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Döbeln Kutsche aus dem Erzgebirge jetzt in Littdorf – weil sie Roßweiner Achsen hat
Region Döbeln Kutsche aus dem Erzgebirge jetzt in Littdorf – weil sie Roßweiner Achsen hat
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00:19 06.07.2017
Diese restaurierte Kutsche hat Hendrik Seibt aus Geleneau dem Heimatmuseum Littdorf zur Verfügung gestellt. Quelle: Foto: Andreas Klößer
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Niederstriegis/Littdorf

Von A wie alte Armbrust bis Z wie Zuckerdose aus Porzellan – im Heimatmuseum Littdorf mit der Museumsschmiede herrscht eine sehr große Vielfalt an Exponaten aus alter Zeit. Auch die Schau an landwirtschaftlichen Großgeräten ist umfangreich und sehenswert. Doch weil die Ausstellungsflächen erschöpft sind, müssen die Mitglieder des Heimatvereins Niederstriegis die Hände heben, was die Annahme weiterer großer Geräte betrifft.

Was den Heimatfreunden allerdings noch bis vor kurzem in ihrer Sammlung fehlte, war eine Kutsche. Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass der Verein jetzt eine solche präsentieren kann – ab sofort ist im Littdorfer Museum eine Hinterlader-Kutsche als Dauerleihgabe zu bestaunen.

Vereinsvorsitzender Andreas Klößer beschreibt, wie das Schmuckstück nach Littdorf kam: „Als unser Mitglied Jürgen Wehner im Erzgebirge Urlaub machte und die einheimische Presse las, da entdeckte er einen interessanten Artikel.“ In dem Beitrag ging es unter anderem darum, dass ein gewisser Hendrik Seibt aus Gelenau im Erzgebirge für seinen restaurierten Kutschenwagen mit Verdeck aus dem Jahr 1890 ein Museum suchte, das Interesse daran hat, den Hinterlader auszustellen. Klößer: „Unser Jürgen hat daraufhin sofort bei Hendrik Seibt und erste Kontakte geknüpft. Beim Treff aller Vereinsmitglieder zum Arbeitseinsatz erzählte und Jürgen Wehner dann die ganze Geschichte und den Zeitungsartikel hatte er auch gleich mitgebracht.“ Die Niederstriegiser Heimatfreunde mussten nicht lange überlegen, ob sie sich dafür bewerben sollten. Mit einem eindeutigen Ja aller Mitglieder setzte sich Andreas Klößer gleich am nächsten Tag mit Kutschenbesitzer Hendrik Seibt in Verbindung. Bei einem längeren Gespräch kam heraus, dass die größeren Museen der Umgebung zwar kein Interesse an dem Wagen zeigten, aber ein anderer Verein aus Annaberg durchaus ein Auge darauf geworfen hatte.

Dann berichtete Hendrik Seibt von einer Entdeckung, die den Ausschlag für die Niederstriegiser geben sollte. Denn bei der Renovierung des Kutschenwagens, die sehr viel Zeit und Geld verschlungen hatte, stellte der Gelenauer fest, dass die Achsen der Kutsche aus Roßwein stammen. „Das war natürlich für uns ein großer Vorteil“, sagt Klößer. Als der Vereinsvorsitzende Hendrik Seibt erzählte, dass zum Dorfmuseum eine alte Achsenschmiede aus dem Jahr 1886 gehört und zu den Ausstellungsstücken einige alte Achsen aus dieser Zeit zählen, war eigentlich für alle klar: der Wagen muss nach Littdorf, das zudem ja auch zu Roßwein gehört.

Nun stellte sich die Frage, wo die Kutsche den richtigen Platz findet. Doch darauf gab es schnell eine Antwort: die Vereinsmitglieder räumten den Beschlagraum auf und fanden so die passenden Stelle für den Hinterlader. Mit Hilfe des Sportvereins Grün Weiß Niederstriegis und des Roßweiner Bauhofes konnten die Heimatfreunde mit einem Anhängergespann die Kutsche aus Gelenau abholen. Andreas Klößer: „Wir bedanken uns für die problemlose Unterstützung und vor allem bei Hendrik Seibt für seine Leihgabe.“

An diesem Wochenende sind das Heimatmuseum und die Museumsschmiede in Littdorf, An der Schnauder 21, von 14 bis 17 geöffnet. Dann können die Besucher die fast 130 Jahre alte Kutsche bewundern.

Von Olaf Büchel

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