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Leisniger Koordinierungskreis arbeitsbereit

Flüchtlinge willkommen heißen Leisniger Koordinierungskreis arbeitsbereit

In Leisnig werden zu Jahresbeginn die ersten Flüchtlinge erwartet. Sie sollen in Wohnungen im Stadtgebiet einziehen, in Wohnraum privater Vermieter. Unter Federführung von Bürgermeister Tobias Goth (CDU) bildete sich ein Helfer- und Koordinierungskreis aus derzeit etwa 30 ehrenamtlich Mitwirkenden.

Sanierungsbedürftig, aber schon auf der Objektliste für die Unterbringung von Flüchtlingen: Wohnblock an der Meline.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Noch sind keine Flüchtlinge in Leisnig angekommen. Dennoch formierte sich in den vergangenen zwei Monaten ein Helfer- und Koordinierungskreis aus ehrenamtlich Mitwirkenden, der einmal monatlich zusammen tritt. Federführend ist Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Er hält auch die Öffentlichkeitsarbeit in den Händen. Nach dem jüngsten Treffen spricht er darüber, wie der Helferkreis derzeit aufgestellt ist.

„Zur jüngsten Zusammenkunft waren 15 Bürger anwesend. Es war wieder eine konstruktive Runde. Ich freue mich über sachliche Vorschläge, wie die Stadt sich auf die hier ankommenden Flüchtlinge einstellen kann.“ Insgesamt hätten sich in den vergangenen zwei Monaten rund 30 Menschen dafür zusammen gefunden. Es würden auch immer wieder neue Helfer dazu stoßen, so Goth. Für die jüngste Runde seien erst wieder vier neue Interessenten mit in den Ratssaal gekommen. Das nächste Treffen ist für den 11. Januar, 19 Uhr, angesetzt. Auch dazu sind neben den schon Aktiven neue Unterstützer willkommen.

Als Goth erstmals die Leisniger aufrief, zum Koordinierungsreis zu kommen, sprach er explizit auch jene an, die Vorbehalte gegen Flüchtlinge haben. Dieses Angebot stehe weiterhin. „Zu den bisherigen Zusammenkünften haben sich jedoch ausschließlich Bürger gemeldet, die aktiv einen Beitrag leisten möchten, damit sich die Flüchtlinge hier gut aufgehoben fühlen.“ Etwa die Hälfte der Mitwirkenden seien sehr junge Leute.

Auch aus dem Personenkreis um das Alternative Jugendzentrum AJZ kommen Mitwirkende in den Helfer- und Koordinierungskreis. Zudem kämen Unterstützer aus den Reihen der Unternehmer, verschiedener Vereine oder vom Helios-Krankenhaus. Letztere wollen zum Beispiel bei der sprachlichen Verständigung helfen. Am Helios-Krankenhaus sind auch Mediziner aus anderen Ländern beschäftigt. Sie sind mit den Sprachen der hier ankommenden Flüchtlinge demnach eher vertraut als die alteingesessenen Leisniger.

Goth: „Auf jeden Fall spielt der humanitäre Gedanke als Beweggrund, sich zu engagieren, für die Mitwirkenden die herausragende Rolle. Die Leute kommen in den Helferkreis, um zu hören, was dort läuft und um abschätzen zu können, wie sie sich selbst einbringen können“, schildert der Bürgermeister.

Mittlerweile hätten sich auch schon themenspezifische Arbeitsgruppen gebildet. In einer geht es beispielsweise um Sprache und Hilfe zur Verständigung. In einer weiteren engagieren sich Bürger, die bei Behördengängen oder Arztbesuchen unterstützen möchten. Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Themenkreis Wohnen, eine mit Freizeit und Beschäftigung, eine weitere mit dem Themenkreis Arbeit.

Aus den Reihen von Leisniger Unternehmen habe es bereits drei Anfragen gegeben, inwieweit oder ab wann die neuen Leisniger auch arbeitsfähig beziehungsweise dafür ansprechbar seien. Thema war das beim jüngsten Leisniger Unternehmerstammtisch. Dazu sagt Goth: „Das muss sich an den geltenden Gesetzen orientieren, welche die Arbeitserlaubnis von Flüchtlingen beziehungsweise Asylbewerbern regeln.“ Das Thema werde auch erst dann aktuell, wenn die Menschen angekommen sind und sich den Umständen entsprechend eingelebt haben.

Innerhalb des Helferkreises sei auch schon darüber diskutiert worden, wie sinnvoll es ist, ein Spendenkonto für die Flüchtlinge einzurichten. Eine abschließende Entscheidung gebe es dafür nicht. Goth dazu: „Für ein solches Konto muss generell ein klar formuliertes, abgrenzbares Spendenziel formuliert und begründet werden. Das muss also wohl überlegt sein.“

Goth will den Helfer- und Koordinierungskreis weiterhin auch als Plattform verstanden wissen, um Vorurteile abzubauen. Eigens dafür werde es eine Arbeitsgruppe Mediation geben. Deshalb erneuert er seine Einladung an Bürger, die dem Thema Flüchtlinge reserviert gegenüber stehen, eine Zusammenkunft des Helfer- und Koordinierungskreises zu besuchen. In einer der nächsten Ausgaben vom Leisniger Amtsblatt sowie auf der offiziellen Internetseite der Stadt werde ebenfalls über den Koordinierungskreis informiert.

Von Steffi Robak

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