Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Leisnig: Pillenschieber fliegen auf
Region Döbeln Leisnig: Pillenschieber fliegen auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 03.09.2017
Illegale Pillen wurden in Leisnig gefunden. Quelle: picture alliance / dpa
Anzeige
Leisnig/Mühldorf.

Ein Schlag gegen den Schmuggel von Potenztabletten ist dem Zoll in Bayern und in Sachsen gelungen. Bei sechs Wohnungsdurchsuchungen in den Landkreisen Mühldorf am Inn und Altötting (Bayern) sowie in Leisnig stellten Zollfahnder bereits Anfang August insgesamt rund 52 000 Stück potenzsteigernde Tabletten sicher. Darüber informierten die Fahnder am Donnerstag.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Traunstein wirft sechs Tatverdächtigen vor, seit 2015 aus Indien und Nepal eingeschmuggelte Potenzmittel an Abnehmer in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Teil im großen Stil über das Internet vertrieben zu haben. Die Lieferanten und Hinterleute sitzen in Hongkong. Bei den deutschen Tatverdächtigen handelt es sich um vier Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 29 und 67 Jahren, darunter eine 31 Jahre alte Frau, deren Wohnung die Zollbeamten in einem kleinen, nördlichen Ortsteil von Leisnig durchsuchten. „Die Menge der Potenztabletten, die wir in der Wohnung bei Leisnig gefunden haben, war im Vergleich zu den Durchsuchungen in Bayern eher gering“, erklärte Johannes Streidl vom Zollfahndungsamt München. Während es in Bayern zwei Festnahmen gab, sei das in Leisnig nicht der Fall gewesen. Trotzdem laufen die Ermittlungen auch gegen die 31-Jährige. Ihr werde wie den anderen vorgeworfen, außerhalb von Apotheken und ohne Rezept mit den Potenzmitteln gehandelt, also gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen und dabei auch Steuerhehlerei betrieben zu haben.

„Das lief so ab: Größere Pakete mit den Tabletten sind von Asien mit der Post nach Deutschland geschickt worden. Die Tatverdächtigen haben diese Sendungen entgegengenommen, die Schmuggelware in kleinere Päckchen verpackt und dann an die Endkunden weitergeschickt“, beschreibt Streidl. Aufgeflogen ist das Ganze nach Hinweisen eines Paketdienstleisters in Lindau.

Die Hauptbeschuldigten sind eine 57-jährige Frau und deren 29 Jahre alte Tochter aus dem Landkreis Mühldorf. Die Fahnder hatten sie festgenommen. Der Ermittlungsrichter ließ beide gegen strenge Auflagen wieder frei, nach dem sie umfangreiche Angaben gemacht hatten. Zudem wurde das Vermögen der zwei Frauen eingefroren. Die Fahnder beschlagnahmten ein Auto sowie ein Motorrad und ließen eine Zwangshypothek auf das Grundstück der beiden Frauen eintragen.

Über einen Zollverbindungsbeamten in China ist es laut Johannes Streidl gelungen, vier Bankkonten der Lieferanten und Hinterleute in Hongkong zu sperren. Somit ist der von Asien aus agierenden Gruppierung der Zugriff auf rund 250 000 Euro verwehrt.

An dem Einsatz Anfang August in Leisnig und in Bayern waren rund 50 Einsatzkräfte des Zolls beteiligt.

Von Olaf Büchel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie alle gehörten einst zur Harthaer Musical Company. Manche waren ganz am Anfang dabei, andere gehörten zur letzten Generation auf der Bühne. Jetzt kommen einige der früheren Mitwirkenden wieder zusammen, um bei der „Show der Talente“, der Veranstaltung zum zehnjährigen Geburtstag der Hartharena dabei zu sein.

03.09.2017

Zwei Frauen sollen von Leisnig und Bayern aus im großen Stil mit Potenzmitteln aus Asien gehandelt haben. Jetzt wurden Mutter und Tochter festgenommen.

31.08.2017
Döbeln Unterricht wie vor 80 Jahren in Schrebitz - Wenn die Lehrerin mit dem Rohrstock droht

Schiefertafel, Kreidegriffel und Marinekragen aus Kaisers Zeiten: Dritt- und Viertklässler aus der Grundschule Technitz erlebten diese Woche historischen Unterricht wie vor 80 Jahren in der Kulturschule Schrebitz. „Lehrerin“ Birgit Müller vom dortigen Heimatverein kontrollierte die Hände und Fingernägel und zeigte den berüchtigten Rohrstock.

02.09.2017
Anzeige