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Lebensgefahr durch falsches Futter

Lebensgefahr durch falsches Futter

Sidney hat richtig viel zu tun: Geht mit ihrer Besitzerin Peggy Fiedler zu Kindern, die ein Handicap haben und über die tiergestützte Therapie lernen, sich zu öffnen.

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Bitte nicht füttern: Peggy Fiedler vom Kinderbauernhof Döbeln mit den Ponys Sidney (l.) und Sammy, die falsches Futter nicht vertragen.

Quelle: Sven Bartsch

Oft sitzen Kinder auf dem Rücken der zwölf Jahre alten Ponystute. Und wenn Peggy Fiedler Kinderferien-Sommerspaß auf ihrem Bauernhof in Döbeln-Nord hat, dürfen die Kinder Sidney anmalen. Das Pferd mit dem gutmütigen Charakter lässt sich das nicht nur gefallen, dem Tier gefällt solcher Schabernack sogar. Nicht nur kleine Reiter trägt Sidney. Sondern auch Peggy Fiedler jeden Sonntag zur Bäckerei Körner in der Döbelner Innenstadt zum Brötchen holen. "Und manchmal reiten wir auch zum Eisessen in die Stadt", sagt Peggy Fiedler.

 

All diese Aktivitäten setzen eines voraus: Die Mobilität und körperliche Gesundheit des Pferdes. Und da droht Ungemach. Die Hufrehe ist eine tückische Krankheit - vergleichbar mit der Gicht beim Menschen. Sie kann bis zur Bewegungsunfähigkeit des Pferdes führen. Dabei kommt es zu einer Entzündung der Huf-Lederhaut beim Pferd. Große Schmerzen und Lahmheit sind die Folge und das kann auch bedeuten, dass das Pferd nie wieder einen Reiter tragen kann. Leiden die Pferde zu sehr an den Schmerzen in den Beinen, so hilft oft nur noch die erlösende Spritze.

 

So schlimm ist es um Sidney zum Glück nicht bestellt. Jeder kann sein Scherflein dazu beitragen, damit es nicht soweit kommt. Auch wenn Peggy Fiedlers Ponys lieb und treu über den Zaun schauen, füttern sollte man die Rösser nicht. Peggy Fiedler weist die Leute immer wieder darauf hin, hat sogar schon Schilder aufgestellt. Aber die Nähe des Bauernhofes zum Wohngebiet Döbeln-Nord führt offenbar immer wieder dazu, dass Leute Brot und Brötchen an die Pferde verfüttern. "Ich habe mal welche erwischt und darauf angesprochen. Da hieß es: Es war doch nur ein Brötchen. Wenn das dann hundert Leute sagen, wird es problematisch", sagt Pferdebesitzerin Fiedler. Derzeit beobachtet sie, wie Maiskolben vom Feld an der Oschatzer Straße auf die Koppel wandern. Mais ist für die Ponys ebenfalls ein denkbar untaugliches und ungesundes Futter.

 

Pferde sind keine Schweine. Ihr Stoffwechsel verträgt manche Nährstoffe nicht, die in den vermeintlichen Leckerlis steckt, die die Leute über den Zaun reichen. So führen zum Beispiel Kohlenhydrate - Brotkanten und Brötchen enthalten davon reichlich - über mehrere biochemische Vorgänge zu einer Übersäuerung des Organismus. Dadurch können sich Pferdehufe entzünden, die Lederhaut löst sich von der Oberhaut. Das tut den Tieren natürlich sehr weh.

 

"Gerade Ponys reagieren wesentlich empfindlicher auf ungeeignetes Futter, als Großpferde", sagt Peggy Fidler. Sie kann nur eindringlich an die Leute appellieren: "Bitte füttern sie meine Pferde nicht."

 

Das kann Ilona Prößdorf vom Gangpferdezentrum Mittelsachsen in Ebersbach nur unterstreichen. Brot, Brötchen, Küchenabfälle, der Inhalt des Fangkorbes vom Rasenmäher - "das ist alles kein Pferdefutter", sagt sie. Nicht nur wegen der Hufrehe, sonder auch Koliken können sich die Tiere zuziehen, wenn sie solches Zeug fressen. Ilona Prößdorf hat das Glück, keine falsch fütternden Zaungäste zu haben. "Die Nachbarn wissen Bescheid und ich habe meine Pferde gut abgegrenzt", sagt Ilona Prößdorf.

Dirk Wurzel

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