im Zusammenhang mit Kindererziehung und nannte sich „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Jetzt fällt ein Schlaglicht mehr auf ältere Familienmitglieder.

Bei Pflege die Familie in die Pflicht nehmen

Was laut Kretschmer nicht in Frage kommt: Dass ein Familienmitglied freigestellt wird für die Pflege eines Angehörigen, „denn wer soll dann arbeiten gehen und in die Sozial- und Pflegekassen einzahlen?“ Mit Kretschmer kommt also durchaus etwas zu auf die Sachsen.

Migration und Interesse an Religion hängen zusammen

Um auf das „C“ für „christlich“ zurückzukommen: Der Görlitzer Kretschmer, bekennender Protestant, favorisiert eine zweite wöchentliche Unterrichtsstunde im Fach Religion. Er erkennt einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Migrationsbewegungen in Richtung Europa und der zunehmenden Besinnung der Sachsen auf religiöse Grundwerte als Bestandteil ihrer Kultur: „Grundzüge der zehn Gebote finden sich im Grundgesetz, welches ein friedfertiges Miteinander regelt. Darauf wollen die Menschen bauen.“

Sachsens harter Kurs bei Abschiebung soll bleiben

Eine steigende Zahl an Menschen suche in der Auseinandersetzung mit der Religion nach dem kulturellen Fundament, auf dem sie den Herausforderungen einer sich wandelnden Zeit gewachsen sind. Dazu gehöre die Migration. Kretschmer macht in Döbeln deutlich, Sachsen solle den harten Kurs beim Thema Abschiebung beibehalten. Er bezieht sich auf das Beispiel unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber, da dies im Publikum angesprochen wird.

Deutschlands Hilfe-Möglichkeiten konzentrieren

„Das Asylgesetzt ist bei den alleinreisenden unter 18 -Jährigen aufgeweicht. In Deutschland werden sie bis zur Volljährigkeit in staatliche Obhut genommen, ungeachtet der Aussicht auf Asyl. Leider unterstützt das organisierte kriminelle Strukturen, Stichwort Schlepper. Junge Leute werden nämlich von ihren Familien gezielt geschickt, zu dem Zweck, hier zu arbeiten oder ihre Familien nachzuziehen beziehungsweise beides. So schlimm es klingt: Das sollten und dürfen wir nicht fördern, sondern Deutschlands Hilfe-Möglichkeiten auf jene konzentrieren, deren Asyl- oder Flüchtlingsstatus auf behördlichem Weg festgestellt wurde.“

Hintergrund Katholischer Arbeitskreis

Der Katholische Arbeitskreis in der CDU Sachsen mit etwa 60 Mitgliedern wurde im Sommer 2015 in Klosterbuch gegründet. Vorsitzender ist Mathias Kretschmer aus Leisnig. In der Gruppe setzen sich katholische Bürger aus ganz Sachsen für katholische Wertvorstellungen in der Politik der Sächsischen Union ein. Der Freistaat Sachsen ist das einzige Bundesland, wo ein derartiger Arbeitskreis anerkannt und mit einem Sitz im erweiterten Vorstand der Landes-CDU verankert ist. Sind zum Beispiel Gesetzesvorlagen zu erarbeiten, holt der Vorstand die Stellungnahme vom Katholischen Arbeitskreis ein.

www.ka-sachsen.de

Von Steffi Robak

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