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Döbeln Hartha: Kuntze Instruments zieht nach Sachsen
Region Döbeln Hartha: Kuntze Instruments zieht nach Sachsen
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19:55 09.02.2018
Dem Glasbläser Holger Fischer schauen die Geschäftsführer Frank Kuntze (links) und Andreas Auer über die Schulter. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

Man braucht sie für die Orchideenzucht, für die optimale Zusammensetzung von Hühner-Trinkwasser, fürs Olympia-Wettkampfschwimmbecken oder in der Lackiererei großer Automobilkonzerne – Glas-Sensoren für die Mess- und Regeltechnik. Diese werden ab jetzt im Gewerbepark Hartha Süd hergestellt, an der neuen Produktionsstätte des Unternehmens Kuntze Instruments.

Geschäftsführer Frank Kuntze kann mit Fug und Recht behaupten, dass es sich bei der mehr als 73 Jahre alten Firma um ein Familienunternehmen handelt: Großvater Arthur gründete es. Frank Kuntze und seine Schwester führen es am Standort im nordrhein-westfälischen Meerbusch in dritter Generation. Dort werden die Apparate montiert, in welche die in Hartha gefertigten Sensoren eingebaut sind.

Deutschlandweit einzigartiger Fachkräftepool

Aber warum in Hartha? Das erklärt Andreas Auer, der ebenfalls als Geschäftsführer fungiert, mit einem Sprichwort: „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen.“ Rund um die die Nachbarstadt Waldheim existiert – historisch bedingt – ein deutschlandweit einzigartiger Fachkräftepool an technischen Glasbläsern. „Nirgends in Deutschland sind derart spezialisierte Fachkräfte zu finden“, nennt Auer den Grund.

Weg nach Sachsen die notwendige Konsequenz

Im Meerbuscher Unternehmen schieden die Glasbläserfachkräfte aus Altersgründen aus, ohne dass sie rechtzeitig durch frisch ausgebildete Nachfolger hätten ersetzt werden können. Der Schritt nach Mittelsachsen, Hochburg der technischen Glasbläserei, war eine notwendige Konsequenz. Schließlich geht es nicht um bunte Christbaumkugeln, stattdessen um die technische Basis für hochpräzise Mess- und Analyseinstrumente.

Geheimnis von Professor Kurt Schwabes Erbe

Dass die Fachkräfte ausgerechnet in den Breiten rund Hartha und Waldheim zu finden sind, geht auf das 1944 in Meinsberg bei Waldheim gründete „Forschungsinstitut für chemische Technologie“ zurück. Seit 1990 heißt es „Kurt-Schwabe-Institut“. Dessen Gründer, Professor Kurt Schwabe, war bis zu seinem Tod 1983 dessen Leiter. Sensoren aus Glas, eingesetzt für die Analyse von Flüssigkeiten, wurden über Jahrzehnte hinweg im Hause Schwabe gefertigt.

Ein Auge auf ostdeutsche Spezialisten

Nicht alleine das heutige Forschungsinstitut, das den Namen des hochrangigen Wissenschaftlers trägt, ging daraus hervor. Auch die Sensortechnik Meinsberg, mittlerweile ein Unternehmen der Xylem Analytics Germany Sales GmbH & Co. KG, geht auf Schwabe zurück. In den Jahren nach der DDR-Zeit griffen weitere Unternehmen auf das regional verankerte Fachwissen im Bereich der technischen Glasbläserei zurück. Nun entdeckt mit Kuntze Instruments aus Meerbusch ein nächstes Unternehmen den hiesigen Spezialistenpool.

Kuntze Instruments will in Hartha wachsen

Insgesamt, so Auer, gebe es deutschlandweit etwa sechs Unternehmen, die derartige, extrem anwenderspezifische Lösungen anbieten und sich dafür der Wertschätzung der Kundschaft erfreuen. Produziert werde für weltweite Abnehmer im angelsächsischen Raum ebenso wie etwa für Asien. Mit einem Mitarbeiter in Hartha gestartet, arbeiten dort jetzt eine Handvoll Angestellte. Zirka 10 000 Sensoren werden jährlich am Standort im Gewerbepark Süd gefertigt. „Wir wachsen weiter“, sagt Auer. Zur Geschäftseröffnung war neben Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser vor Ort. Der Gewerbepark Süd wird mit der Ansiedlung um eine Facette reicher.

Von Steffi Robak

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