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Leisnigs Altstadtfest reist durch die Zeit

Foto-Dokumentation Leisnigs Altstadtfest reist durch die Zeit

Ein Foto-Projekt soll dokumentieren, wie die Besucher des Leisniger Burg- und Altstadtfestes in den vergangenen zwanzig Jahren ihr Fest gesehen haben. Die Leisniger werden gebeten, eigene Fotos dafür einzureichen, ob auf Fotopapier oder als Datei. Bis zum 31. Mai können Fotos bei Petra Müller eingereicht werden, und einiges ist bereits vorhanden.

Szenen vom Burg- und Altstadtfest sollen Motive einer Fotoausstellung auf der Burg Mildenstein sein.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. In diesem Jahr wird in Leisnig zum 20. Mal das Burg und Altstadtfest gefeiert. Das soll mit einem neuen Projekt dokumentiert werden, in das die Leisniger mit eingebunden sind – beziehungsweise die Fotos, die sie auf dem fest selbst geschossen haben.

„Über die Jahre hinweg hat das Fest einige Wandlungen durchgemacht“, sagt Petra Müller von der Leisniger Stadtverwaltung. Wie in den Jahren zuvor ist sie in die Organisation des Festes mit eingebunden. In diesem Jahr soll es ein paar besondere Facetten bekommen. Momentan wird an der Fotoschau gearbeitet. Diese soll auf der Burg Mildenstein ausgestellt sein und Schappschüsse der Leisniger Festbesucher aus den vergangenen zwei Jahrzehnten zeigen. Ab jetzt werden die Fotos dafür gesammelt. Wer etwas beisteuern möchte, kann sich im Bürgerbüro bei Petra Müller melden.

Fotoabzüge auf Papier, aus der Zeit vor der digitalen Fotografie, werden gern für die Ausstellung genommen. Wer noch digitale Fotodateien gespeichert hat, kann diese auf eine CD beziehungsweise DVD ziehen und vorbei bringen. Doch auch per Mail können Fotos eingesandt werden. In jeden Fall empfiehlt es sich, vorher mit Petra Müller Kontakt aufzunehmen. Sie ist telefonisch im Rathaus zu erreichen unter der Nummer 034321/6660. Bis zum 31. Mai können Fotos für die Schau eingereicht werden. Sie gehen nach der Ausstellung auch an die Eigentümer zurück, verspricht Petra Müller.

Einige Abzüge hat sie bereits parat. Sie stammen von Jürgen Otto, einem Leisniger, der passioniert fotografiert und zu vielen Festen schon die Kamera im Anschlag hatte. Wolfgang Rölle, als Bischoff in Begleitung diverser Mönche würdevoll durch die Stadt schreitend, ist ebenso ein Bild für die Götter wie Jürgen Hermsdorf im Jahrhundertwende-Frack oder Bürgermeister Tobias Goth im orientalischen Kaftan. Auch andere Größen aus der Leisniger Stadtpolitik sowie der Vereinslandschaft schlüpfen jährlich im August in andere Rollen und bereichern damit das Fest. Die Mitglieder des Carneval Clubs tun das zudem bei ihren Bühnenstücken.

„Für die Fotoausstellung geht es nun darum, das Fest so zu zeigen, wie die Besucher es in den vergangenen Jahren gesehen und mit ihren Fotoapparaten festgehalten haben“, schildert Petra Müller die Idee hinter der nun vorbereiteten Fotoschau. Dabei gehe es weniger darum, einzelne Personen abzubilden, sondern darum, wie der Gesamteindruck des Festes in früheren Jahren war. Fotos sollten einzeln eingereicht werden, also möglichst nicht mehr im Album stecken. Wenn jemand von einem Fest mehrere Fotos zur Verfügung stellt – um so besser. Die Jahreszahl sollte bekannt sein.

Die größte Sommerparty im Leisniger Festkalender präsentiert sich seit eh und je recht wandlungsfähig. „Ein Burgfest wurde auf Mildenstein bereits in der DDR gefeiert“, weiß Müller. Mit der Wendezeit setzte eine Zäsur ein. Manches musste sich neu finden. Dann übernahmen Vertreter der Vereine und der Handwerkerschaft das Zepter. „Ohne sie wäre dieses Fest auch nicht das, was es heute ist“, meint Petra Müller. Dass sie in der Vorbereitungszeit die organisatorischen Fäden mit in den Händen hält, wurde vor einigen Jahren honoriert: Von den Vertretern der Handwerkerstraße bekam sie die Goldene Maske verliehen.

Das Burg- und Altstadtfest in der heutigen Form gibt es seit 1996. „Das war das Jahr der 950. Jahrestag der Stadtgründung“, so Müller. Für dieses Fest wurde nicht nur der größte Riesenstiefel der Welt in Leisnig gebaut, sondern auch die fünf Stadttore. In der Muldenstraße, Schlossstraße und am Schlossberg, am Baderberg sowie an der Chemnitzer Straße das Obertor wurden sie an den Originalplätzen aufgestellt. Im Jahr des Stadtjubiläums hatte man die Tore so stehen lassen, um noch im gleichen Jahr die Kulisse für das Burg- und Altstadtfest nutzen zu können. Von den damals gebauten Toren existiert heute nichts mehr. Das Tor, was jetzt am Eingang zur Kirchstraße und damit zum großen Festgelände der Altstadt aufgestellt wird, wurde später eigens dafür neue gebaut. An dieser Stelle hatte es früher kein Stadttor gegeben.

In all den Jahren fiel das Fest nur einmal aus: Im Hochwasserjahr 2002. Es gab Feste mit einer Wagenburg auf dem Markt und auch eins, welches sich mehr auf dem Burghof konzentrierte, ganz ohne die Kirchstraße. Ein Ziel des Fotoprojektes für die Schau auf Mildenstein ist es, diese Wandlungsfähigkeit über die Jahre hinweg zu zeigen. Die Fotos sollen am 27. August auf der Burg Mildenstein gezeigt werden, also am Sonnabend des diesjährigen Feierwochenendes. Bereits Wochen vorher solle auf diese Schau hingewiesen werden, auch das mit Hilfe von Fotos: In derzeit nicht genutzten Schaufenstern sollen großformatige Bilder unter anderem frühere Festszenen zeigen. Auf der Chemnitzer Straße flankieren diese zudem den diesjährigen Einzug auf das Festgelände. Er beginnt nicht wie sonst auf dem Markt sondern am Schützenhaus und führt in die Altstadt.

Von Steffi Robak

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