Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Leisnig: Stadt verkauft alte Kupferschmiede
Region Döbeln Leisnig: Stadt verkauft alte Kupferschmiede
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 24.10.2017
Noch steht ein Gitter in der Einfahrt zur alten Kupferschmiede. Durch den Torbogen sollen einmal die Gäste ihre Autos auf das Grundstück zum Parken fahren und an der Oberlanggasse wieder hinaus. Quelle: Foto: Steffi Robak
Anzeige
Leisnig

Vor zwei Jahre kaufte die Stadt Leisnig das Grundstück am Marktplatz Nummer 17, die frühere Kupferschmiede von Justinus Richter. Das Ziel: In bester Lage mitten in der Stadt Gastronomie und bestenfalls sogar Hotelwesen anzusiedeln. Seitdem steht Projekt still. Jetzt soll wieder Bewegung hinein kommen: Die Stadt möchte in die Vermarktung gehen.

So formulierte es jüngst Thomas Schröder vom städtischen Bau- und Ordnungsamt. 2015 hatte es bereits vielversprechende Kontakte gegeben zu potenziellen Investoren beziehungsweise Betreibern. „Das hat sich damals bedauerlicherweise zerschlagen“, sagt Schröder.

Gebot an konkrete Nutzung gekoppelt

Jedoch sei das kein Anlass das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen. Der Verkauf des Objektes werde in Kürze ausgeschrieben. Und damit sich das Grundstück in die von der Kommune gewünschte Richtung entwickelt, wird der Zuschlag an die konkrete künftige Nutzung geknüpft. „Auf diese Weise macht die Stadt ihr Interesse deutlich, was aus dem Gebäudekomplex einmal werden soll“, sagt Schröder.

Im Amtsblatt der Stadt werde der Verkauf in einer der nächsten Ausgaben ausgeschrieben. Doch für Schröder ist klar: Wenn es um ein derart großes Gebäude geht, ist der Kreis potenzieller Interessenten im Umkreis von Leisnig oder dem Altkreis Döbeln klein. Er geht also davon aus, dass auch Immobilienportale im Internet genutzt werden: „Es muss in einem größeren Umfeld bekannt werden, dass Leisnig dieses Objekt zu bieten hat.“

Schröder ist sich bewusst, dass durchaus noch viel Zeit ins Land gehen werde, bis ein geeigneter Interessent gefunden ist. Noch benötigt auch die Stadt ihre Zeit, denn auf dem Grundstück ist noch in großem Stil Ordnung zu schaffen.

Grundstück soll Durchfahrt bekommen

Der gesamte Anbau auf dem hinteren teil des Grundstückes, bei den Leisnigern noch als altes Wannenbad bekannt, so abgerissen werden. Damit weist das Grundstück dann eine Durchfahrt auf – für einen künftigen Hotelbetreiber möglicherweise ein Vermarktungsplus. Am Markt könnte die Kundschaft durch das Hauptportal auf das Grundstück fahren, auf dem Grundstück parken und dieses zur Oberlanggasse hin wieder verlassen.

Schulhofsanierung geht vor

Damit das auch so funktioniert, muss das alte Wannenbad also noch weg. Das sollte ursprünglich schon 2015 in Angriff genommen werden, wurde jedoch verschoben. Nicht allein stockende Verhandlungen mit den damals noch interessierten potenziellen Betreibern waren der Grund. Aus finanziellen Gründen musste auch der Abriss des alten Wannenbades in der Planung nach hinten verschoben werden. Allein für den Abriss werden Kosten von 80000 Euro veranschlagt. Als klar wurde, dass in diesem Jahr die Sanierung der Schulhöfe in Leisnig und Sitten in Angriff genommen werden sollte, rückten die Aktivitäten weiter in den Hintergrund. Nun ist der Abriss vom alten Wannenbad für das Jahr 2018 ins Auge gefasst. Der Verkauf des Objektes an einem späteren Betreiber wird mit der bevorstehenden Ausschreibung langsam angebahnt.

Für wie viel Geld die Stadt das Objekt einmal verkauft, darüber möchte beziehungsweise kann Schröder momentan nichts sagen. Bevor die Stadt das Objekt vor zwei Jahren kaufen konnte, wurde lange verhandelt mit dem vormaligen Eigentümer, einem in Augsburg wohnenden Nachfahren vom Kupferschmiede-Betreiber Justinus Richter. Dieser hatte selbst mannigfache, teils etwas abwegigen Ideen, wie das Objekt reaktiviert und genutzt werden könnte. Machen sollten es aber andere – also die Stadt – und er wollte sich möglichst großen Einfluss auf das Vorhaben sichern. Als er nach beharrlichem Drängen der Stadt in den Verkauf einwilligte, hatte er Preisvorstellungen von um die 250 000 Euro.

Gutachten soll Preis bestimmen

Die Stadt handelte ihn auf 50 000 Euro herunter. Jetzt sagt Schröder, der nun aufzurufende Verkaufspreis werde auf einem Verkehrswertgutwachten aufbauen. Nachdem die Stadt 2014 als Zwischenerwerber gekauft hatte, wurde unter anderem das Dach in Ordnung gebracht. Nun ist der Abbruch von Seiten- und Hintergebäuden geplant. Das 1840 erbaute Hauptgebäude direkt am Markt steht unter Denkmalschutz.

Von Steffi Robak

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Hundefängerfahrer aus Klipphausen soll auf der A14 bei Döbeln BMW ausgebremst haben, um dessen Fahrer zu disziplinieren. Bei Gericht kommt der Mann glimpflich davon.

Der Landtagsabgeordnete Henning Homann aus Döbeln, glaubt, dass die Menschen mehr Orientierung brauchen und wissen müssen, was ihre Politiker wirklich denken. Erst recht nach der Bundestagswahl und der Rücktrittserklärung des Ministerpräsidenten Tillich (CDU). Homann fordert auch einen Systemwechsel in der politischen Kultur von Sachsen.

24.10.2017

Die Jugendarbeit in Hartha ist und bleibt ein hartes Pflaster. Nachdem auch der letzte Traum vom eigenen Domizil der Jugendlichen zerplatzte, regt sich momentan nichts mehr, wenn es um einen Treffpunkt geht.

19.02.2018
Anzeige