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Döbeln Leisnigs zweites Stadtoberhaupt
Region Döbeln Leisnigs zweites Stadtoberhaupt
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16:33 28.05.2018
Robert Zillmann aus Altleisnig tritt am Freitag in Colditz sein Amt als Bürgermeister an. Quelle: Anja und Christoph Jahn
Leisnig

Ab Freitag wird Leisnig im Landkreis Mittelsachsen zwei Bürgermeister haben. Robert Zillmann, parteilos, aus Altleisnig tritt sein Amt an diesem Tag offiziell an. Sein Dienstzimmer hat er jedoch nicht in der Stadt auf dem Berge, sondern in der Schlossstadt Colditz.

Gesiegt im ersten Wahlgang

Am 8. April hatte sich der Einzelkandidat im ersten Wahlgang mit 50,1 Prozent der Stimmen gegen vier weitere Kandidaten durchgesetzt. Sein Amtsvorgänger, der ebenfalls parteilose Matthias Schmiedel, war zur Wahl nicht noch einmal angetreten. Zillmann: „Ein Generationenwechsel deutete sich in Colditz an – die Konstellation schien mir interessant, ich wollte dabei sein.“

Klageverfahren läuft noch immer

So weit weg ist die Colditzer Kommunalpolitik nicht von Leisnig, besonders in einem Punkt: bezüglich der Oberschulen. Um so interessanter ist, was der neue Bürgermeister von Colditz zur Absicht von Grimma sagt, im Ortsteil Böhlen einen Schulersatzneubau an der Oberschule errichten zu lassen. Die Stadtväter von Colditz jedenfalls wollen das nicht, haben ein noch laufendes Klageverfahren angestrengt. Die Colditzer Stadtväter sehen mit der Stärkung der Böhlener Einrichtung ihre eigene Oberschule gefährdet.

Schüler aus Leisnigs Norden lernen in Böhlen

Was das mit Leisnig zu tun hat: Bis vor nicht all zu langer Zeit wurde auch von dort mehr oder minder unverhohlen kritisch nach Böhlen geschaut: Aus den nördlichen Ortsteilen Leisnigs, früher selbstständige Gemeinde Bockelwitz, gehen schon immer auch ehemalige Sittener Grundschüler nach Böhlen. Ein profaner Grund: Zum Beispiel passen die Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel besser zu den Böhlener Unterrichtszeiten statt zu Leisnig. Die Eltern haben freie Schulwahl. Über Böhlen wird auch gesagt, an der Schule herrsche ein guter Umgang miteinander.

Bei Schülerknappheit will Leisnig keine Schüler abgeben

Zu Zeiten von Schülerknappheit, wenn für die Leisniger Oberschule jede Schulanmeldung zählt, sehen es Leisnigs Stadtväter nicht gern, wenn Böhlen ihnen Kinder „abzieht“. Seit Bockelwitz nach Leisnig eingemeindet ist, leiten manche daraus die für sie logische Schlussfolgerung ab, aus der Sittener Grundschule müssten die Kinder dann zwingend nach Leisnig zur Oberschule wechseln und nicht an eine Schule, die zu Grimma und demnach zum Landkreis Leipzig gehört.

Zillmann: Vor allem Colditzer Interessen wahren

Momentan ist das Thema für Leisnig nicht auf der Tagesordnung: Zuletzt konnten wieder drei fünfte Klassen gebildet werden. „Ich muss natürlich als Colditzer Bürgermeister zu allererst auf Colditzer Interessen achten“, sagt Zillmann. Es würden auch Colditzer Kinder die Böhlener Oberschule besuchen, merkt er an, es gehe auch um deren Interessen.

Klage schindet nur Zeit

„Ein Rechtsstreit schindet eigentlich nur Zeit“, meint er, denn eine wie auch immer geartete Renovierung beziehungsweise Sanierung werde oder müsse es in Böhlen über kurz oder lang geben. Er selbst setze jedenfalls ausdrücklich auf die Stärkung des Schulstandortes Colditz. Und: Auch das dürfe nicht auf Kosten anderer gehen.

Lieber schlichten und moderieren

Der parteilose Zillmann, studierter Jurist, nimmt eher eine diplomatische Position ein, möchte es auf eine Konfrontation nicht ankommen lassen. Sich selbst beschreibt er als jemanden, der lieber schlichtet und moderiert. Lieber trete er dafür ein, dass sich Dinge nach vorn bewegen, statt gegen etwas eine Gegenposition einzunehmen – eine Eigenschaft, die ihm als Stadtwehreiter der Freiwilligen Feuerwehr Colditz mit ihren acht Ortswehren zugute gekommen sein wird. 2013 war er Einsatzleiter bei der Hochwasserbekämpfung.

Erstmal in Altleisnig wohnen bleiben

Auch wenn Zillmann perspektivisch nach einer Möglichkeit sucht, mit seiner Frau und der fünfjährigen Tochter auf das Gebiet von Colditz zu ziehen – seinen Wohnsitz zur Miete in Altleisnig behält er zunächst bei. Das kollidiere nicht mit seinem Colditzer Bürgermeisteramt.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Freiberg

In Altleisnig lebe er gern, schätze er doch an dem historischen, sanierten Hof das Generationen übergreifende Wohnkonzept. Bisher arbeitete Robert Zillmann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Der Jurist absolvierte sein Studium einschließlich dem zweiten Staatsexamen an der Universität in Leipzig. Danach habe es ihn wieder in seine Heimat gezogen.

Schon Bürgermeisterwahl in Leisnig verfolgt

In Altleisnig wohnt der gebürtige Rochlitzer, der in Hausdorf aufwuchs, seit zweieinhalb Jahren. Er verfolgte auch die jüngste Leisniger Bürgermeisterwahl. Allerdings sei es für ihn damals keine Option gewesen, sich mit aufstellen zu lassen, wenngleich er sich für die Stadtpolitik durchaus interessiere. „Das Bürgermeisteramt war zu dem Zeitpunkt für mich nicht von Interesse.“

Von Steffi Robak

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