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Döbeln Sächsischer Landtag soll Haustierverbot prüfen
Region Döbeln Sächsischer Landtag soll Haustierverbot prüfen
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19:19 13.07.2018
Asylbewerber halten Haustiere – darf die Ausländerbehörde das verbieten? Das soll jetzt im sächsischen Landtag geklärt werden. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Die Geschichte der irakischen Familie Alogaili in Leisnig geht weiter: Neben der Tierheimleitung will sich die tierschutzpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag, Susanne Schaper, dafür einsetzen, dass die vierköpfige Familie ihre zwei Katzen wieder zu sich in die Wohnung nehmen darf. Das wurde verboten.

Ausländerbehörde gegen Tierhaltung

Die Ausländerbehörde beim Landratsamt Mittelsachsen hatte mit Verweis auf das Haltungsverbot die Familie aufgefordert, die Katzen im Tierheim Leisnig abzugeben.

Abgeordnete will Landtag einbeziehen

Wie aus dem Büro der Abgeordneten informiert wird, will sich Schaper direkt an den Landrat Matthias Damm wenden. Sie zieht zudem in Erwägung, im Landtag eine Kleine Anfrage an die Staatsregierung zu stellen, um herauszufinden, ob die anderen Landkreise respektive Ausländerbehörden auch so verfahren und ob es weitere Fälle gibt.

Derartigen Fall noch nicht erlebt

Stefan Orosz vom Projekt „Ankommen und Bleiben“ in Leisnig und Hartha hat einen derartigen Fall noch nicht erlebt. Seit mehreren Jahren pflegt er Kontakt zu Menschen, die in den insgesamt drei in Leisnig für Asylbewerber angemieteten Wohnungen lebten und leben.

Wohnung bautechnisch intakt

Das Projekt bietet Hilfe bei Behördenangelegenheiten, lädt zu Begegnungsfesten ein und unterstützt bei Alltagsbelangen. In der Wohnung der Alogailis betreute er bereits drei andere Familien und weiß: Die Wohnung ist bautechnisch intakt.

Asylbewerber behandeln Wohnung pfleglich

Zieht jemand aus und jemand anders ein, veranlasst das Landratsamt die nötigen Schönheitsreparaturen, wobei nicht jedes Mal neu vorgerichtet wird. „Die Bewohner gehen mit den Wohnungen pfleglich um. Sie wissen, dass es nicht ihre eigene Wohnung ist.“

Momentan keine Abschiebung in den Irak

Generell versteht Orosz, dass der Landkreis als Verantwortlicher für die Unterbringung die Hand drauf haben möchte. Zur Situation der irakischen Familie merkt er an, dass Abschiebungen in den Nordirak momentan wegen der dort instabilen Verhältnisse nicht vorgenommen werden.

Asylverfahren trotzdem nur ausgesetzt

Asylverfahren von Menschen aus dem Irak sind trotzdem nur ausgesetzt, schweben also weiter. Das bedeutet, die Familie in Leisnig lebt in anhaltender Unsicherheit. Den konkreten Aufenthaltstatus der Familie Alogaili kennt Orosz nicht, doch er sagt: „Die gegenwärtige Situation bedeutet die Trennung der Menschen von ihren Tieren auf unbestimmte Zeit, zumal es den Menschen verboten ist, selbst aktiv zu werden und eine Wohnung anzumieten. Man kann deshalb nur an die Menschlichkeit appellieren und beim Landkreis um eine Einzelfallregelung bitten.“

Von Steffi Robak

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