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Döbeln Leisnig: Gartengruppe "An der Mulde" - Noch eingeschworener nach der Flut
Region Döbeln Leisnig: Gartengruppe "An der Mulde" - Noch eingeschworener nach der Flut
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21:14 30.07.2012

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Vor zehn Jahren ereilte die kleine Gartensparte "An der Mulde", die seit 2001 ein eingetragener Verein ist, aber seit 1966 schon als Gartenanlage genutzt wird, eine Wende in ihrer Vereinsgeschichte. Das Hochwasser holte sich die liebevoll gepflegten Gärten. Von anfangs 17 Kleingärten blieben nur noch neun. Auch der Garten des damaligen Gartenvorstandes Siegfried Moser traf das Hochwasser. Sein Garten und der von 16 anderen Vereinsmitgliedern wurden schwer verwüstet, waren nicht mehr zu retten. "Siegfried musste zwangsläufig aufhören und wir hatten keinen Gartenvorstand mehr", erinnert sich Peter Kaczmarek, der seit 1966 seinen Garten hat. "Wir Besitzer der neun übrigen Gärten überlegten, wie es weiter gehen soll." Peter Kaczmarek zögerte nicht. Er nahm den Posten als Vorstand an. "Ich konnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, einfach aufzuhören." Die neun Vereinsmitglieder wurden durch die Ereignisse enger zusammen geschweißt. "Bösartige Probleme gibt es bei uns nicht", so Peter Kaczmarek. "Gibt es ein Problem unter uns Mitgliedern, dann klären wir das mit Ruhe."

Nach der Wende kaufte der Kreisverband der Kleingärtner Döbeln von einem Privatbesitzer das Stück Land an der Mulde. Der perfekte Ort für Gärten: Grüne Wiesen, plätscherndes Wasser und viel Ruhe. Junge Familien wissen diese Gelassenheit zu schätzen. "Wir haben zwar auch Nachwuchsprobleme. Aber bis jetzt haben wir in jedem Garten Familien und viele kleine Kinder", erklärt Kaczmarek. Trotzdem glaubt er nicht an einen Wiederaufbau der brachliegenden Gärten. "Das Interesse der Leute fehlt und viele haben Angst vor einem erneuten Hochwasser, obwohl wir über der Flutlinie sind." Im Garten von Peter Kaczmarek stand das Wasser 3,70 Meter hoch. "Da stand nur noch der Kamin."

"Ich baue heute Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen und Erdbeeren an", sagt er. In seinem kleinen Gewächshaus kümmert er sich um Gurken und Tomaten. Und Peter Kaczmarek steht stolz vor seiner etwa vier Meter hohe Sonnenblume.

Einmal im Jahr treffen sich die Gartenfreunde in Familie zum Grillfest. Dort wird die Jahresversammlung abgehalten. "Als wir noch mehrere Gärten waren, haben wir jedes Jahr ein großes Fest gefeiert. Jetzt lohnt sich das nicht mehr", erklärt Kaczmarek. Und was macht ein Gartenfreund außerhalb der Saison? "Dann sitzen wir gemütlich bei einer warmen Tasse Kaffee in unserer Holzhütte vor unserem Kamin", freut sich Peter Kaczmarek und man stellt fest: Auch in der kleinsten Gartensparte Leisnigs kann man eine Menge Freude miteinander haben. S. Jankowski

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