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Döbeln Leisniger Katzendrama bringt Spendenwelle ins Rollen
Region Döbeln Leisniger Katzendrama bringt Spendenwelle ins Rollen
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17:17 06.07.2018
Estrabraq Alogaili besucht mit seiner Frau Hiba jeden Tag seine beiden Katzen im Leisniger Tierheim. Das Ausländeramt hatte der irakischen Familie untersagt, die Miezen in der Leisniger Wohnung zu halten.Jetzt ist eine kleine Hilfswelle angelaufen. Quelle: Dirk Wurzel
Leisnig

Das Drama um Noshe und Chico rührt zu Tränen. So steht es in einem Brief an Tierheimchefin Rosi Pfumfel. Wie kann man nur so unmenschlich sein, und der irakischen Asylbewerberfamilie die Katzen wegnehmen, steht sinngemäß in dem anonymen Schreiben. „Ganz impulsiv wäre ich bereit, 100 Euro zu spenden, damit der Pensionsplatz vorerst gesichert ist.“

Leute wollen helfen

Nachdem Familie Alogaili mit ihren beiden Kindern nach Leisnig zog, verbot die Ausländerbehörde die Haltung von Kater Chico und Miez Noshe. Der Landkreis erlaubt Asylbewerbern keine Tierhaltung in Unterkünften, die der Kreis über seine Tochtergesellschaft anmietet. In Freiberg, wo die Familie zuvor lebte, war Katzenhaltung kein Problem. Jeden zweiten Tag besuchen die Leute ihre Katzen. Nachdem die DAZ über das Drama berichtete, fragen Menschen, ob sie spenden können. Pfumfel hofft, dass die Alogailis einen Aufenthaltsstatus bekommen und ihre Katzen wieder zu sich nehmen können. Für Kater Kalle konnte jetzt die glückliche Heimkehr organisiert werden. Im April berichtete die DAZ, dass der schwarz-weiße Kater in Fischendorf wie aus dem Nichts auftauchte. Er war auch nicht so richtig gesund, hatte entzündete Augen und vereiterte Zähne. Im Tierheim wurde der Vierbeiner gesund gepflegt. „Auf die veröffentlichte Fundmeldung kam keine Reaktion“, so Rosi Pfumfel. Dabei war Kalle, wie er am Eichberg genannt wurde, für die Tierheimmitarbeiter durchaus eine Herausforderung. Das fünf Jahre alte Tier brauchte nämlich einen Sonderplatz. Mit anderen Tieren hat er sich nicht vertragen.

Wahrscheinlich ins Auto gestiegen

Kalle heißt bei sich daheim Hermann und stammt aus Geringswalde. Wie er nach Fischendorf kam, das kann sich niemand erklären, jedoch entdeckte Hermanns Besitzerin ein Foto des Katers auf der Internetseite des Tierheims am Leisniger Eichberg und nahm Kontakt zu der Einrichtung auf.

Sie weiß, dass ihr Hermann ungeheuer gern Auto fährt und vermutet, er könnte heimlich irgendwo eingestiegen sein. Den Tierheimmitarbeitern konnte sie diverse charakterliche Besondenheiten des Tieres beschreiben. So durfte sie ihn wieder mit nach Hause nehmen.

Von Dirk Wurzel

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