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Landwirt in Haßlau bietet Milch zum selbst Zapfen an

Antwort auf Niedrigpreise Landwirt in Haßlau bietet Milch zum selbst Zapfen an

Christian Kalbhenn aus Haßlau jammert nicht, er schreitet zur Tat. Am 11. Juni will der Betreiber einer Milchviehanlage eine Milchtankstelle eröffnen. Dort kann sich jeder seine frische Milch selbst zapfen. Direkt von der Kuh, sozusagen. Nach dem Automaten des Landwirtschaftsbetriebes Zschaage in Nauhain ist es der zweite seiner Art in der Region.

Diese große Tafel weist in Haßlau auf die baldige Eröffnung der Milchtankstelle hin.

Quelle: Olaf Büchel

Hasslau. Christian Kalbhenn jammert nicht, er schreitet zur Tat. Am 11. Juni will der Betreiber einer Milchviehanlage eine Milchtankstelle in Haßlau eröffnen. Dort kann sich jeder seine frische Milch selbst zapfen. Direkt von der Kuh, sozusagen. Und das rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag. Nach dem Automaten des Landwirtschaftsbetriebes Zschaage in Nauhain bei Hartha ist es der zweite seiner Art in der Döbelner Region.

„Das ist meine Antwort, mein Protest zu den aktuellen Niedrigpreise für Milch. Ich möchte zeigen, dass das Produkt mehr wert ist, als der Preis im Supermarkt suggeriert. Und ich möchte dazu anregen, zu vergleichen. Wir bieten mit dem Automaten Milch im Urzustand an. So wie sie gemolken ist, dann nur noch heruntergekühlt. Jeder der möchte, kann den Unterschied schmecken, was den Vitamingehalt, den natürlichen Fett- und Eiweißgehalt betrifft“, sagt Christian Kalbhenn. Gemeinsam mit Gerhard Gröbler aus Zschäschütz ist Kalbhenn Gesellschafter der GbR Haßlau. Die Vieh-Anlage am Ortsrand von Haßlau zählt 360 Milchkühe, die Tagesmilchmenge liegt bei rund 11 500 Kilogramm. Einen kleinen Teil davon will Kalbhenn jetzt über die Milchtankstelle direkt vermarken.

„Die Idee für den Automaten zum selbst Zapfen kam uns mit dem Erwerb der ehemaligen Ammon-Halle am Ortseingang. So können wir die Milchtankstelle direkt an der Straße zwischen Autobahnanschluss Döbeln-Ost und Roßwein einrichten. Das dürfte den Kunden entgegenkommen“, erklärt der Landwirt. Der Raum an der Giebelseite der Halle ist schon vorbereitet. Den Milchautomaten erwartet Kalbhenn noch in dieser Woche. Der muss noch installiert und eine Tür eingebaut werden. Eine Kamera wird es auch geben – aus Sicherheitsgründen. In einer reichlichen Woche soll alles fertig sein.

Die frische Milch mit einen Fettgehalt von vier Prozent und einem Eiweißgehalt von 3,4 Prozent soll einen Euro pro Liter kosten. Der Automat nimmt Münzen und Scheine und gibt das Wechselgeld zurück. Über einen Druckknopf kann jeder selbst entscheiden, wie viel Milch in die Flasche(n) fließen soll. Leere Flaschen aus Glas und aus Kunststoff stehen in einem Kühlschrank bereit und kann jeder käuflich erwerben. „Das wollen wir zunächst mit einer Kasse des Vertrauens versuchen. Mal sehen ob das klappt“, sagt Kalbhenn.

Der Automat verfügt über einen Vorratsbehälter mit Rührwerk. Die Milch wird nach dem Melken immer frisch aufgefüllt. Zuhause hält sie sich laut Kalbhenn zwei bis drei Tage. Empfohlen ist sie unter anderem auch jenen, die gern selbst Joghurt machen.

„Wir bringen neben dem Automaten einen Hinweis an, dass die Milch auf mindestens 80 Grad erhitzt werden sollte. Das fordert das Gesundheitsamt“, erklärt Christian Kalbhenn. Außerdem soll es Informationstafeln über das Naturprodukt Milch geben und über den Weg der Milch von der Kuh in den Tank.

Zu den aktuell niedrigen Preisen ist Kalbhenn der Auffassung, dass das der Markt selbst regeln muss. Heißt: Zurzeit müsste weniger Milch produziert werden – europaweit. Der Haßlauer: „Das wäre die richtige und nachhaltigste Lösung.“ Schon ganz gespannt ist er darauf, wie sein Direktvermarktungsversuch bei den Menschen ankommt.

Am 11. Juni, 14 Uhr, wird die Haßlauer Milchtankstelle am Ortseingang links aus Richtung Naußlitz mit einem kleinen Fest eröffnet. Natürlich gibt es eine Milchverkostung und um 15 und 17 Uhr Stallführungen. Auch andere Speisen und Getränke sollen im Angebot sein. Für Kinder lässt Christian Kalbhenn eine Hüpfburg aufbauen, die die Form einer Kuh haben wird.

Von Olaf Büchel

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