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Leisniger Altstadtfest: Karnevalist spielt den deutschen Kaiser

20. Auflage Leisniger Altstadtfest: Karnevalist spielt den deutschen Kaiser

Zum Burg- und Altstadtfest wird in Leisnig die Stimme von Kaiser Friedrich I. genannt Barbarossa, über den Kirchplatz von St. Matthäi donnern. In der Geschichte Leisnigs sollte der deutsche Kaiser als Besitzer der Burg eine Rolle – und deshalb wird er im diesjährigen Theaterstück auf der Bühne erscheinen. In diese Rolle schlüpft Wolfgang Rölle.

Historische Personen und Darsteller aus der Neuzeit haben sich auch schon zu früheren Theaterstücken in Leisnig gemischt. Dieses Jahr kommen verstärkt die Größen aus der Geschichte zu Wort.

Quelle: Wolfgang Sens

Leisnig. Ein Theaterstück gehört jedes Jahr zum Programm des Burg- uns Altstadtfestes dazu. Anders als in den Vorjahren kommt dieses Jahr ein Abriss über die Stadtgeschichte auf die Bühne. Mehrere historische Persönlichkeiten treten also zum Altstadtfest vorübergehend aus der Geschichte hervor. Die Aufführungen laufen am Sonnabend und Sonntag jeweils 15 Uhr. Sie sind allerdings auch schon im „Historischen Einzug der edlen Damen und Herren mit Gefolge“ am Sonnabend ab 12 Uhr zu erleben. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Burg- und Altstadtfest ist damit ein besonderer Akzent der diesjährigen Feierlichkeiten in der Altstadt und auf dem Burggelände gesetzt. Auch dabei sind Protagonisten wie Wiprecht von Groitzsch oder eben Friedrich Barbarossa bereits zu sehen.

Alte Rittersleut’ auf Leisnig getrimmt

„Historische Fakten in einem Theaterstück zu verpacken, das ist eine Herausforderung“, sagt Wolfgang Rölle. Der Mann vom Carneval Club Leisnig, der traditionell das Einstudieren der Theaterstücke koordiniert, hat sich auch um die Besetzung des Stückes für dieses Jahr gekümmert. Es trägt den Titel „Das Rad der Geschichte“. Geschrieben haben es Jörn Hänsel und Regina Herberger vom Verein Mittelsächsischer Kultursommer. Auf der Bühne stehen die Akteure des CCL wie Carmen Kießling, Ralf Herrmann oder Bernd Funke. Das knapp eine Stunde lange Stück soll die Bedeutung der jeweiligen historischen Personen für die Stadt widerspiegeln.

„Das könnte etwas trocken werden, aber es gibt auf jeden Fall einen amüsanten Abschluss“, sagt Rölle. Der mehr allerdings noch nicht verraten will, nur so viel: Es gibt auch wieder ein Lied. Nach der Melodie „Ja, so warn’s, die alten Rittersleut’“ wird der Text speziell auf Leisnig zugeschnitten sein, und das mit viel Augenzwinkern. „Schön finde ich daran, dass die Melodie und der Refrain vielen Leuten bekannt sind. Das wird zum Mitsingen einladen.“

Von Heringsstreit über blutigen Lappen bis Glücks-Kasten

Dass es bei den Aufführungen zum Burg- und Altstadtfest viel zu Lachen gibt, ist genau genommen ein Naturgesetz. Schließlich kommen die Darsteller aus einem Faschingsverein. Petra Müller vom Kulturamt des Rathauses hat eine Chronik zusammengestellt von den Stücken, die in den vergangenen Jahren in Leisnig auf die Bühne kamen. Dabei ging es schon um einen Heringsstreit, um die Hexenprozesse, um ein berüchtigtes Schanklokal „Zum blutigen Lappen“, um zänkische Weiber oder auch um eine kluge Bürgersfrau. Der Riesenstiefel war schon Gegenstand des Altstadtfest-Theaters wie auch der so genannte „Glücks-Kasten“. Das Stück thematisierte die Kastenordnung.

Dieses Jahr treten nun konkrete Personen aus dem Schatten der Leisniger Geschichte heraus. Im richtigen Leben kann Friedrich Barbarossa im Übrigen nicht vor dieser Stadtkulisse in Erscheinung getreten sein. St. Matthäi wurde erst Ende des 15. Jahrhunderts gebaut, während Barbarossa die Burg 1148 kaufte – da war er auch noch nicht Kaiser sondern schwäbischer Herzog. Am 27. und 28. August darf er mit Wolfgang Rölles Stimme über den Kirchplatz von St. Matthäi gebieten.

Von Steffi Robak

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