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Leisnig: Problemäpfel sorgen mal wieder für Verdruss

Verkalkt Leisnig: Problemäpfel sorgen mal wieder für Verdruss

Wenn der Leisniger Apfelbrunnen funktioniert, ist er ein richtiger Hingucker. Aber derzeit stehen die Äpfel auf dem Markt mal wieder still. Schuld ist wohl das Wasser, das zuviel Kalk enthält. Im Stadtrat gab es darum eine Diskussion, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Entkalkungsanlage einzubauen.

Wenn der Leisniger Apfelbrunnen funktioniert, ist er ein richtiger Hingucker. Derzeit herrscht aber Stillstand.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Der Apfelbrunnen auf dem Leisniger Markt sorgt mal wieder für Verdruss. Das wurde auf der jüngsten Stadtratssitzung deutlich. „Einige Äpfel drehen sich nicht. Das war gerade beim Burg- und Altstadtfest sehr ärgerlich“, sagte Ray Matthys, der für die Partei Die Linke im Leisniger Stadtrat sitzt. „Die letzten zwei Jahre lief es reibungslos. Ab Mai 2016 habe ich dann begonnen, mich zu beschweren“, sagte Bürgermeister Tobias Goth (CDU), der das Problem des Apfel-Stillstandes ebenfalls auf dem Zettel hat. Er gab Ray Mathys Recht, dass es nicht in Ordnung sei, wenn sich die Frucht-Skulpturen nicht drehen.

Zuviel kalk im Wasser schuld am Stillstand?

Dann entspann sich im Tagesordnungspunkt „Anfragen der Stadträte“ eine über Fraktionsgrenzen überaus konstruktive, man könnte auch sagen: fruchtvolle, Diskussion darüber, wie dem unfreiwilligen Stillstand der Früchte auf dem Vorzeigeobjekt des Leisniger Marktes zu begegnen sei. Dabei war auch das stark kalkhaltige Wasser in der Region Döbeln Thema, von dem böse Zungen sagen: Wer hier eine Mauer verputzen will, kann sich den Mörtel getrost sparen und sprühe die Wand einfach lange genug mit Leitungswasser ein.

„Die Kalkablagerungen sind erheblich. Die Wasserhärte spielt doch eine erhebliche Rolle“, diagnostizierte Dr. Hansjörg Oehmig, Stadtrat der CDU. Hans-Hermann Schleußner von der Wählervereinigung Stadt und Land Leisnig und 2. stellvertretender Bürgermeister regte an, eine Entkalkungsanlage ins Rathaus einzubauen. Er schilderte, welch gute Erfahrungen er in Polkenberg mit einer solchen Anlage gesammelt hat. Diese bringt den Kalk mittels chemischer Prozesse aus dem Wasser. Dazu werden diesem spezielle Tabletten zugesetzt. „So eine Anlage kostet doch viel Geld. Man könnte die Tabletten doch auch direkt ins Wasser geben“, regte CDU-Stadtrat Dirk Morgenstern an.

Stadt lässt im Herbst nachbessern

„Ich will dort eigentlich nicht experimentieren. Gerade weil an dem Brunnen Kinder spielen“, gab Bauordnungsamtsleiter Thomas Schröder zu bedenken. Er erklärte den Räten auch, woher das Wasser für den Brunnen kommt: Aus dem Trinkwassernetz und der Regenwasserzisterne. Es fließt in einen Sammelbehälter. Aus diesem wiederum speist sich der Wasserkreislauf der Plätscherskulptur. Der Wasserdruck hebt die Äpfel ganz leicht an und diese rotieren. Eigentlich ein einfaches Prinzip, das in anderen Städten sogar große Granitkugeln rotieren lässt. Wenn da nur der Kalk im Leisniger Wasser nicht wäre.

Die Stadt werde nun die Zeit nutzen, in der der Brunnen abgeschaltet ist, um diesen ordentlich reinigen zu lassen und die Ränder der Becken zu erhöhen, in denen die Äpfel rotieren. „Dadurch steigt der Wasserdruck und die Äpfel werden sich hoffentlich wieder störungsfrei drehen“, sagte Bürgermeister Tobias Goth.

Das Wasserspiel „tanzende Äpfel“ des Chemnitzer Diplom-Designers Michael Stapf hatte immer mal wieder Funktionsstörungen, seitdem es seit 2012 den Leisniger Markt ziert. Mal war es Laub, dass den Betrieb störte und die Äpfel zum Stillstand. Auch die Leitung zum Brunnen war schon dicht. Der Kalk hatte sie zugesetzt.

Von Dirk Wurzel

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