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Kurt-Schwabe-Institut in Meinsberg forscht an Sensoren der nächsten Generation

Richtung Zukunft Kurt-Schwabe-Institut in Meinsberg forscht an Sensoren der nächsten Generation

Das Kurt-Schwabe-Institut forscht seit 70 Jahren in Meinsberg und hat sich zum Tag der offenen Tür in die Karten blicken lassen. Beleuchtet wurden Einsatzgebiete moderner Sensoren und in welche Richtung es in Zukunft gehen kann.

Das Kurt-Schwabe-Institut forscht seit 70 Jahren in Meinsberg und hat sich zum Tag der offenen Tür in die Karten blicken lassen.

Quelle: Sven Bartsch

Meinsberg. Ein Annäherungssensor schaltet das Display aus, wenn das Gerät ans Ohr gehoben wird. Der Helligkeitssensor regelt die Bildschirmbeleuchtung. Beschleunigungssoren greifen bei der Navigation unter die Arme, während ein Fingerabdruckssensor das Gerät entsperrt und ein Barometer die Wettervorhersage noch genauer werden lässt. Genau das spielt sich in diesem Moment in der Hosentasche von Millionen von Menschen ab. Smartphones sind bis unter den Einschalter mit hochmoderner Technik ausgestattet. Sensoren sind dabei ein elementarer Bestandteil. Oft für den Betrachter nicht sichtbar haben sie zunehmenden Einfluss auf unseren Alltag. An damit verwandter Technik arbeitet auch das Kurt-Schwabe-Institut seit nunmehr 70 Jahren in Meinsberg. Zur Feier des Tages ließ man sich deswegen am Wochenende zum Tag der offenen Tür über die Schulter blicken.

Während das Institut seinem ursprünglichen Gebäude entwachsen ist und sich zusätzlich in einem Neubau ausbreitet, zeigt der Trend in der Sensorbranche genau in die andere Richtung. Die Miniaturisierung der Sensortechnik schafft kürzere Wege. Informationen können direkt vor Ort interpretiert werden und müssen nicht erst den Weg übers Labor gehen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und gar nicht so außergewöhnlich. Institutsdirektor Michael Mertig führt beispielhaft die Wasserhärte an: „In der Region ist das Wasser sehr hart. Das führt dazu, dass Kaffeemaschinen oder Spülmaschinen Zusatzmittel benötigen.“ Für die entsprechende Zusammensetzung sorgen die Messergebnisse eines Sensors. Auch verschiedene Konzentrationen an Arzneimittelrückständen im Trinkwasser können so sichtbar gemacht werden. Dazu bedient man sich in Meinsberg unter anderem der sogenannten Ganzzellsensorik – einer Kultur von Mikroorganismen, die Schadstoffe erkennen und anzeigen können. Auch die Brauereibranche bleibt von den Forschungsergebnissen des Kurt-Schwabe-Instituts nicht unberührt. Sensorik aus Meinsberg kann den Bitterstoffgehalt im Bier messen und Wasser etwa auf Schwermetallverunreinigungen hin prüfen.

Beim Blick in die sensorische Zukunft gerät Michael Mertig ins Schwärmen: „Neue Systeme zur medizinischen Frühdiagnose können bei der Pflege älterer Menschen helfen und zur Früherkennung von Diabetes bei Kindern beitragen.“ Dabei kann etwa eine sogenannte intelligente Toilette zum Einsatz kommen, die schon durch die Häufigkeit ihrer Nutzung Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand ihres Besitzers zulässt und melden kann. Bis dahin muss noch das Problem gelöst werden, wie die dabei erhobenen privaten Daten abgespeichert werden. „In Deutschland sehe ich aber eine positive Entwicklung. Die Bereitschaft ist da“, meint Mertig abschließend.

Von André Pitz

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