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Döbeln Leisniger Benefizgala bringt 4500 Euro Spendengeld ein
Region Döbeln Leisniger Benefizgala bringt 4500 Euro Spendengeld ein
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12:43 24.10.2016
„Ich wollte nie erwachsen werden“, sang Ronny Pontow. Seit ihren ersten Stunden ist der Wahl-Kölner der Leisniger Benefizgala treu.  Quelle: Foto: Gerhard Dörner
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leisnig/bockelwitz

 „Fang neu an!“ Als Ronny Pontow diese Zeile aus Billy Idol’s „White Wedding“ in den Bauch der St. Matthäi Kirche singt, reicht ihr Echo bis nach Bockelwitz. Seit jeher dient Kunst – welcher Form auch immer – als Allegorie des Lebens. Verführung, Scheitern, Neubeginn – was auf der Bühne mal balladenhaft, mal mit Augenzwinkern besungen wird, findet in Bockelwitz Nr. 3 sein reales Gegenstück. Zum 15. Mal fand am Sonnabend die Leisniger Benefizgala statt; Besucher, Künstler und Unternehmen spendeten rund 4500 Euro, die in diesem Jahr dem Verein „Bockelwitz Nr. 3 – Jugend in Arbeit“ zugute kommen.

Die Kooperations-Partner des Pilotprojektes „Zwischenstopp“ sowie dessen Teilnehmer informierten zum Tag der offenen Tür über Ziele und Inhalte. Quelle: Gerhard Dörner

Konkret unterstützt wird das Projekt „Zwischenstopp“ – ein in Sachsen einmaliges Programm, um suchtkranke Menschen in der Leere zwischen Entgiftung und Langzeittherapie aufzufangen. Was das praktisch heißt, darüber konnten sich Interessierte am Sonnabendnachmittag bei einem Tag der offenen Tür informieren. „Wir wollen kein anonymes Projekt sein und unsere Teilnehmer abschotten, sondern offen gegenüber unserer Umgebung, dem Dorf, der Stadt sein“, erklärt Günter Schmidt, der Vereinsvorsitzende.

„Kommt zu uns und baut Vorurteile ab“, ermuntert Martin Creutz, der Leiter der Suchtberatungsstelle der Diakonie Döbeln. „Die Teilnehmer unseres Projektes sind keine Bedrohung.“

Bei Kaffee und Kuchen sowie alkoholfreien Cocktails konnten die Besucher mit den Projekt-Partnern ins Gespräch kommen. Robby Glöckner, seit Juni Teilnehmer des Projektes „Zwischenstopp“, fachsimpelte mit Gästen über die Kunst, die seit seinem Aufenthalt in Bockelwitz Nr. 3 entstanden ist. Anfangs noch sehr bunt wirken spätere Werke farblich viel harmonischer. „Um ein Bild darzustellen, muss man einen gewissen Weg gehen“, sagt Robby Glöckner. Wie in der Kunst, so im Leben – „man muss sich beherrschen. Ein Zuviel an Farbe endet im Grau.“ Dass sich Bockelwitz Nr. 3 Außenstehenden öffne, helfe zu sensibilisieren, sagt der gelernte Glasmaler und Kunstverglaser.

Mit beeindruckender Offenheit spricht der 27-Jährige von seiner Biografie, von Fehlern in der Vergangenheit und seinem Kampf zurück in ein suchtfreies Leben. Was können andere von ihm lernen? „Gewisse Sachen nicht zu machen“, sagt Robby Glöckner. Und an Mütter und Väter gerichtet: „Verliert nie die Kommunikation zu euren Kindern. Fehler müssen gemacht werden, nur aus ihnen kann man lernen. Niemand ist perfekt.“

Am Abend in der St. Matthäi-Kirche schließt sich der Kreis. Wenn Ronny Pontow und Sebastian Oehmig klingen wie Elton John und George Michael in „Don’t let the sun go down on me“, wenn Star-Gast Nico Müller alias Shrek in „Wer ich wirklich bin“ davon träumt, ein anderer zu sein – dann wirkt der Besuch in Bockelwitz Nr. 3 noch besonders nach. Ein Kontrast dagegen der Auftakt mit Antje Roßburger und dem Fröhlichen Akkordeon-Express. „Ich könnte stundenlang zuhören, nein mitmachen“, sagt Organisator und Moderator Hansjörg Oehmig und spielt beim Gang auf die Bühne selbst eine Melodie auf dem kleinen Klavier vor der Brust.

„Alles außer Klassik“ lautet das Motto der „Tuesday Singers“ aus Chemnitz – eine Gruppe aus 40 Frauen zwischen 20 und 60 Jahre alt, die sich jeden Dienstag – darum der Name – zum Proben trifft. Da passt Madonnas „Like a prayer – Wie ein Gebet“ perfekt zum Standort, da beweisen die Damen Humor, wenn sie raunen „Dance with me – Tanz mit mir“ und keck das Bein ausstrecken. Die Queen-Klassiker „We are the champions“ und „We will rock you“ – von allen Künstlern des Abends gesungen – sind die Krönung des Abends und nach knapp drei Stunden Unterhaltung das Ende der 15. Leisniger Benefizgala. Manche Gäste meinten, es sei die bisher beste gewesen.

Von Antje Krieger

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