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Döbeln Landtagsabgeordneter Mirko Schultze spricht mit Waldheimer Kameraden über die Zukunft
Region Döbeln Landtagsabgeordneter Mirko Schultze spricht mit Waldheimer Kameraden über die Zukunft
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00:21 27.10.2017
Zwölf Kameraden der Ortsfeuerwehren aus Massanei, Reinsdorf, Richzenhain, Schönberg und Waldheim trainierten mit sechs Einsatzfahrzeugen in Döbeln. Quelle: FFW Waldheim
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Waldheim

Noch am Sonnabend rollten insgesamt zwölf Kameraden der Ortsfeuerwehren aus Massanei, Reinsdorf, Richzenhain, Schönberg und Waldheim mit sechs Einsatzfahrzeugen zum Fahrsicherheitstraining nach Döbeln. Auf dem Plan standen sowohl Park- und Umfahrungsübungen, um Abmessungen, Radstände und Lenkradien der Fahrzeuge richtig einzuschätzen als auch ein Slalomparkour, Beschleunigungs- und Bremsübungen sowie Ausweichmanöver – quasi als Investition in künftige Einsätze.

Zwölf Kameraden der Ortsfeuerwehren aus Massanei, Reinsdorf, Richzenhain, Schönberg und Waldheim trainierten mit sechs Einsatzfahrzeugen in Döbeln.

Um die Zukunft der Feuerwehr ging es auch am Montagabend. Die Waldheimer Stadtratsfraktion der Linken lud zum Gespräch mit Mirko Schultze, Landtagsabgeordneter und feuerwehrpolitischer Sprecher für Die Linke, ein. Der stellte ein entsprechendes Diskussionspapier seiner Partei mit Vorschlägen zu unter anderem der Finanzierung und Förderung der Freiwilligen Feuerwehren (FFW) im Freistaat vor und hörte sich die Anliegen der Kameraden an. Die wichtigsten Fragen:

Anerkennung: Die Linke strebt an, jedem ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmann einen Rentenpunkt je fünf aktive Jahre im Dienst zu gewähren. Ob das auch rückwirkend möglich sei, wollten die Brandschützer wissen. „Sollten wir eine Mehrheit dafür bekommen, wird die Einführung sehr wahrscheinlich nicht rückwirkend passieren“, dämpfte Schultze die Erwartungen. Die Gründe dafür lägen in der Komplexität der Berechnung.

Finanzierung: “Der Zustand vieler Gerätehäuser ist unter aller Sau“, formulierte es Stadtrat Dieter Hentschel überspitzt. Um dort Abhilfe zu schaffen, sieht Schultze künftig den Freistaat in der Verantwortung: „Die Förderprogramme sind überall überzeichnet, Bauen ist teurer geworden. Daraus haben wir abgeleitet, dass die Finanzierungsaufgabe beim Land liegen sollte.“

Attraktiveres Ehrenamt: Besonders im ländlichen Raum haben die Freiwilligen Feuerwehren mit erheblichen Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Auch Waldheim ist dort keine Ausnahme. „Wir sind weder von der Bevölkerungsanzahl noch von der Art, wie wir arbeiten so aufgestellt wie vor 125 Jahren“, gab Schultze zu bedenken. Deswegen müsse man dafür sorgen, dass das Ehrenamt Spaß macht. „Und das kann in Zukunft nicht mehr alleinige Aufgabe der Kommunen sein.“ Und wo es die Bevölkerungsstruktur nicht mehr anders zulässt, müsse man zudem über hauptamtliche Wehren nachdenken. „Das Ehrenamt bleibt jedoch die tragende Säule im Brandschutz – da müssen wir gar nicht diskutieren.“

Ortszusammenhalt: “Die Freiwilligen Feuerwehren veranstalten zum Beispiel Feste und sorgen so für Zusammenhalt in den Orten. Ohne das würde im ländlichen Raum viel kaputtgehen“, gab Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) zu bedenken. „Ich will die Freiwilligen Feuerwehren nicht abschaffen“, beschwichtigte Schultze. Trotzdem müsse man mit Blick auf die demografische Entwicklung auch in Zukunft sicherstellen, dass angemessener Brandschutze weiterhin gewährleistet werden kann.

Verdienstausfall: „Wir werden es für Arbeitgeber nie attraktiv machen können, ihr Personal für einen Feuerwehreinsatz gehen zu lassen. Stattdessen muss die Einsicht der Notwendigkeit gegeben sein“, unterstrich Schultze. Unternehmen können sich entsprechende Verdienstausfälle erstatten lassen. Doch wie sollen Einzelunternehmer damit umgehen, die bei verzögerten Projekten Vertragsstrafen riskieren, wollte Waldheims Ordnungsamtsleiterin Mandy Thümer wissen. „Diesen Fall hatte ich nicht auf dem Schirm“, gab Schultze zu und versprach Nachbesserung.

Zeitraum: “Wir wollen unsere Vorschläge nächstes Jahr als Gesetzesinitiative in den Landtag einbringen“, stellte Schultze schließlich in Aussicht. Zudem soll das Konzeptpapier auch den Fraktionen von CDU und SPD mit der Bitte, in den Diskussionsprozess einzusteigen, zur Verfügung gestellt werden. Denn ohne Mehrheiten geht auch im Landtag nichts.

Von André Pitz

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