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Döbeln Landkreis beschlagnahmt Chorener Schule
Region Döbeln Landkreis beschlagnahmt Chorener Schule
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15:24 11.12.2015
Die Plattenbauschule in Choren. Quelle: Sven Bartsch
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Mochau/Choren

Der Landkreis Mittelsachsen legt harte Bandagen an, um den Zustrom an Flüchtlingen zu bewältigen. Gegenüber der Gemeinde Mochau hat das Landratsamt jetzt die Herausgabe der Chorener Schule angeordnet. Nach jetzigem Stand sollen dort bereits bis Jahresende 100 Personen untergebracht sein. Der Landkreis geht von einer Gesamtkapazität von rund 200 Asylsuchenden aus.

„Als neue Unterkunft steht jetzt die ehemalige Schule im Mochauer Ortsteil Choren fest“, informierte am Freitag André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes. Da der Gemeinderat einen Beschluss gegen die Nutzung der Plattenbauschule als Flüchtlingsunterkunft fasste, wurde erstmals im Landkreis Mittelsachsen ein sogenannter Anordnungsbescheid zur Herausgabe des Objektes erlassen. „Der Druck, Unterkünfte zu finden ist sehr hoch und es sind weitere zu akquirieren. Vorrang haben geeignete und schnellverfügbare Objekte. Dazu gehört auch die Schule“, sagt Kaiser.

Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft ist die Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung (GSQ). Die Schule ist nach Aussagen des Landratsamtes als Objekt schnell nutzbar. Der Wachdienst ist bereits vor Ort. Nun erfolgen vorbereitende Maßnahmen, wie das Einräumen von Betten und Schränken, das Aufstellen von Elektroherden und das legen der notwendigen Anschlüsse. Die Sporthalle des Komplexes ist von der Anordnung ausgenommen. Die Einrichtung steht also weiterhin für Vereine und Freizeitsportler zur Verfügung. Für die Nutzung der Schule wird es trotz der Beschlagnahmung einen Mietvertrag mit dem Landkreis geben. „Wir nehmen dazu Kontakt mit der Gemeinde Mochau auf“, erklärt Kaiser.

Am Döbelner Standort Mastener Straße 15 gibt es im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen weitere Veränderungen. Von 14. bis zum 18. Dezember ziehen die dort noch bestehenden Behörden des Landratsamtes aus dem Haus B aus und in die Bahnhofsstraße 22 (ehemals Jobcenter) um. Kaiser: „Hintergrund ist der anhaltende Druck der Zuweisungen von Asylsuchenden. Deshalb hat sich der Landkreis entschieden, den Verwaltungsstandort in der Mastener Straße mit den Gebäuden A, B und C vollständig für die Unterbringung von Asylsuchenden zu nutzen.“ Dies betrifft die Außen- bzw. Servicestellen der Abteilungen Gesundheitsamt, Soziales, Jugend sowie Familie und Lebensmittelüberwachung und Veterinäramt sowie das Kreisarchiv mit zirka 20 Mitarbeitern. Ab 16. Dezember können Proben für das Gesundheitsamt und Lebensmittelüberwachungsamt im Erdgeschoss im Raum 101 in der Bahnhofsstraße 22 abgegeben werden. Die anderen Bereiche sind zu den bisherigen Sprechzeiten der Außenstelle voraussichtlich ab 21. Dezember in der Bahnhofsstraße erreichbar. Das Kreisarchiv ist ab Januar wieder geöffnet. Die Abteilung Soziales hält ihren ersten Sprechtag am 18. Dezember im Bereich soziale Sicherung – Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Hilfe zur Pflege und Eingliederungshilfe für behinderte Menschen – in den neuen Räumen ab.

Von O. Büchel und N. Allner

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