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Kuh und Kalb haben sich von 30-Meter Sturz bestens erholt

Wunder von Leisnig Kuh und Kalb haben sich von 30-Meter Sturz bestens erholt

Im Herbst vergangenen Jahres stürzte eine trächtige Kuh in Leisnig 30 Meter in die Tiefe und löste einen ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz aus. Das Kälbchen ist nun mittlerweile drei Monate alt. Die Blessuren der Mutter sind noch immer nicht ganz verheilt aber sonst geht es dem Rindvieh bestens.

Ein Striemen zeugt noch immer vom Sturz der Kuh aus 30 Meter Höhe und machte Schlagzeilen. Landwirt Joachim Arnast hatte Leisnigs berühmestes Rindviel am Freitag samt Nachwuchs für die DAZ mal kurz auf die Weide getrieben. Denn sonst stehen seine Tiere derzeit drinnen. Im Stall ist es wärmer.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. In trauter Eintracht grasen Mutter und Sohn auf einer Wiese bei Leisnig. Für die DAZ hat Landwirt Joachim Arnast die Kuh und das etwa drei Monate alte Bullenkalb extra auf die Weide getrieben und dann auch wieder in den warmen Stall zurückgebracht.

Kuh und Kalb sind nicht irgendwelche Rindviecher. Sie sind das Wunder von Leisnig. Hielten Ende September vergangenen Jahres die Nachbarschaft am Schlossberg in Atem und sorgten für einen der ungewöhnlichsten Feuerwehreinsätze in der jüngsten Geschichte der Stadt auf dem Berge. Das Tier stürzte mit dem ungeborenen Kalb im Mutterleib einen etwa 30 Meter hohen Abhang hinunter, blieb in einem schmalen Spalt von etwa einem halben Meter Breite zwischen einer Garagenwand und einer Stützmauer rücklings liegen. Nahezu unverletzt überlebten Kuh und ungeborenes Kalb diesen Absturz. „Ich bin seit 44 Jahren bei der Feuerwehr, aber so einen Einsatz hatte ich nicht, bei dem ich eine 800 Kilo schwere Kuh rücklings liegen sehe“, sagte der Leisniger Stadtwehrleiter Bernd Starke damals . Mit einem Dutzend Kameraden rückte er zur Absturzstelle aus. „Einsatz wegen der fliegenden Kuh“, sagte Bernd Starke dazu. Zunächst sicherte die Feuerwehr das Rindvieh mit Seilen, dann richteten sie das Tier unter Anleitung des Tierarztes wieder auf.

In der Weide steckt viel Arbeit

Während der kleine Bulle über die Wiese rennt, begutachtet die Mutter mit großen Augen den Besuch an der Koppel. „Auf dem Rücken hat sie noch eine Wunde. Aber das verheilt auch“, sagt Joachim Arnast und zeigt auf eine rote Stelle auf dem Rücken des Tieres. Dort fehlt ein Stückchen Fell. Etwa so groß wie eine Untertasse ist die Stelle. Ein langer Schmiss über die Flanke des Tieres rührt ebenfalls vom Hangrutsch. „Das wächst sich aber mit dem Fell noch heraus“, sagt Joachim Arnast.

Seit 1993 betreibt er die Rinderzucht bei Leisnig. Früher war das Sperrgebiet. Die in Leisnig stationierten Truppenteile der Roten Armee nutzten das Gelände wohl als Fahrschule. Die ehemalige Fahrzeughalle ist jetzt der Rinderstall. Die Mauer aus Beton-Elementen ist auch noch original sowjetisch. Nach langem Hin und her bekamen die Arnasts Mitte der 1990er Jahre ihr Land zurück, alles in allem etwa 16 Hektar. Es wieder als Ackerland einzurichten, hätte zuviel Geld gekostet. Also wurde Grünland draus – Futter für die Kühe. Bevor diese grasen konnten, musste Joachim Arnast das Gelände aber noch planieren lassen. Es steckt also viel Arbeit in den Wiesen.

Mittlerweile hält Joachim Arnast etwa 70 Mutterkühe für die Fleischproduktion. Auch wenn es idyllisch und niedlich wirkt, wie Mutter und Kalb in trauter Eintracht auf der Wiese grasen. Wenn der kleine Bulle schlachtreif ist, werden Rouladen, Steaks und Wiener Schnitzel draus. Bis vor einigen Jahren hatte Joachim Arnast die Kühe der Milch wegen gehalten. Aber dabei steht ja bekanntermaßen der Aufwand in einem schlechten Verhältnis zu Nutzen. So sattelte der Landwirt auf Fleischproduktion um.

Von Dirk Wurzel

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