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Leisniger Schüler spielen Theater über Integration und Damentoiletten

Bühne frei für den Theatertag Leisniger Schüler spielen Theater über Integration und Damentoiletten

Bereits zum siebten Mal haben sich Schülerinnen und Schüler der Leisniger Peter-Apian-Schule zusammengetan, um einen Abend mit Sketchen, Gedichten, Tanzeinlagen und Theater zu füllen. Heraus stich ein selbstgeschriebenes Stück über Integration.

Selbst Tanzeinlagen durften zum Theatertag an der Peter-Apian-Schule nicht fehlen.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. „Bühne frei“ hieß es am Freitag an der Peter-Apian-Oberschule in Leisnig, wo bereits zum siebten Mal der traditionelle Theatertag für die Schülerinnen und Schüler stattfand. Theater wird an der Schule seit Jahren groß geschrieben und das kommt offensichtlich auch von der fünften bis zur zehnten Klasse gut an. Ganze drei Gruppen sind mittlerweile dem Ganztagsangebot der Schule entwachsen. Das sind rund 55 Kinder – Tendenz steigend. Zusammen mit ihnen saß Gruppenleiter Jens Liebig seit Anfang September zusammen, um diesen Tag auf die Beine stellen zu können. „Wir wollen so viele Talente aus Ganztagsangebot und dem normalen Unterricht wie möglich zeigen“, erklärt Liebig. Mit seinen Rekruten an der Spitze beschritt er dieses Jahr thematisch neue Wege und machte sich nicht auf einem einzigen Motto breit, sondern ließ die Grenzen offen – „Bühne frei“ eben. Am Ende stand ein Aufführungspuzzle, das sich aus Gedichten, Tanzeinlagen, Sketchen und Theater zusammenfügt. „Wir haben alles im Angebot und zeigen zeitgenössische, aber auch aktuelle Dinge“, weiß Jens Liebig, der von der Seitenlinie aus seine Schützlinge im Blick behält. Die schlagen sich wacker auf der Bühne und fließen, von der Moderation geführt, von einem Element ins nächste. Auf handgemachte Musik mit der Tuba folgt eine Darbietung von Christian Morgensterns Gedicht „Die drei Spatzen“, nach der eine Choreografie zu Michael Jacksons Smooth Criminal die Füße im Saal zum Wippen bringt. Dabei kommen sowohl die Frischlinge aus den Klassen fünf und sechs, als auch die erfahrenen alten Hasen aus den höheren Klassenstufen zum Zug. Was beim Zappen durch die Fernsehsender passiert, wenn die Themen nur so an einem vorbeirauschen bis zum sprechenden Baum, der sich einen verbalen Schlagabtausch mit dem Holzfäller liefert – die Schüler haben einiges in petto und zeigen das gekonnt in ihren kleinen Schauspieleinlagen.

Eines der Hauptstücke, das die Theatergruppe zusammen mit Jens Liebig selbst zu Papier brachte, spielt im Vorzimmer einer Sozialberaterin. Dort prallen Charaktere aufeinander, die ohne die Autokorrektur ihres Handys komplett verloren wären und sich mehr für die nächste Shoppingtour als ihre Versetzung interessieren. Als sich ein Mädchen mit Kopftuch zu ihnen gesellt, bekommt sie eine volle Breitseite Vorurteile ab. Dass dieses Mädchen in Deutsch besser dastehen soll als sie selbst, wie die Sozialberaterin verrät, wollen die anderen nicht richtig glauben. „Helfen von der? So weit kommts noch!“ heißt es da. Aber auch Einsicht macht sich breit: „Naja, wenn es uns allen hilft?“ Den Leisniger Schülern ist es damit gelungen, pointiert eine Situation abzubilden, die nicht erst seit gestern Realität ist, an Aktualität jedoch kein bisschen verloren hat.

Ganz nebenbei verrieten die Schülerinnen und Schüler auch noch, was eigentlich hinter verschlossenen Türen an diesem Geheimnisvollen Ort Namens Damentoilette passiert und wie man mit einer handvoll hohler Plastikrohre und einer Reihe Stühle Beethovens 9. Sinfonie interpretieren kann. Am Ende der Aufführung steht Schillers „Die Bürgschaft“ in breitester sächsischer Mundart und die Erkenntnis, dass sich ein wildes Durcheinander zu einem großen und bunten Ganzen fügen kann.

Von André Pitz

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