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Döbeln Ladenhüter Ehrenamtskarte
Region Döbeln Ladenhüter Ehrenamtskarte
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19:30 28.11.2012
Döbeln

Stadträte von Linkspartei, FDP und Freien Wählern haben Kolbes Antrag mit unterschrieben und so ist der junge Mann optimistisch, dass die Ehrenamtskarte vielleicht schon im Dezember-Stadtrat beschlossen werden kann. Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) teilt den Optimismus des SPD-Stadtrates nicht. Er hält die Ehrenamtskarte für einen Ladenhüter und ärgert sich, dass damit seiner Meinung nach bei den Ehrenamtlichen bei THW, Freiwilliger Feuerwehr und DRK jetzt Erwartungen geweckt werden, die die Karte nicht erfüllt. "Wir haben die Anträge und die Kartenrohlinge für die Sächsische Ehrenamtskarte in einer Kiste rumliegen, haben sie den Vereinen angeboten. Das Interesse ist gleich null", so Egerer. Der junge SPD-Stadtrat grabe mit Unterstützung des SPD-Landtagsabgeordneten Henning Homann mit der Karte eine Leiche aus, die seit drei Jahren keiner haben will.

Die vom Oberbürgermeister beschrieben Kiste gibt es tatsächlich im Büro von Sportamtsmitarbeiter Michael Thürer. "Gültig bis 31.12.2012" steht auf den Kartenrohlingen mit dem Emblem des Freistaates Sachsen. Zum internationalen Tag des Ehrenamtes am 5.Dezember 2009 präsentierte das sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz die Ehrenamtskarte. Sie sollte etwas Neues sein und die Ehrenamtlichen entsprechend würdigen. Die Gemeinden wurden damit offenbar völlig überrascht. Bis heute verstauben die Karten in vielen Rathäusern. Nur wenige Bürger zeigten überhaupt dafür Interesse. Das kann auch Michael Thürer vom Döbelner Sportamt bestätigen. Nur vom ESV Lok gab es in den letzten drei Jahren mal eine Nachfrage und das obwohl wir die Ehrenamtskarte des Freistaates seinerzeit bei unseren Vereinen schon publik gemacht haben", so Thürer.

Der Grund für das Desinteresse an der bisherigen Ehrenamtskarte könnte aber auch am recht überschaubaren Nutzen liegen. Im Landkreis Mittelsachsen gibt es mit der Karte mittwochs etwas Rabatt auf den Eintritt der Burgen Kriebstein und Mildenstein. Auch in den Dresdner Museen oder im Leipziger Grassi-Museum gibt es mit der Karte nur wochentags ermäßigten Eintritt. Lediglich im Naturbad in Weinböhla ist mit der Karte der Eintritt gänzlich frei (Ersparnis: ein Euro). Am lukrativsten ist ein 20-prozentiger Rabatt für den Karteninhaber und bis zu drei Freunde oder Vereinsmitglieder im Vergnügungspark Belantis. Demgegenüber steht ein aufwendiger Antrag für die Ehrenamtskarte, bei dem in den letzten drei Jahren mindestens 250 ehrenamtlich geleistete Stunden pro Jahr (im Schnitt also fünf pro Woche) vom Verein oder der Organisation bestätigt werden müssen.

SPD-Stadtrat Sylvio Kolb hält die Ehrenamtskarte dennoch für eine gute Idee. "Natürlich muss man die Karte bewerben und Partner vor Ort gewinnen, die den ehrenamtlich Tätigen Rabatte einräumen. Das muss keine Frage des Haushaltplans der Stadt sein, sondern wohl eher eine Frage der Lauferei und des Abklapperns möglicher Partner", so Kolb

Sein Stadtratskollege und CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser ist aus einem anderen Grunde von der Stadtratsinitiative der SPD nicht begeistert. "Die CDU/FDP-Regierung will im Doppelhaushalt 2013/14 des Freistaates Sachsen die ehrenamtliche Arbeit in der Jugendarbeit, im Katastrophenschutz, in der Feuerwehr, in Kinderschutzorganisationen und Sportvereinen mit einer Million Euro zusätzlich fördern. Unter dem Dach des Landesprogrammes ,Weltoffenes Sachsen' sollen dafür Mittel zur Demokratieförderung verwendet werden. Diese Umschichtung und deutliche Aufstockung des Landesprogrammes wird nun jedoch von der SPD-Opposition im Landtag lautstark kritisiert und zynisch als ,Gift für die Demokratieförderung' bezeichnet. Als ob Gelder für Jugendfeuerwehren und Sportvereine schädliches Gift wären", so Liebhauser. Die SPD sei in dieser Frage offensichtlich gespalten: "In Döbeln setzt sie sich mit dem Landtagsabgeordneten Henning Homann für die Ehrenamtskarte ein und greift vor Ort eine Idee der CDU-geführten Landesregierung auf. Das ist zweifellos begrüßenswert, denn ehrenamtliche Arbeit kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden. Auf Landesebene aber kritisieren die Sozialdemokraten dagegen genau jene Mittelumschichtung zugunsten ehrenamtlicher Arbeit, wie sie die Regierung geplant hat.", ärgert sich Liebhauser.

-Kommentar Seite 13

Thomas Sparrer

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