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Landkreis Mittelsachsen legt Flutschadensbilanz vor

Landkreis Mittelsachsen legt Flutschadensbilanz vor

182 Millionen Euro - so hoch ist der vorläufige Gesamtschaden, den das Junihochwasser im Landkreis anrichtete. Bis Mitte nächste Woche muss der Kreis die Schadensumme nach Berlin melden.

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Das Juni-Hochwasser hat im Landkreis Mittelsachsen einen Schaden von mindestens 184 Millionen Euro angerichtet. Insbesondere die Folgen an der Infrastruktur rücken den Hochwasserschutz in ein neues Licht.

Quelle: Wolfgang Sens

Mittelsachsen. Acht Milliarden Euro will die Bundesregierung für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser locker machen. Dazu muss sie aber noch in Gesetze und Richtlinien packen, wie das Geld zu verteilen ist. Und das geht erst, wenn alle Schäden dieser nationalen Katastrophe sichtbar und erfasst sind, sprich das Elbehochwasser vollständig in die Nordsee abgeflossen ist. "Wichtig ist: Das Geld steht. Das ist eine verlässliche Aussage, die für Erleichterung sorgt", fasst Landrat Volker Uhlig (CDU) die Ergebnisse der Wiederaufbaukonferenz im Kloster Altzella zusammen. Was die Schadenssumme im Kreis betrifft, so liegt die vorläufige Zahl deutlich unter der von 2002. Zusammengenommen betrug diese in den drei Altlandkreisen eine Milliarde Euro. Selbst bei jetzt noch ausstehenden Nachträgen bleibt die aktuelle Zerstörungsbilanz deutlich unter der von 2002. "Wir rechnen mit einem Viertel der Schadenssumme von 2002", sagt Landrat Uhlig. Wie hoch der Anteil der milliardenschweren Bundeshilfe für Mittelsachsen ausfallen wird, kann der Kreischef noch nicht sagen. Fakt ist aber: Der Wiederaufbau wird extrem schneller abgeschlossen sein als nach dem Hochwasser 2002, als er bis zu sechs Jahre in Anspruch nahm.

Reagiert hat der Landkreis dort, wo er selbst entscheiden kann. Beispielsweise bei der Frage, ob die Hochwasser-Soforthilfe vom Arbeitslosengeld II abgezogen wird. "Wir haben entschieden, dass die Soforthilfe nicht auf Leistungen nach SGB II angerechnet wird", sagt Dieter Steinert (parteilos), als zweiter Beigeordneter in der Kreisverwaltung zuständig für soziale Belange. Zudem plant das Landratsamt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur den Einsatz von sogenannten Ein-Euro-Jobbern in hochwassergeschädigten Kommunen. In Bezug auf den Schutz vor künftigen Fluten setzt Landrat Uhlig auf einen Kompromiss zwischen technischem und natürlichem Hochwasserschutz. "Man muss das von beiden Seiten sehen: Mauern und Deiche beschleunigen die Flüsse, die an anderer Stelle wieder entschleunigt werden müssen." Vizelandrat Dr. Manfred Graetz betont die Wichtigkeit der Rückhaltebecken von Muldezuflüssen in Oberbobritzsch (Bobritzsch) und Mulda (Chemnitzbach), für die derzeit noch das Planfeststellungsverfahren läuft "Die müssen kommen", sagt er. "Wir müssen aber auch Flächen für Entsieglung schaffen", sagt Landrat Uhlig. "Die Natur zeigt uns immer wieder unsere Grenzen."

 

 

 

Mit 47 Millionen Euro Flutschaden ist Döbeln die am meisten geschädigte Stadt im Landkreis, gefolgt von Rochlitz, Frankenberg und der Gemeinde Striegistal, die jeweils elf Millionen Schaden haben.

Die Unternehmen im Landkreis verzeichnen Zerstörungen im Wert von 53 Millionen Euro. An Wohngebäuden entstand kreisweit ein Schaden von 38 Millionen Euro. Das Hochwasser sorgte für einen Gesamtschaden an Kreisstraßen im Wert von 7,5 Millionen Euro, von denen 2,8 Millionen Euro auf die Region Hainichen entfallen. Die Region Döbeln hat mit knapp 0,6 Millionen Euro die geringste Schadensbilanz in dieser Kategorie zu verzeichnen. Das Wasser hat Bankette der Kreisstraßen ausgespült, Stützmauern, Brücken und Durchlässe beschädigt, wobei nach 2002 neu gebaute Brücken am wenigsten betroffen sind. 35 000 Euro Spendengeld ist bereits auf den dafür eingerichteten Konten des Landkreises eingegangen.

Dirk Wurzel

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