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Döbeln Leisnig: Eine Ode an des Deutschen liebstes Obst
Region Döbeln Leisnig: Eine Ode an des Deutschen liebstes Obst
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14:39 07.10.2018
Frieder Försterling und Doreen Thum mit köstlichen Äpfeln. Quelle: Gerhard Dörner
Leisnig

Ananasrenette, Goldparmäne, Weißer Winterkalvill. Drei von unzähligen Kernobstexoten, die längst nicht mehr über die normalen Supermarktkassen gehen. Raritäten mit teilweise jahrhundertelanger Tradition. Der Sachsenobst Hofladen in Leisnig stellte sie und die knackigen Kassenschlager des Vertriebs am 6.Oktober richtig zur Schau. Hunderte Gäste feierten schon in den frühen Vormittagsstunden den Apfel. Die Leisniger Obstgarten GmbH, Tochter der Obstland Dürrweitzschen AG, mimt nun schon das 14. Mal den Gastgeber und gewährt am offiziellen Apfeltag Einblicke in den Arbeitsalltag und das Geschäft mit dem regionalen Obst.

Mit dem Schlendrian durch die Plantagen

Am Eingang sammeln sich bereits Scharen von Menschen, die alle mit dem Schlendrian eine Runde entlang der Plantagen drehen wollen. Die kleine Miniaturbahn samt Ansager gewährt einen anschaulichen Blick durch das Schlüsselloch des Betriebes und lässt die Dimensionen der enormen Felderstrecken erahnen. Natürlich wird auf den Feldern auch gearbeitet. „Wir stecken mittendrin in der Ernte“, erklärt der Geschäftsführer der Leisniger Obstgarten GmbH Thomas Seidel. Auf 140 Hektar, das entspricht etwa der Größe von 196 Fußballfeldern, gibt es in dieser Saison noch reichlich zutun.

Ernte zwei Wochen früher

Dieses Jahr startete die Apfelernte schon zwei Wochen früher als sonst. Ende Oktober rechnet Seidel damit, dass sie fertig werden. Seine Bilanz: Trockenheit ja, Ernte-Chaos nein. „Klar, viele Äpfel waren dadurch in diesem Jahr recht klein, die konnten dann nicht in den Direktverkauf.“ Jedoch nicht so problematisch, da der Rest zu Most verarbeitet wird. Die Fläche profitiere außerdem von guten Böden, die viel und gut Wasser speichern. In diesem Hitzesommer besonders wichtig.

Direkte Verkostung kommt gut an

Von den Geschmacksnuancen der vielen angebauten Sorten konnten sich die Besucher selbst überzeugen. Die direkte Verkostung der Äpfel, Säfte und Weine kam gut an. „Man kann sich durchprobieren und dann seine Lieblingssorte kaufen. Nicht wie im Supermarkt. Das ist toll“, sagt Kerstin Milnikel, die in diesem Jahr das erste Mal dabei ist. Die Waldheimerin hat auch gleich Tochter und Enkelkinder begeistern können. „Für die Kleinen gibt es tolle Angebote: Schminken, Tiere und eine kleine Rennstrecke“ erzählt sie und zeigt auf ihren Enkel, der seit geraumer Zeit die Miniaturtraktoren in Beschlag nimmt.

Berner Rosenapfel beim Sortenprüfer

Einige Meter weiter lässt Kerstin Auerbach eine Apfelsorte aus ihrem Garten von einem Pomologen, eine Art Sortenprüfer und Verkoster, prüfen. Wie sich herausstellt, hat sie einen Berner Rosenapfel mitgebracht. Eine alte Sorte, „feuerrot und saftig“ wie sie sagt und eine von etlichen Sorten auf ihrem Grundstück. 20 Bäume habe sie. „Ich wollte unbedingt wissen, was das für eine Sorte ist. Der Baum ist schon ziemlich alt und ich möchte gerne einen neuen pflanzen.“

In Schubkarren und Kisten schleppen die Leute an diesem Tag kiloweise Äpfel über den Hof. Ihnen gefällt das Konzept aus Transparenz und einer gewissen regionalen Vertrautheit.

Von Lisa Schliep

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