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Döbeln Landesbischof: „Verantwortung für politische Fragen übernehmen“
Region Döbeln Landesbischof: „Verantwortung für politische Fragen übernehmen“
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18:00 29.08.2018
Am Beginn des regionalen Pfarrertages in Roßwein stand der Gottesdienst in der Marienkirche. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Rosswein

Das Glockenläuten gestern Morgen in Roßwein fiel auf. „Eine Trauerfeier?“ wurde auf dem Wochenmarkt gemutmaßt. Nein. Getrauert wurde nicht. Der regionale Pfarrertag für die Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirchenbezirke Leisnig-Oschatz und Leipziger Land war in Roßwein zu Gast. Nach vielen Jahren das erste Mal wieder.

Dass Roßwein gewählt wurde für das Zusammenkommen von rund 60 Pfarrerinnen und Pfarrer, habe auch ganz praktische Gründe, wie Roßweins Pfarrer Dr. Heiko Jadatz erklärt: „Eine ausreichend große Kirche, Mikrofonanlage, gute Erreichbarkeit, das Kirchgemeindehaus mit einem Saal für das Mittagessen.“ Thema das Tages, der die Chance bot, mit dem Landesbischof Dr. Carsten Rentzing sowie untereinander ins Gespräch zu kommen, war das lutherische Profil in der Gemeindearbeit. Drei wesentliche Punkte gab der bis 2015 selbst als Gemeindepfarrer im Vogtland tätige Landesbischof den an der Basis arbeitenden Geistlichen als Perspektive für ihre Kirchgemeinden mit auf den Weg. Einerseits ging es um die Gestaltung der Gottesdienste – an denen sollen keine Abstriche gemacht werden, sie sollen festlich gefeiert werden. Ein weiterer Punkt ist die Seelsorge, die bedeutet, auf Menschen zuzugehen, ihre Fragen ernst zu nehmen und sie zu unterstützen. Nicht zuletzt ein Punkt, der das lutherische Profil ausmachen sollte, ist die Verantwortung: auch für gesamtgesellschaftliche und politische Fragen. „Wir müssen uns zu Wort melden, wenn wie in Chemnitz die Leute auf die Straße gehen, natürlich haben wir als Pfarrer da auch eine Verantwortung“, sagt Dr. Heiko Jadatz.

Bitte um schlanken Kaufpreis für Bürgerhaus

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos), der sich als Gastgeber für den Pfarrertag im Anschluss an den Gottesdienst mit einem Grußwort an die Vertreter der Landeskirche und der Kirchenbezirke wandte, wollte seine Aufregung gar nicht verhehlen. „Als Bürgermeister hält man viele Grußworte, das heute hier ist ein ganz besonderes für mich und ich hoffe, das Schlagen meines Herzens übertönt meine Worte nicht.“ Er bot den Gästen einen kleinen Abriss aus Roßweins Geschichte, erklärte, dass Wandel und Umbruch von jeher zu dieser dazugehören und die Stadt noch immer mitten im jüngsten Wandel stecke – dem von der Industrie- zur Wohn- und Arbeitsstadt. „Wir werden diesen Wandel schaffen“, sagte er, „auch, weil hier Kirche und Stadt einen guten Faden miteinander gefunden haben und es Menschen gibt, die zusammenarbeiten.“ Die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt nahm Lindner unter dem Stichwort Bürgerhaus noch einmal besonders auf – nicht ohne Hintergedanken. Denn er verband die Information zu der Initiative, die zum Ziel hat, aus dem größtenteils ungenutzten Kirchgemeindehaus am Schuldurchgang ein Bürgerhaus für alle Roßweiner zu machen, mit einer Bitte an den Landesbischof: Möge er ein gutes Wort dafür einlegen, dass die Kirche das Gebäude der Stadt zu einem schlanken Kaufpreis überlässt. Aktuell gibt es noch keine endgültige Übereinkunft zwischen Stadt und Kirchgemeinde, was überhaupt die Rahmenbedingungen für eine Gebäudeübereignung sein könnten.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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