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Leisniger Handballtalent spielt sich in die Landesauswahl

Nick Wunderlich Leisniger Handballtalent spielt sich in die Landesauswahl

Nick Wunderlich aus Leisnig liebt Handballspielen. Seit frühester Kindheit hantiert der jetzt 15-Jährige mit dem runden Leder. Seine Leidenschaft und sein Talent haben ihn in die Landesauswahl geführt. Doch das soll nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Ein ruhiger Patron, doch auf dem Handballfeld eine Wucht: Nick Wunderlich aus Leisnig spielt bereits in der Landesauswahl. Und kann sich gut vorstellen, noch mehr im Handball zu erreichen.

Quelle: Foto: Sven Bartsch

Leisnig. Nick Wunderlich ist ein stiller Patron. Zumindest was das Reden angeht. Auf dem Handballparkett hingegen ist der 15-jährige Leisniger alles andere als ruhig. Als Dreijähriger, so erinnert sich seine Mutter Vicki, hat er irgendwann gesagt: „Ich will mal in die Bundesliga.“ Vielleicht kommt er dort sogar irgendwann an. Momentan jedenfalls läuft es für das junge Talent nicht schlecht. Seit zwei Jahren spielt Nick Wunderlich in der sächsischen Landesauswahl. Der Handball bestimmt seinen Alltag – und das ist für den großgewachsenen jungen Burschen, der die Position des Kreisläufers spielt, genau richtig so.

Fußball ist nicht sein Ding

Richtiges Sächsisch kommt nicht über seine Lippen. Nick Wunderlich ist in der Nähe von Aschaffenburg aufgewachsen. Bis er zehn Jahre alt ist und mit seiner Mutter zurück in deren Heimat zieht, lebt er mit seiner Familie dort. „Er war ein aufgewecktes Kind“, sagt Vicki Wunderlich über ihren Sohn, „er hat Bewegung gebraucht.“ Der Versuch, ihn Fußball spielen zu lassen, scheitert. Es gefällt Nick schlichtweg nicht auf dem Rasen, viel lieber spielt er in der Halle. Und landet beim Handball. Als er vor vier Jahren nach Leisnig umzieht, führt ihn sein Weg folgerichtig zuerst zum SV und zu Übungsleiter Frank Geißler.

Dieser erkennt das Talent des Burschen, der in der D-Jugend der SG Leisnig/Waldheim spielt und einen wesentlichen Anteil daran hat, dass die Mannschaft alle Titel holt, die zu holen sind. „Er war einfach schon weiter als die Kinder hier.“

Und Nick macht auch weiterhin eine richtig große Entwicklung. Die beginnt, als er zum Stützpunkttraining nach Leipzig geholt wird, das für den Handballnachwuchs aus Döbeln, Leisnig und Waldheim angeboten wird und in die Bezirksauswahl führt. „Dort wird immer auch gesichtet unter dem Aspekt, wer könnte weiter oben spielen“, erklärt Frank Geißler, der stolz auf die Entwicklung seines Schützlings ist und diesen auf seinem Weg begleitet.

Die letzte Sichtung in Riesa durch die Landesauswahltrainer bringt für Nick Wunderlich den ersten Durchbruch. Während Mutter Vicki aufgeregt ist, macht ihr Sohn entspannt sein Ding, lässt sich nicht stressen, landet im Ranking auf Platz sieben und bekommt den Platz in der Landesauswahl.

Ehrgeiz, Disziplin, Pünktlichkeit

Das wiederum bedeutet neue Herausforderungen. „Wer in der Landesauswahl spielt, sollte mindestens in einer Oberligamannschaft aktiv sein“, so Geißler, der daraufhin alle Hebel für Nick Wunderlich in Bewegung setzt. Weil es in der Region keinen Verein gibt, der eine Jugend-Oberligamannschaft am Start hat, spielt Nick Wunderlich eine Saison mit Förderlizenz in der C-Jugend des SC DHfK Leipzig. Das bedeutet, zweimal in der Woche nach Leipzig zum Training zu fahren, hinzu kommt das Stützpunkttraining. Nebenbei ist er bei den heimischen Mulde-Zschopau-Löwen aktiv. Wo bleibt da Zeit für Schule, für Hausaufgaben?

„Vor oder nach dem Training“, sagt Nick Wunderlich mit Selbstverständlichkeit. Das Programm ist straff, doch für ihn ist es okay. Er ist ein guter Schüler. Ehrgeiz, Disziplin, Pünktlichkeit – was ihn im Sport auszeichnet, hilft ihm auch im Alltag. Egal, wie es im Handball für ihn weitergeht – dass ein Berufsabschluss wichtig ist, steht für ihn außer Frage. Da achtet auch Mutter Vicki Wunderlich drauf. Anlagenmechaniker will er werden, hat schon ein Praktikum in Leisnig bei AEL gemacht. Im Sommer kommt der Mopedführerschein dazu. Praktisch, denn dann kann Nick allein zum Training fahren.

Zumindest zu dem, was er mit seinem neuen Oberliga-Team bestreitet. Nicht mehr in Leipzig bei den C-Junioren, wo die Förderlizenz ausgelaufen ist, sondern in Döbeln, bei der HSG Neudorf-Döbeln, wird er am Start sein. Als B-Junior mit Zweitspielrecht unterstützt er die A-Junioren des Vereins.

Bevor es dort so richtig losgeht, gibt es im Sommer noch Termine mit der Landesauswahl.

Ein Trainingslager steht zum Beispiel an, wo wieder gesichtet wird. Weil er schon im D-Kader der Landesauswahl ist, hat Nick Wunderlich einen kleinen Vorsprung bei der Sichtung. Wo die hinführen kann? „In die Jugendnationalmannschaft.“

Und wo sieht er sich in ein paar Jahren auf dem Handballparkett? „Das lass ich auf mich zukommen“, sagt Nick Wunderlich. Ganz entspannt eben.

Von Manuela Engelmann

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