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Leisniger Fasching wird 60

Leisniger Fasching wird 60

Wenn die Leisniger Narren am Sonntag in die aktuelle Saison starten, dann haben sie Großes zu feiern: In diesem Jahr wird der Fasching in Leisnig 60 Jahre alt.

Leisnig.

 

 

 

 

Dabei wurde der Carneval Club Leisnig erst nach der Wende gegründet. Dennoch hatte es schon Jahrzehnte vorher einzelne Personen in der Stadt gegeben, die den Karneval aus der Wiege gehoben haben. Später übernahm sogar der Leisniger Fußball die Geschicke rund um das närrische Treiben, bis sich dann die faschingsverrückten Bergstädter zum CCL formierten. "Wenn es also dieses Jahr um 60 Jahre CCL geht, dann bedeutet das, 60 Jahre Leisniger Karneval", sagt Hansjörg Oehmig, der die Öffentlichkeitsarbeit für den Verein in den Händen und den Überblick über die Historie hat. Als Vorstandsmitglied gehört er zum Elferrat und wirkt zudem an der Programmgestaltung mit

Im Landkreis Döbeln und über seine Grenzen hinaus gilt Leisnig als eine Hochburg des närrischen Treibens und das mit langer Tradition. Wie die Vereins-Chronik berichtet, gingen bereits vor mehr als 130 Jahren zur Faschingszeit Angehörige der Tuchknappschaft "zempern". Das bedeutet, sie zogen durch die Straßen, erbettelten in den Bürgerhäusern Essbares und Geld, um anschließend alles zu verzehren und zu vertrinken. Der Brauch hat sich im Übrigen rudimentär erhalten: Heute klettern als Affen verkleidete Leisniger Narren an Leitern die Hauswände hoch und holen sich ihr Naschwerk gleich an den offenen Fenstern bei den Hausbewohnern ab.

1953 gab es in der Stadt die erste Karnevalsprinzenregentschaft durch Rudolf Beyer, seines Zeichens Vorsitzender des Stadtausschusses der Nationalen Front. Sein Auftrittsgefährt war damals das für Leisnig symbolische Grautier, ein stattlicher Esel. Mit ihm ritt er in das damalige "Haus der Jugend". Einige der ersten Mitstreiter der Mannen des Elferrates waren Max Pasora, Karl-Heinz Dommsch und Erich Ferlin. Die ersten Büttenreden verfasste im übrigen Heinz Biegler.

In den 60er Jahren waren unter anderem Siegfried Scherf und Horst Ries vom "Club Leisnig" aktive Faschingsregisseure. 1969 brach für Faschingsbegeisterte eine neue Ära an: Die Fußballer der Betriebssportgemeinschaft Motor nahmen die Ausgestaltung der tollen Tage in ihre Hände. Die HO-Gaststätte "Johannistal" wurde zum festen Domizil rauschender Karnevalsfeste mit mehreren Veranstaltungen pro Jahr und blieb geliebte Heimstatt der Närrinnen und Narren bis 1996. Mit der politischen Wende änderten sich die Rahmenbedingungen für den Leisniger Karneval. 1989 ging aus dem Fußballer-Faschingskollektiv der Carnevalclub Leisnig, kurz CCL, hervor. Mit seiner Gründung und Eintragung als gemeinnütziger Verein stellten die Karnevalisten ihre Aktivitäten und deren Finanzierung auf bundesdeutsche Gepflogenheiten um.

"Der Nachwuchs in Form der begeisterten und begeisternden Kinder- und Jugendformationen steht längst nicht mehr nur in den Startlöchern, sondern hat sich als eigenständiger Kinder-Carnevalsclub (KCCL) seinen Platz bereits erobert", so Oehmig weiter. "Die junge Generation wird hoffentlich zu gegebener Zeit in die Fußstapfen ihrer Vorbilder treten, und das Publikum auch weiterhin zu begeistern wissen."

Als das "Johannistal" der Abrissbirne zum Opfer fiel, hieß es, eine neue Heimstatt für die Großveranstaltungen zu suchen und diese wurde gefunden. Mit immensem Kraft- und Zeitaufwand sowie dem sprichwörtlichen Organisationstalent und Ideenreichtum des CCL wird die Zimmermann-Sporthalle seit 1997 immer wieder kurzfristig für die Karneval-Galas umgerüstet und bietet im Zusammenspiel mit Schützenhaus und Kegelhalle den gewohnt groß­zügigen Auslauf sowie viele Begegnungsmöglichkeiten für die Karnevalsgäste.

"Sicher dürfen die unzähligen ehrenamtlichen Helfer hinter den - von Faschings-Freunden und in den eigenen Reihen gefertigten - Kulissen und Dekorationen neben den auf der Bühne ­stehenden Akteuren nicht unerwähnt bleiben. Ob Kostüm- und Accessoires-Schneiderin, ob Ordnungsdienst oder Flickfrauen und Friseusen in den ­Garderoben, ob Speisemamsells und Getränkeausschank hinter der Bühne sowie Wirteservice davor, ob Musikkapellen, Discotheken und auch Sponsoren, sie alle standen und stehen dem bewährten Team der Karnevalisten nicht nur zur Seite, sondern prägen den enormen Erfolg des CCL entscheidend mit", sagt Oehmig. So wird auch am Sonntag wieder alles bereitet sein, damit die Leisniger zusammen mit ihrem Faschingsclub auf dem Markt feiern können. Ab 10.30 Uhr wird alles bereit stehen. S. Robak

Eintrittskarten können wie gewohnt schriftlich vorbestellt werden bei folgenden CCL-Mitgliedern:

n für die Eröffnungsveranstaltung, am 1. Februar, bei Ingrid Rapsky, Sachsenplatz 5 in Leisnig.

n für die Sonnabendveranstaltungen, am 2. und am 9. Februar, bei Achim Grune, Jahnstraße 52 in Leisnig.

n für die Sonntagsveranstaltung, am 3. Februar, den Fasching für jung ­ge­bliebene Narren, bei Carmen Kießling, Gorschmitzer Gasse 6 in Leisnig.

n für den Rosenmontag, am 11. Februar, Eröffnungsveranstaltung, am 1. Februar, bei Bernd Funke in Naundorf Nummer 6a in Leisnig, Ortsteil Bockelwitz.

n Für den Kinderkarneval, am 10. Februar, werden Eintrittskarten nur an der Kasse verkauft.

n Die Internetkartenbestellung ist ab 11. November möglich über www.carneval-club-leisnig.de.

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