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Künstler Enrico Marczi zeigt Bilder der letzten Jahre

Künstler Enrico Marczi zeigt Bilder der letzten Jahre

Eine Werkschau mit dem ungewöhnlichen Titel "Passiert mich" hat gestern Abend der Künstler Enrico Marczi in den Atelierräumen im Döbelner Postkeller eröffnet.

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Enrico Marczi im Aufbruch. Einmal real mit seinen Malutensilien und einmal im noch unvollendeten Selbstbildnis.

Quelle: W. Sens

Döbeln. Noch bis Freitag nächster Woche sollen dort die Werke zu sehen sein, die das Kunstschaffen des jungen Malers in der Zeit von 2007 bis zur Gegenwart abbilden.

Vor allem sind Personen und Porträts zu sehen, Landschaften sollen sich noch hinzugesellen. Es sind oft kritische, nachdenklich stimmende Werke. "Ich bin kein Schöne-Bilder-Maler." Ein Jesusbild hat Marczi erst gestern fertig gestellt, die Farbe ist noch nicht trocken. Als Vorlage dafür dienten ihm jene Jesus-Abbildungen auf Keramikschildchen, wie sie überall in Spanien über Hauseingängen angebracht sind und die er bei seinen wiederholten Jakobsweg-Wanderungen gesehen hat. Marczi malte jedoch anstelle des Herzes, das Jesus sonst oft in der Hand hält, ein Licht. Und er malte Gottessohn nicht in vornehmen Gewändern, sondern im "Kartoffelsack".

Die Keramikbildchen gaben schließlich den Ausschlag für den Titel der Werkschau. "Früher bedeutete der Jesus über der Tür, dass man eintreten konnte, vielleicht ein Stück Brot bekam. Heute geht man nur noch vorbei", erzählt der Künstler. "Passieren" hat also in dem Fall nichts mit "Geschehen" zu tun, sondern leitet sich vielmehr vom Wort Passage ab. Marczi: "So wie ich an den Dingen vorbei laufe, sie sehe und dann im Bild festhalte, so kann der Besucher der Schau an meinen Werken, also im Prinzip an mir vorbei laufen. Passiert mich!"

Ein noch unvollendetes, großes Bild zeigt den Künstler Enrico Marczi im Aufbruch. Pilgerstab und Rucksack rechts unten zeigen eindeutig, wohin die Reise gehen soll. Wieder entlang des Jakobsweges. Eigentlich, so hieß es, sollte die gestrige Eröffnung der Schau gleichzeitig eine Abschiedsparty sein. Ob er aber tatsächlich noch dieses Jahr los pilgert, will Marczi vom Wetter abhängig machen. "Wenn die Temperaturen weiter so stark fallen, gehe ich erst im Frühjahr. Bei der Kälte komme ich nicht mehr über die Pyrenäen. Es sind Minusgrade im zweistelligen Bereich angekündigt. Und fahrlässig bin ich nun wirklich nicht." Aufbrechen werde er trotzdem bald nach Santiago de Compostella. Und wenn es mit dem Flugzeug ist.

Olaf Büchel

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