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Döbeln Künstliche Knie und Hüften in guten Händen
Region Döbeln Künstliche Knie und Hüften in guten Händen
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14:07 10.03.2016
Spezialist für künstliche Knie- und Hüftgelenke: Dr. Ronald Otto. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig/Hartha

Mit Dr. Ronald Otto arbeitet seit Kurzem ein Spezialist für Knie- und Hüftgelenks-Endoprothesen an der Leisniger Helios-Klinik. Der Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie bietet zudem seit 4. März in der Harthaer Außenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums Schönbach seine Sprechstunde an. Freitags 8 bis 16 Uhr können Patienten mit einer entsprechenden Überweisung in die Geschwister-Scholl-Straße kommen.

Geboren und aufgewachsen in Penig, sammelte der passionierte Bergsteiger, Wanderer und Säbelfechter auch seine ersten Erfahrungen im Peniger Krankenhaus: „Als Jugendlicher war ich dort zur Ferienarbeit. Diese Bestand mehr oder weniger aus dem Ausschenken von Tee. Und einmal durfte ich einen Jungen nach dem Krankenhausaufenthalt nach Hause begleiten. Da muste er nicht alleine im Krankenwagen sitzen“, sagt Otto. Dass der heute 60-Jährige den Alltag in einer medizinischen Einrichtung früh kennen lernte, prägte seinen Berufswunsch. Nach drei Jahren Wehrdienst und dem anschließenden Studium trat er seinen Dienst als Chirurg im Krankenhaus in Penig an.

Konsequenz aus Schließung in Mittweida gezogen

Noch bevor das Krankenhaus 1991 schloss, wechselte Otto nach Rochlitz, wo er am dortigen Krankenhaus der Landkreis Mittweida Krankenhaus GmbH zuletzt eine Chefarztstelle inne hatte. „Die konzeptionale Entwicklung, wie sie vom Träger verfolgt wird, kann ich nicht mit tragen und habe meine persönlichen Konsequenzen gezogen.“ In Rochlitz kämpfte Otto lange für den Erhalt des Krankenhauses.

Die Landkreis Mittweida Krankenhaus GmbH steht heute unter der Regie des Landkreises Mittelsachsen. Die GmbH betrieb Krankenhäuser an den Standorten Mittweida, Rochlitz und Frankenberg, wobei der Krankenhausbetrieb in Frankenberg bereits zum 31. Dezember 2013 eingestellt und dortige Abteilungen auf Mittweida und Rochlitz verteilt wurden. Rochlitz wurde im Dezember 2015 geschlossen, die dortigen Abteilungen nach Mittweida verlegt. Ronald Otto ist einer von mehreren Medizinern, die sich mit ihrer Kündigung dem Umzug nach Mittweida verweigerten. In Leisnig ist er nun Oberarzt im „Departement für Unfallchirurgie und Orthopädie“ und damit in einem Spezialbereich, in welchem er mit seinem Wissen das Team um Oberarzt Reinhard Junghans verstärken kann.

20 Jahre Erfahrung in Endoprothetik

In den vergangenen 20 Jahren und damit nach der Wendezeit befasste sich der Chirurg Ronald Otto verstärkt mit Endoprothetik. Zum ersten Mal habe er eine solche Operation im Chemnitzer Krankenhaus gesehen. In einer bayrischen Fachklinik holte er sich das fachliche Können und hat mittlerweile rund 1500 Hüften mit künstlichen Gelenken versorgt.

Auslöser für eine solche Operation seien neben Verschleiß in noch höherem Maße Schenkelhalsfrakturen bei älteren Menschen. „Zu DDR-Zeiten wurde es dabei belassen. Die Patienten kamen in den Rollstuhl, dann zum Liegen – so war das Prozedere. Endoprothesen gab es damals schon. Sie mussten importiert werden. Dies geschah vergleichsweise selten.“ Er selbst erinnert sich noch an den ersten Patienten mit einer von ihm implantierten Hüftgelenksprothese. „Der Mann ist heute 87 Jahre alt und topp fit.“ 1998 begann Otto damit, künstliche Kniegelenke zu implantieren. Dies ist häufig nach Verschleißerscheinungen, der Arthrose, vonnöten.

Helios stockt Kapazität auf

Mit der Wendezeit und bis heute wandelte sich der Umgang mit dem Thema Endoprothetik. Die Patientenzahlen nehmen zu. Das liegt nicht daran, dass die Menschen hinfälliger werden. Stattdessen seien ältere Menschen heute aktiver, würden auch trotz Schenkelhalsfrakturen oder Kniearthrose vom Leben noch etwas erwarten und möchten weiter aktiv bleiben. Deshalb werde die Kapazität am Helios-Krankenhaus in Leisnig ausgebaut.

Otto betrachtet es für sich und seine früheren Rochlitzer Patienten als Glücksfall, dass er jetzt in relativer Nähe zu seiner früheren Wirkungsstätte arbeitet: „ Ich kehre meinen früheren Patienten nicht den Rücken. Sie können mich auch im MVZ Hartha aufsuchen.“ Seine Arbeit dort biete ihm zudem die Möglichkeit, nicht allein die ambulante Versorgung zu gewährleisten, sondern im Falle einer nötigen Operation diese selbst vorzunehmen und die Nachsorge im Blick zu haben.

„Die Implantation bleibt immer die letzte noch gangbare Möglichkeit in der Therapiekette“, stellt Otto klar. Medikamente und Physiotherapie seien die erste Wahl, dazu die Bewegung des Gelenks. Denn das sei eine Voraussetzung dafür, dass der Knorpel ausreichend versorgt wird. Es gelte noch immer der Grundsatz, nicht zu zeitig zu implantieren.

Von Steffi Robak

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