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Döbeln Leisniger wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht
Region Döbeln Leisniger wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht
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20:41 17.07.2012

Erst vor zwei Wochen verurteilte die Richterin Klaus K.* zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit - da ging es um einen Wohnungsüberfall. Mehr als ein Hausfriedensbruch war dem Angeklagten nicht nachzuweisen. Gegen das Urteil legte er Berufung ein.

"Es ist schade, dass deswegen nicht weiter ermittelt wurde", so Weik, "das hätte zusammen mit der heutigen Verhandlung zu einer richtig fetten Bestrafung geführt." Denn dieser Übergriff ereignete sich nur zwei Tage vor der Tat, die die Jugendschöffen gestern vor dem Döbelner Amtsgericht verhandelten.

Mehrere Angriffe gingen, laut Anklage, ins Gesicht. Klaus K. soll am 4. Juli 2010 mit Fäusten und Fußtritten sein mittlerweile 30-jähriges Opfer lebensgefährdend angegriffen haben, strafbar als gefährliche Körperverletzung.

Der Angeklagte gibt einen Schlag zu. Denn der Geschädigte habe ihn zuvor provoziert. "Der stand mit jemandem vorm Haus" seiner damaligen Freundin. "Wenn du den Arsch dazu hast, dann komm runter und wir klären das unter vier Augen", liest Richterin Weik eine Nachricht des 30-Jährigen vor. Klaus K. ist daraufhin, nach eigener Aussage, runter gegangen, hat die Autotür aufgerissen und ihm die Faust ins Gesicht gedrückt. "Er ging zu Boden und blutete." Als die Beleidigungen und Drohungen weiter gingen, sei er erneut runter gegangen, berichtet der 21-Jährige. "Doch dann rannte er weg."

"Dabei bin ich gestürzt", gibt das Opfer zu. Geschubst oder gestolpert, dass weiß er nicht mehr. Ansonsten widerspricht der 30-Jährige seinen eigenen Aussagen bei der Polizei. Als Verletzungen sind Schürfwunden sowie Prellungen am Körper attestiert. In der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht ist auch von einer gebrochenen Nase die Rede, doch bestätigt wird es nicht. Der Begleiter des Opfers vermutet bei seiner Zeugenaussage: "Dass er auf der Straße mit dem Gesicht eingerastet ist." Gesehen hat er es nicht. Was er ebenfalls nicht bemerkt haben will, dass ein Schlag ins Gesicht seines neben ihm sitzenden Beifahrers flog. Kennen sich etwa der Angeklagte und der Zeuge?

"Sie haben sich vor der Verhandlung ganz nett begrüßt und zugezwinkert", fragt die Staatsanwältin. Der Verteidiger des Angeklagten erklärt, dass er den Zeugen als früheren Mandanten kenne - nichts weiter.

Aufgrund der vielen, teils einschlägigen, Vorstrafen von Klaus K. ist die große Frage, ob eine "schädliche Neigung" vorliegt, wie es in der Juristensprache heißt. Ganz vereinfacht ausgedrückt: wie wahrscheinlich ist es, dass der Angeklagte erneut zuschlägt und daher eine Jugendhaftstrafe bekommen sollte. Doch der 21-Jährige hat eine Arbeit und die Jugendgerichtshilfe sieht eher eine Tendenz zum Positiven. Klaus K. musste nach einer anderen Verurteilung bereits ein Anti-Aggressivitäts-Training absolvieren. Bei der Urteilsverkündung sagt Richterin Weik: "Am glaubwürdigsten ist der Angeklagte." Da er den Schlag zugegeben hat. Er erhält eine letzte Verwarnung wegen der Körperverletzung. "Denn der Geschädigte hat in diesem Fall mit seinen Drohungen regelrecht nach Schlägen geschrien."

Matthias Pöls * Name geändert

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