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Döbeln Lange Finger bei Döbelner Autovermietung: Dieb kommt im Landgericht besser weg
Region Döbeln Lange Finger bei Döbelner Autovermietung: Dieb kommt im Landgericht besser weg
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Ein Nordsachse hatte als Angestellter einer Döbelner Autovermietung tüchtig in die Kasse gegriffen uns sollte dafür eigentlich ins Gefängnis. Quelle: dpa
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Döbeln/Chemnitz

Ein 30jähriger Dieb muss nun doch nicht ins Gefängnis. Der Nordsachse war bei einer Döbelner Autovermietung angestellt und hat dort ordentlich in die Kasse gegriffen, insgesamt rund 1300 Euro gestohlen. Darum verurteilte ihn Amtsrichter Janko Ehrlich im Februar wegen mehrfachen Diebstahls zu 14 Monaten Haft. Dieses Urteil hat die 3. Kleine Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz in der Berufung nun korrigiert. Wie Marika Lang, Richterin am Landgericht und dessen Pressesprecherin, auf Nachfrage der Döbelner Allgemeinen Zeitung mitteilt, hat das Berufungsgericht die Vollstreckung der Strafe ausgesetzt. Vier Jahre dauert die Bewährungsfrist. Außerdem unterstellte das Gericht den Nordsachsen einem Bewährungshelfer und machte zur Auflage, dass er die Schadenssumme an die Autovermietung zurückzahlt sowie 1800 Euro als Geldauflage an eine gemeinnützige Einrichtung zahlt. Im Chemnitzer Prozess hatten der Angeklagte und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Oliver Schulze-Wechsungen, die Berufung auf die Rechtsfolgen – also auf die Strafe – beschränkt. Das heißt, dass sie die in der ersten Instanz festgestellten Tatsachen anerkannt haben. Der Angeklagte hat seine Schuld jetzt also indirekt eingeräumt.

Im Amtsgericht Döbeln sah das im Februar noch ganz anders aus. Rechtsanwalt Schulze-Wechsungen verteidigte den Nordsachen auf Freispruch und führte damals weitere mögliche Täter, zum Beispiel die Transferfahrer der Autovermietung, ins Feld und versuchte sogar, einer Zeugin ein Motiv zu unterstellen. „Wir wissen gar nichts“, war denn ein Satz, der im Schlussvortrag des Anwalts im Döbelner Prozess recht häufig zu hören war. Freispruch beantragte der Verteidiger darum für folgende Tatvorwürfe: Sein Mandant nahm 700 Euro aus dem Tresor, gab vor sie zur Bank zu bringen, behielt das Geld aber für sich selbst. Später nahm er 362,50 Euro aus der Kasse und an einem weiteren Tag 350 Euro von einem Kunden, zahlt diese aber nicht in die Kasse ein. Auch soll er in die Autovermietung eingebrochen sein und habe 312,71 daraus gestohlen – was sich aber tatsächlich nicht nachweisen ließ. Ein Teilsfreispruch war die Folge.

Die Zeugin, zur Tatzeit eine Arbeitskollegin des Mannes, belastete diesen in der ersten Hauptverhandlung am Amtsgericht Döbeln. „Er hat 362 Euro rausgenommen und einen Zettel reingelegt. Ich habe ihm gesagt, er soll das Geld schleunigst wieder zurückzahlen, weil wir kein Kreditinstitut sind“, sagte die 42-Jährige. Sie tat ihrem Kollegen noch einen Gefallen damit, dass sie, auf Rückzahlung hoffend, nicht gleich zum Chef ging mit der Angelegenheit. Das Kassenbuch lieferte ebenfalls Indizien für eine Täterschaft des Nordsachsen. So war bei den 700 Euro vermerkt, dass sie zur Bank gebracht werden sollen. Unterschrieben war das mit einem Kürzel. „Das war seine Unterschrift. Wir haben höchstens zu zweit in Döbeln gearbeitet“, sagte die Zeugin. Für die 350 Euro aus dem dritten Tatvorwurf konnte die Frau das Buchungsprotokoll aus der Kasse präsentieren. Ins Kassenbuch eingetragen war die Summe nicht.

Bewährung hätte es auch schon in der ersten Instanz geben können, stellte Richter Ehrlich damals klar. Dann hätte sich der Angeklagte jedoch geständig zu den Tatvorwürfen einlassen müssen.

Von Dirk Wurzel

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