Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Land unter im Döbelner Ortsteil Choren
Region Döbeln Land unter im Döbelner Ortsteil Choren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 01.06.2018
Der Hof und das Wohnhaus von Dieter Melzer in Choren wurden geflutet. Feuerwehr und Leute aus dem Dorf halfen dem 60-Jährigen. Quelle: Thomas Sparrer
Döbeln/Choren

.Jetzt haben die Unwetter auch die Region Döbeln erwischt. Ein schwerer Gewitterguss hat am Freitagnachmittag den Ortsteil Choren der Stadt Döbeln überschwemmt und in vielen Wohngrundstücken schwere Schäden angerichtet.

Die ehemalige Bundesstraße 175 war in Choren an mehreren Stellen unpassierbar. Quelle: Thomas Sparrer

Feuerwehrleute, Nachbarn und Helfer aus dem Dorf schippten bei den Betroffenen Schlamm aus dem Grundstück und pumpten Garagen, Ställe und ganze Höfe aus. Die Ortswehren Choren, Lüttewitz-Theeschütz, Beicha und Mochau der Freiwilligen Feuerwehr Döbeln waren mit etwa 35 Feuerwehrleuten im Einsatz. Ebenso rückte der Stadtbauhof aus, um zu helfen.

Der Kelzgebach bahnt sich nach dem Gewitter seinen Weg durch die Grundstücke. Quelle: Thomas Sparrer

Richtig eingeseift hat das Regenwasser und der zum riesigen Strom angeschwollene Kelzgebach das Grundstück von Dietmar Melzer (60) am Fuße des Nossener Berges. Leute aus dem Dorf und Feuerwehrleute halfen ihm. Das Erdgeschoss seines Wohnhauses ist von den braunen Wassermassen geflutet worden. Küche, Bad, Wohnzimmer sind betroffen.

Dietmar Melzer (r.) hat die braunen Fluten in seinem Haus stehen Quelle: Thomas Sparrer

Auch die Nachbarn haben sich mit Schneeschiebern und Schaufeln bewaffnet, um Schlamm und Wasser aus ihrem Haus zu befördern.

Auch das Nachbarhaus ist schwer getroffen und vom Wasser eingeschlossen. Quelle: Thomas Sparrer

„Ich schätze, dass hier im Dorf etwa zehn bis 15 Grundstücke durch den Gewitterguss schwer betroffen sind“, sagt Andreas Riedel, Einsatzleiter der Döbelner Feuerwehr. „Noch einige Stunden“, so schätzt er, „wird der Einsatz dauern.“ Im Döbelner Feuerwehrgerätehaus waren unterdessen die Ortswehren Döbeln, Limmritz und Ebersbach in Bereitschaft gegangen, falls weitere Unwettereinsätze folgen beziehungsweise Kameraden abgelöst werden sollten.

Im gleich neben Choren gelegenen Örtchen Priesen hatte das Gewitter eine Stromleitung heruntergerissen. Feuerwehrleute sicherten das Hochspannungskabel, bis die Leitstelle den im Nachbarkreis Meißen zuständigen Energieversorger erreichte.

Auch auf der nahen Autobahn A14 hatte das schwere Gewitter zwischen Nossen-Nord und Döbeln-Nord für Überflutungen und Schlamm auf der Fahrbahn gesorgt. In Höhe der Raststätte Hansens Holz war die Fahrbahn auf mehreren hundert Metern unpassierbar. Der komplette Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Döbeln rückte in den Abendstunden auf die Autobahn aus. „Das wird eine lange Nacht“, so Einsatzleiter Heiko Hentzschel. Auf mehr als 17 Kilometern staute sich der Verkehr in Richtung Dresden. Der Rückstau reichte bis Leisnig. In der Gegenrichtung waren es etwa 12 Kilometer Rückstau bis auf die A4.

Wer dagegen von der Autobahn in Döbeln-Ost abfahren und in Richtung Nossen auf der ehemaligen Bundesstraße 175 weiterfahren wollte, wurde vor dem überschwemmten Choren gestoppt und in Richtung Ostrau umgeleitet.

Seelandschaft, wo eigentlich Felder waren. Quelle: Thomas Sparrer

Von Thomas Sparrer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sigismund Reschke starb einen unrühmlichen Tod im Gefängnis der Burg Mildenstein. 33 Jahre war der Leisniger Bürgermeister alt. Das war im 1850. Sein Vermächtnis für die Stadt wurde weitgehend verschwiegen. Zu seinem 200. Geburtstag am 8. Juni soll für ihn ein Gedenkbaum gepflanzt werden. Reschke starb für seine Hoffnung auf ein einiges, demokratisches Deutschland.

04.06.2018

Die Waldheimer Feuerwehr braucht Nachwuchs. Deshalb gibt es ab sofort eine Abteilung für Kinder. Die Stadträte stimmten dem Vorhaben auf der jüngsten Sitzung zu.

04.06.2018

Erst in der zweiten Klasse und schon beim Lesewettbewerb ganz vorn dabei: Olivia Dörr, gehört zu den besten Vorlesern ihrer Schule, holte beim Lesewettbewerb Platz zwei nach der Siegerin Zoé Scholz. Dritte wurde Hanna Kühn. Die Aktion der Leseförderung hat einen ernsten Hintergrund.

01.06.2018