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Döbeln Leisniger Wohnungsverwaltung lässt sich von Waldheim helfen
Region Döbeln Leisniger Wohnungsverwaltung lässt sich von Waldheim helfen
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08:00 27.11.2015
Die Leisniger Wohnungsverwaltung braucht eine neue Geschäftsführung. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Die Geschäfte der Leisniger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (LWVG) sollen ab Beginn des kommenden Jahres von Waldheim aus geregelt werden. Wie Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) jüngst informierte, wird es zur nächsten öffentlichen Sitzung des Leisniger Stadtrates am 3. Dezember um dieses Thema gehen. Mit der Geschäftsbesorgung soll die Waldheimer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WBV) beauftragt werden. Geschäftsführerin ist Ina Pugell.

Ausgangspunkt des Vorschlages ist die gegenwärtig missliche Situation, dass noch immer keine personelle Nachfolge für die LWVG-Geschäftsführerin Sonja Jäschke gefunden ist. Zum Jahresende geht sie in Ruhestand. Der Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen dem Waldheimer und dem Leisniger Wohnungsunternehmen ist bis maximal 31. Dezember 2017 befristet. Es muss also nach Lösungen über diesen Zeitraum hinaus gesucht werden. Deshalb wagt Goth – bei der LWVG Aufsichtsratsvorsitzender – einen Vorstoß, bei welchem der Städtebund Sachsenkreuz eine tragende Rolle spielt: An die Bürgermeister von Hartha und Waldheim richtete Goth die Bitte, perspektivisch über eine gemeinsame Verwaltung für alle drei kommunalen Wohnungsunternehmen nachzudenken. Das Konzept dazu soll innerhalb des kommenden Jahres, maximal in den nächsten zwei Jahren aufgestellt sein. Damit in dieser Zeit die unbesetzte Geschäftsführerstelle in Leisnig das Konzept nicht gefährdet, wird der Geschäftsbesorgungsvertrag als Zwischenlösung geschlossen. Dem kommt entgegen, dass beide Unternehmen die gleichen Computerprogramme für die Verwaltung ihrer Wohnungsbestände nutzen.

Laut Tobias Goth müsse danach entschieden werden, ob man über ein neues Geschäftsmodell im Städtebund Sachsenkreuz beim Thema Wohnungsverwaltung noch weiter zusammenrückt: „Vorerst sollen für die Dauer von zwei Jahren die beiden Wohnungsgesellschaften von Leisnig und Waldheim ab Januar 2016 enger zusammengebracht werden. Geplant ist, beide Firmen von nur noch einer Geschäftsführerin, Ina Pugell, leiten zu lassen. Generell muss überlegt werden, wie im Städtebund längerfristig beim Thema Wohnen zusammengearbeitet wird. Denkbar ist, dass zukünftig vielleicht auch Hartha dazukommt.“

Es gebe viele Gemeinsamkeiten, so Goth, die eine gemeinsame Struktur erlauben: „Wir nutzen jetzt die Gunst der Stunde.“ Insgesamt gebe es eine breite Zustimmung für die Idee des neuen Geschäftsmodells. Aber im Detail sei noch einiges zu klären. Die Stadt Hartha sei bereits in alle Gespräche eingebunden gewesen.

Nach Informationen dieser Zeitung gab es für die LWVG zunächst die Überlegung und auch entsprechende Gespräche, deren Geschäftsbesorgung an die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH der Obstland AG Dürrrweitzschen zu übertragen. Dazu kam es allerdings nicht. Es musste eine alternative Strategie her. Der Aufsichtsrat des Leisniger Unternehmens, an dessen Spitze der Bürgermeister steht, trat daraufhin an das Waldheimer Unternehmen heran. Bereits im Oktober hatte Sonja Jäschke vor den Leisniger Stadträten mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass für ihre Nachfolge hätte zeitig genug Sorge getragen werden müssen. Gern hätte sie ihre Nachfolgerin beziehungsweise einen Nachfolger noch selbst über einen gewissen Zeitraum hinweg eingearbeitet, wie sie zu verstehen gegeben hatte. So wünschte sie sich den reibungslosen Übergang.

Die LWVG bewirtschaftet 341 eigene Wohn- und drei Geschäftseinheiten mit einer Gesamtnutzfläche von 18,500 Quadratmetern. Über weitere 57 Wohn- und drei Geschäftseinheiten besteht ein Fremdverwaltungsvertrag. Im jüngsten Lagebericht sprach Geschäftsführerin Sonja Jäschke von einer Erlös-Schmälerung. Hervorgerufen werde diese durch steigenden Leerstand, denn Kosten für Versicherung und Grundsteuern fallen auch für die leer stehenden Wohnungen an. Von Jahr 2013 zu 2014 sei die Leerstandsquote von 9,6 Prozent auf 12,2 Prozent gestiegen. Dabei sind 96 Prozent des Bestandes, der vorwiegend in Leisnig und Bockelwitz liegt, in einem renovierten Zustand.

Von Steffi Robak und Natasha G. Allner

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