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Döbeln Langes Verfahren – milde Strafe: Raub in Döbeln endlich abgeurteilt
Region Döbeln Langes Verfahren – milde Strafe: Raub in Döbeln endlich abgeurteilt
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14:05 07.06.2018
Sechs Jahre nach der Tat in Döbeln hat das Landgericht Chemnitz nun endlich einen Räuber rechtskräftig verurteilt. Quelle: dpa
Döbeln/Chemnitz

Die Mühlen der Justiz mahlen manchmal langsam. Davon können die Angeklagten profitieren. So wie Erik K.. Dem bleibt der Knast erspart. K. zwang gemeinsam mit Martin Z. in der Nacht des 23. März 2012 einen Passanten in Döbeln, Geld bei der Raiffeisenbank abzuheben und es den Tätern zu geben. Der Mann kam von einem Polterabend und war angetrunken. „Der kam gleich auf mich zu und warf mich zu Boden“, sagte der Geschädigte am 26. Februar 2013 im Amtsgericht Döbeln und zeigte auf den Angeklagten K.. „Nach der Feier Angst und Schrecken“, titelte die DAZ damals. Zudem hatte die Zeitung ein Bild der Überwachungskamera veröffentlicht, das der Ermittlungsrichter freigegeben hatte und mit dem die Polizei nach den Tätern suchte. Das half, die Räuber zu finden.

Mit diesem Bild suchte die Polizei damals nach den Tätern. Quelle: Polizei

Das Döbelner Jugendschöffengericht begann damals, die Anklage wegen räuberischer Erpressung zu verhandeln. Mittäter Z. war zur Tatzeit 19 Jahre alt und damit Heranwachsender. Also ein Fall fürs Jugendgericht. Das kam aber damals nicht weiter, weil der Zeuge eine Pistole in der Hand des damals 19-Jährigen gesehen haben will. Richterin Christa Weik, damals Vorsitzende des Jugendschöffengerichtes, gab den rechtlichen Hinweis, dass nun auch eine schwere räuberische Erpressung in Betracht kommt. Und war den Fall damit los. Für den Heranwachsenden Z. hätte die Strafgewalt des Jugendschöffengerichtes gereicht. Aber nicht für Erik K.. Der war damals 23 Jahre alt, strafrechtlich gesehen also erwachsen. Und weil Amtsgerichte bei Erwachsenen nur bis zu vier Jahre Haft verhängen dürfen, was das Strafmaß für eine schwere räuberische Erpressung aber locker reißen kann, verwies das Jugendschöffengericht die Sache ans Landgericht Chemnitz.

BGH hebt Urteil auf

Dessen Jugendkammer sprach das Duo aber nur der einfachen räuberischen Erpressung schuldig und verurteilte Martin Z. zu einem Jahr und fünf Monaten Jugendhaft. Erik K. sollte für ein Jahr und neun Monate hinter Gitter. Doch daraus wurde nichts, denn dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof auf und verwies es ans Landgericht zurück. Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich, der Erik K. verteidigte, hatte für seinen Mandanten Revision eingelegt. Er bemängelte, dass die Jugendkammer nicht geprüft habe, ob Erik K. in einer Entziehungsanstalt unterzubringen ist. Denn er hatte ein Alkoholproblem. Die Trinkerkur von Amts wegen hatte der mittlerweile 28-Jährige schon wegen eines anderen Strafurteils erfolgreich absolviert. Das wäre jetzt sowieso erledigt gewesen.

Endlich Bewährung

Vier Jahre sind seit der BGH-Entscheidung vergangen, K.´s Urteil aufzuheben. Vier Jahre lag die Sache beim Landgericht. Bis jetzt die 3. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Markus Zimmermann ein abschließendes Urteil fällte. „Die Kammer hat den Angeklagten wegen räuberischer Erpressung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Wegen der langen Verfahrensdauer gelten vier Monate als vollstreckt. Das Urteil ist rechtskräftig“, informiert Marika Lang, Richterin am Landgericht Chemnitz und dessen Pressesprecherin, auf Nachfrage der DAZ. Sollte K. also erneut Straftaten begehen und damit seine Bewährung brechen, muss er „nur“ 14 Monate und nicht anderthalb Jahre in den Bau. Aber danach sieht es nicht aus, wie sein Anwalt sagt. Erik K. lebe jetzt im Westen in einem betreuten Wohnen.

Von Dirk Wurzel

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