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Döbeln Leisnig: Rast am Lutherweg mit Ausblick
Region Döbeln Leisnig: Rast am Lutherweg mit Ausblick
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10:28 04.10.2018
Kunst am Lutherweg: Besondere Sitzbänke in Leisnig. Quelle: Sven Bartsch
Leisnig

Bei Schiffstaufen zerschellen Flaschen an Holzplanken. Bei der Einweihung von „Kunst am Lutherweg“ schiebt der Wind in Leisnig die Sektgläser um. Sie zerschellen an farbenfrohen Fayence-Fliesen und fallen in Scherben. Diese sollen bekanntlich Glück bringen. Seit Dienstag hat Leisnig ein neues „Bellevue“ – eine schöne Aussicht.

Wo der Schulweg auf den Kirchplatz mündet, war feierliche Einweihung. Der Posaunenchor der evangelischen Kirchgemeinde Leisnig spielte die Musik dazu, während Projektbeteiligte und interessierte Leisniger erstmals offiziell die Details eines Kunstwerks in Form farbigen Kacheln auf Betonbänken in Augenschein nahmen. Immer wieder taucht doch die Figur des Narren auf, aber auch Edelleute, deren Schmuck oder Kleidungsstücke.

Da überrascht ein wenig, dass sogar ein QR-Code eine der Fliesen ziert. Ja, und der ist echt. Wer ihn scannt, wird auf die dazugehörige Internetseite gelotst. Der Spaziergänger oder auch der Wanderer auf dem sächsischen Lutherweg kann auf den beiden Bänken Rast machen und den Blick schweifen lassen über das Tal der Mulde. Und anschließend kann er die Blicke richten auf die Motive der beiden dort stehenden Bänke.

An einer von vier Stationen, neben Leisnig noch Ziegra, Grimma und Mügeln, erzählen die Motive etwas darüber, was Menschen von heute mit Luthers Zeit und der damit einhergehenden Reformation verbindet - damals ein äußerst facettenreicher und tiefer religiöser und zudem gesellschaftspolitischer Einschnitt, wie es wenige in der deutsche Geschichte gibt.

Die Leipziger Künstlerin Rosi Steinbach steht als Urheberin hinter den zwei Leisniger Lutherbänken. Die Motive fürs Dekor gestalteten Mitwirkende eines Zeichenzirkels von Uta Hartwig-Schulz vom Künstlergut Prösitz, die zur Übergabe feier sagt: „Es war ein großer gemeinsamer Lernprozess, auch darüber, wie ein professionelles künstlerisches Projekt zu Werke kommt.“

Beim Projekt „Kunst am Lutherweg“, unter Koordination des Kulturfördervereins Schaddelmühle, wurde Wert darauf gelegt, das Laien in den Entstehungsprozess eingebunden sind. Dafür wurde der Begriff „sozialisierte Kunst“ geprägt. Ursprünglich sollten Leisniger Oberschüler die Dekormotive entwerfen. Doch dieser Gedanke wurde in Leisnig nicht aufgenommen.

Finanziert wird „Kunst am Lutherweg“ aus Mitteln der Europäischen Union zur Stärkung und Entwicklung des ländlichen Raumens. Der Lutherweg führt mehrere hundert Kilometer durch s Land. Die vier Kunstwerke im Rahmen des Projektes laden ein zum Entdecken, Verweilen und Nachdenken. In Leisnig zweigt der Weg dafür ein paar Meter von der offiziellen Route ab. Die kommt aus Richtung Fischendorf über die Kirchstraße und über den Marktplatz.

Der kleine Luther-Umweg über Kirchplatz und Schulweg lohnt sich, für das dortige Kunstwerk wie für den Ausblick übers Muldental. Damit der kleine Umweg gefunden wird, werden noch Hinweisschilder aufgestellt, verspricht Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU).

Von Steffi Robak

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