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Leisnig: Mit der Feuerwehr in die Bücherei

Lesetag schon für Dreijährige Leisnig: Mit der Feuerwehr in die Bücherei

Die Feuerwehr in der Stadtbücherei - das soll viel junges Publikum in die Bibliothek an der Leisniger Kirchstraße bringen. Am 22. Februar 2018 startet eine Veranstaltungsreihe mit Sabine Rötzsch, ehemals Burg Mildenstein, als Vorleserin. Es ist für alle Seiten so etwas wie ein Experiment.

Leisniger Wirbelwind-Kinder in der Stadtbibliothek. Bald startet eine neue Vorlesereihe.

Quelle: Fotograf Sven Bartsch

Leisnig. Aufgeregtes Stimmengewirr in der Bibliothek: Die Kinder aus der Vorschulgruppe vom Kindergarten Wirbelwind sind da. Sie durchforsten die Regale. Manche blättern, auf der Lesecouch sitzend, ihre Bücher durch. In kleinen Grüppchen erzählen sich wiederum andere, welches Buch sie gerade für sich entdeckt haben. An Kinder wie sie wendet sich die neue Vorlesereihe „Lesen – Lauschen- Lachen“.

Monatlich eine Lesung für Kinder

Am Donnerstag, 22. Februar 2018, dürfen die kleinen Zuhörer ein Feuerwehrauto mit die Bücherei bringen. Dann wird aus einem Kinderbuch vorgelesen mit dem Titel „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Einmal monatlich will die Leiterin der Stadtbibliothek, Kerstin Otto, zu einer derartigen öffentlichen Lesung einladen.

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Schon Kinder im Vorlesealter lernen in Leisnig, wie sie sich aus einem Buch Wissen aneignen können.

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Idee der Frau von Mildenstein

Die Idee hatte Sabine Rötzsch. Bis Dezember des Vorjahres noch verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf der Burg Mildenstein, widmet sie sich in ihrem Ruhestand neuen Projekten. Dazu gehört die Vorlesereihe für Kinder, deren Initiatorin die gelernte Bibliothekarin ist. „Es ist ein glücklicher Umstand, dass wir eine absolute Fachfrau für diese Reihe bekommen“, sagt Bibliotheksleiterin Kerstin Otto.

Sabine Rötzsch las schon wie im Mittelalter

Mit der Burg bestehe all die Jahre eine gute Verbindung. Sabine Rötzsch trat zum bundesweiten Vorlesetag schon in mittelalterlicher Gewandung auf und las Kindern aus einem Buch Geschichten aus der Ritterzeit vor.

Erwachsene zum Vorlesetag willkommen

Ungekanntes Terrain betritt sie demnach nicht – „ ein absolutest Plus für diese neue Idee“, freut sich Kerstin Otto. Dass der Auftakt der Vorlesereihe in die Winterferienzeit fällt, freut sie um so mehr. Sie setzt darauf, dass beispielsweise Großeltern, die ein Ferienkind zu Gast haben, an diesem Donnerstagnachmittag einen Abstecher in die Stadtbibliothek machen.

Publikum schon Kinder ab drei Jahren

Dort wartet nicht nur Sabine Rötzsch mit Hannes Hüttners Buch „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ auf die jungen Zuhörer, sondern gleich ein ganzer Lesezug. In dessen Waggons ist alles gesammelt, was sich in der Bücherei zum Thema Feuerwehr und Polizei finden lässt. Kinder im Alter ab drei Jahren sind am 22. Februar willkommen, und generell jeder, der erstens gerne eine Geschichte vorgelesen bekommt und zweitens jeder Erwachsene, der an dem Tag die Regale nach frischem Lesestoff durchstöbern möchte.

Alles anstellen zum Piepsen

Die Leisniger Wirbelwind-Kinder um ihre Erzieherin Heike Hellmig sind darin schon sehr gut, denn die Bibliothek besuchen sie nicht zum ersten Mal. Jedes Kind wählt ein Buch, um es auszuleihen. „Das Anstellen zum Piepsen am Ende des Bücherei-Besuchs ist schon ein Ritual“, lacht Kerstin Otto. Wenn Bibliotheksmitarbeiterin Konstanze Eulitz die Barcodes einscannt, stehen die Kinder in Reih und Glied und beobachten, was die Frau am Computer da tut.

Bücher in der Gruppenarbeit vom Kindergarten

Im Kindergarten werden die Bücher in die Gruppenarbeit einbezogen. „Wenn wir auch nicht jedes einzelne von vorn bis hinter gemeinsam durchlesen, so befassen wir uns trotzdem damit und halten auch die Kinder dazu an“,sagt Heike Hellmig. Die Wirbelwindkinder haben durchaus schon verstanden, dass es sich bei einem Buch nicht allein um ein Unterhaltungsmedium zum Vorlesen handelt.

Interaktive Bücher äußerst beliebt

Die Bücherei hält auch schon für Leseanfänger und Vorschüler Sachbücher bereit. Sehr beliebt sind Buchkonzepte wie beispielsweise die Reihen „Licht an“ oder „Tiptoi“. Dabei ziehe vor allem das interaktive Moment. Generell würden Kinder gern Tierbücher ausleihen, die sie dann mit ihren Eltern zusammen lesen und sich Wissen holen, zum Beispiel für die Haltung eines Hundes, wenn gerade ein Vierbeiner neu in die Familie kam.

Buch mit Hauptbedeutung unter allen Medien

Dass Kinder weiterhin zum Kreise der Bibliotheksnutzer gehören, die auch nach Büchern fragen, daran wird in Leisnig also fleißig gearbeitet. Im Jahr 2017 hatte sie in ihrer Einrichtung insgesamt etwas mehr als 37 000 Ausleihen zu verzeichnen. Rund 23 000mal waren das Bücher und Zeitschriften, rund 12 500mal CDs und DVDs. Die Ausleihe so genannter e-Books belief sich auf etwas mehr als 1000. „Bei uns hat das Buch noch immer die Hauptbedeutung", sagt Kerstin Otto. Damit das so bleibt, lernen Kinder schon im Kindergarten und bei Veranstaltungen wie „Lesen – Lauschen – Lachen“, was es in einer Bücherei alles zu entdecken gibt.

Von Steffi Robak

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